Udo Lattek fordert in seiner Sport1.de-Kolumne von Loius van Gaal eine Abkehr von der Rotation. Felix Magath lobt er.

Hallo Fußball-Freunde,

nach der Bayern-Niederlage in Hamburg muss ich sagen, dass Louis van Gaal langsam eine feste, komplette Mannschaft finden muss, in der jeder weiß: "Ich habe meinen Platz sicher".

Soweit ich weiß, hat der Trainer vor jedem neuen Spiel die Mannschaft geändert.

Die Mannschaft kann gar nicht eingespielt sein, sie kann gar nicht selbstsicher spielen, sie kann gar nicht den Rhythmus finden, den sie aufgrund ihrer spielerischen Qualitäten hätte.

Es muss ein festes Gebilde da sein, das steht. Dann kann ich den einen oder anderen punktuell austauschen, aber dauernd rotieren bringt nichts.

Dadurch steht die Abwehr auch nicht. Man weiß ja gar nicht, wie man spielen soll.

Auch Luca Toni fängt schon an mit den Füßen zu scharren, in dem er sagt: "Ich bin fitter als Leute, die spielen dürfen."

Das ist schon die erste Kampfansage - Streitpotenzial ist also mit Sicherheit vorhanden.

Deswegen müsste sich van Gaal irgendwie entscheiden, um sagen zu können: "Das ist meine Mannschaft. Ihr sitzt auf der Bank und könnt euch durch gute Trainingsleistung wieder einbringen".

Aber dieses dauernde Hin und Her muss endgültig aufhören, damit Selbstvertrauen und eine gewisse Sicherheit in die Truppe kommt.

Felix Magath muss ich ein Kompliment aussprechen. Ich bin stolz auf ihn, dass er den Mut hat, auf Schalke solchen jungen Leuten das Vertrauen zu schenken.

Am Anfang dachte ich noch, er schickt die jungen Leute rein, weil er noch verlieren will, damit er nachher zeigen kann, wie gut seine Arbeit ist, wenn es nur nach oben geht.

Was den BVB angeht, die Mannschaft spielt nicht schlecht und hat im Verhältnis zur letzten Woche auch einen erheblichen Aufschwung verzeichnet.

Sie haben gut gespielt, haben gekämpft und sie waren diszipliniert, aber sie haben die Tore nicht gemacht.

Sie sollten die überflüssigen Stürmer von Bayern aufkaufen, aber dafür fehlen die finanziellen Mittel.

Nun kommt ein Riesenproblem auf die Dortmunder zu: Der Druck der Zuschauer wird sehr groß, so dass die Mannschaft einen Heimkomplex entwickeln wird - die Spieler haben Angst, auf dem eigenen Platz anzutreten.

Sie haben schon vor dem Spiel Angst vor der Mauer, die von ihnen etwas erwarten, was sie nicht erfüllen können.

Dadurch überziehen sie das Tempo, und wer das Tempo so hoch hält, wie es die Dortmunder machen, kommt irgendwann die Phase, wo man nachlässt - und dann schlägt der Gegner zu.

Euer Udo Lattek

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