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Sie haben sich gern: Christian Gentner (oben) herzt Torschütze Zvejzdan Misimovic © getty

Nach siegreichem Nord-Derby sieht der Meister sich gerüstet fürs große Champions-League-Duell. Im Sturm gibt's ein Sorgenkind.

Wolfsburg - Den Heimkomplex besiegt und jede Menge Selbstvertrauen für das Spiel der Spiele getankt:

Der deutsche Meister VfL Wolfsburg hat sich durch den 4:2 (2:1)-Erfolg im Nordderby über Hannover 96 für das Champions-League-Spiel am Mittwoch bei Manchester United (Mi., ab 20.45 Uhr LIVE) eingeschossen.

"Dieser Sieg tut uns sehr gut", sagte Armin Veh. Wolfsburgs Trainer hatte die Kritik der vergangenen Wochen noch nicht vergessen.

"Wir haben zuvor zwei Heimspiele verloren. Da ist es wichtig, dass man vor so einem bedeutenden Spiel als Sieger vom Platz geht."

"In Manchester ist alles möglich"

Der fleißige Mittelfeldspieler Christian Gentner schöpfte ebenfalls Mut für die Partie bei ManUnited: "Dort ist alles möglich. Der Trainer hat ja gesagt, dass wir nicht nur zum Trikottausch dorthin fahren."

Und auch Torschütze Edin Dzeko gab sich optimistisch: "Wir sind auf einem guten Weg. Nicht nur ich, die gesamte Mannschaft. In Manchester sind wir nicht chancenlos."

Der starker Dzeko und eine ebenfalls überzeugende Mittelfeldreihe mit Zvjezdan Misimovic (7.), Gentner (45.) und Makoto Hasebe (48.) sicherten gegen Hannover mit ihren Toren den Sieg für die "Wölfe", die nun wieder an die erfolgreiche Titelverteidigung glauben können.

Grafite formschwach

Dzekos Sturmpartner Grafite hingegen blieb hingegen drei Tage nach dem Pokal-K.o. beim 1. FC Köln bis auf wenige Szenen zu Beginn des Spiels deutlich hinter den Erwartungen zurück.

In der 67. Minute wechselte Veh ihn aus: "Ich wollte in der Schlussphase Stabilität in unser Spiel bringen", sagte der Coach und begründete seine Entscheidung.

Bauchschmerzen bereiteten den "Wölfen" allerdings die eigene Abwehrleistung.

Im Schnitt kassierte die Mannschaft von Veh zwei Tore pro Liga-Spiel, für eine Mannschaft mit Titelambitionen definitiv zu viel.

Veh kritisiert Abwehr

Beim ersten Gegentor von Hanno Balitsch (28.) schaute die Innenverteidigung seelenruhig zu. Der zweite Gegentreffer ging auf das Konto von Alexander Madlung, dem ein Eigentor unterlief.

"Ich habe ihm zu seinem ersten Saisontor gratuliert", scherzte Misimovic.

Trainer Veh reagierte weniger humorvoll und rügte die Abwehrschwäche: "Vorne war es gut, hinten ganz schlecht. Ein Zu-Null-Spiel wäre in unserer Situation sehr wichtig gewesen."

Gegner Hannover ärgerte sich verständlicherweise über die Tatsache, dass man nicht mehr Kapital aus der Defensivschwäche der Hausherren schlagen konnte.

"Wir haben uns teuer verkauft"

"Wer in Wolfsburg zwei Tore erzielt, muss einen Punkt mit nach Hause nehmen", sagte Mittelfeldspieler Sofian Chahed.

Florian Fromlowitz, der den erkrankten Nationalkeeper Robert Enke erneut mit einer guten Leistung vertrat, hatte sich ebenfalls mehr ausgerechnet: "Wir haben uns hier teuer verkauft. Aber heute sollte einfach nicht mehr für uns herausspringen."

Unterm Strich jedoch blieben die 96er erneut zu harmlos, um die spielstarken Wolfsburger ernsthaft in Gefahr zu bringen.

Zweck-Optimismus bei Hannover

Dennoch wollte Fromlowitz das Wort Abstiegskampf nicht in den Mund nehmen, auch wenn die Ausbeute mit sechs Punkten aus sieben Spielen äußerst bescheiden ist.

"Die Saison ist noch jung. Alles liegt noch dicht beisammen. Da sollte man mit solchen Ausdrücken vorsichtig sein", sagte der Keeper.

Und auch Hannovers Trainer Andreas Bergmann bemühte sich darum, trotz des vierten Spiels in Folge ohne Sieg Optimismus zu versprühen:

"Mit der Leistung der Mannschaft bin ich eigentlich zufrieden", sagte der Coach, der die Begegnung allerdings noch nicht abhaken wollte: "Bei vier Gegentoren müssen wir einige Dinge noch einmal ansprechen."

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