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Julian Schieber (l.) wechselte 2006 in die Jugend des VfB Stuttgart © getty

Der Youngster wischt Stuttgarts Krisengerede beiseite - und scheint etabliert. Frankfurt bleibt trotz 0:3-Pleite gelassen.

Frankfurt - Als Sturm-Hoffnung Julian Schieber den VfB Stuttgart mit seinem ersten Doppelpack aus der Krise geführt hatte, genoss er die Ovationen der Fans und eine Umarmung von Trainer Markus Babbel.

"Ich habe gezeigt, dass ich da bin, wenn man mich braucht", sagte der 20-Jährige nach dem 3:0 (2:0) bei Eintracht Frankfurt und dem Befreiungsschlag in der Bundesliga.

Doch Ansprüche stellte Schieber vor dem nächsten wichtigen Spiel am Dienstag in der Champions League bei Unirea Urziceni nicht: "Ob ich spiele, muss der Trainer entscheiden. "

Babbel war erleichtert und fand für Schieber nur lobende Worte.

"Er dankt unser Vertrauen mit Leistung. Er hat große Fähigkeiten, die weiter geschliffen werden müssen", sagte Babbel, warnte aber vor zu hohen Erwartungen an den U21-Nationalstürmer: "Er ist kein Ersatz für Mario Gomez."

Schieber darf träumen

Ob Schieber, der den VfB schon beim 3:1 im DFB-Pokal bei Viertligist VfB Lübeck in die Verlängerung gerettet hatte, auf einen Einsatz in Europas Königsklasse hoffen darf, ließ Babbel offen und hielt es wie Rudi Carrel: "Lass dich überraschen."

In Frankfurt hatte Babbel erneut viel gewagt, seine Startelf auf sechs Positionen verändert und Schieber den Vorzug vor Cacau und Pavel Pogrebnyak gegeben.

"Ich bin ja nicht dumm und betreibe kein Harakiri. Mir war klar, dass wir frische Leute brauchten", begründete der 37-Jährige seine erneute Rotation, wollte den Sieg aber nicht überbewerten: "Wir waren vorher nie in Panik und werden jetzt genausowenig nicht in Euphorie ausbrechen."

Noch ein weiter Weg

Manager Horst Heldt sprach zwar von einem "eindrucksvollen Sieg", wollte von einer Wende zum Guten aber noch nichts wissen.

Auch der wiedererstarkte Kapitän Thomas Hitzlsperger, der mit einem sehenswerten Distanzschuss zum 3:0-Endstand traf (54.), hielt sich mit optimistischen Prognosen zurück: "Wir müssen abwarten, wo der Weg hinführt."

Deutliche Leistungssteigerung

Immerhin zeigte die Mannschaft, in die Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann nach seiner Suspendierung zwischen die Pfosten zurückgekehrt war, nach einem internen Gespräch ohne Babbel eine deutliche Leistungssteigerung.

Begünstigt wurde der Erfolg aber auch durch die Rote Karte gegen Eintracht-Innenverteidiger Marco Russ, der nach einer "Notbremse" gegen Sami Khedira von Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) die Rote Karte (33.) gezeigt bekam.

"Wie paralysiert"

Bei der Eintracht nahm Trainer Michael Skibbe die erste Niederlage im neunten Pflichtspiel unter seiner Regie mit Fassung.

"Wir waren diesmal von Beginn an nicht richtig auf dem Platz. Der Sieg für den VfB war hochverdient", analysierte Skibbe treffend.

Vorstandsboss Heribert Bruchhagen war sichtlich bedient. "Die Spieler waren von der ersten Minute an wie paralysiert", sagte Bruchhagen und sprach von einer "deprimierenden Niederlage".

Eklat durch Chaoten

Überschattet wurde die Partie von Stuttgarter Rowdys, die in der Schlussphase Feuerwerkskörper zündeten.

Hitzlsperger und Babbel beruhigten die Situation. Nach dem Schlusspfiff fand Babbel bei Sky deutliche Worte:

"So ein Verhalten einiger weniger Idioten kann man nicht akzeptieren. Ich hoffe, dass diese Männer entdeckt werden und sie auf immer und ewig Stadionverbot bekommen."

Am Sonntag gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bekannt, dass der Kontrollausschuss Ermittlungen aufgenommen hat. Beide Vereine wurden zu Stellungnahmen aufgefordert.

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