Nach dem Debakel in Hoffenheim musste die Hertha die Reißleine ziehen. Aber auch für den Nachfolger wird es nicht einfach.

Die Lage war aussichtslos für Lucien Favre. Nach dem 1:5-Debakel in Hoffenheim musste die Vereinsführung die Reißleine ziehen.

Schlechtester Saisonstart seit 1991, nur drei Punkte aus sieben Spielen - schon allein wegen der nackten Zahlen standen die Verantwortlichen unter großem Handlungsdruck.

Aber das jämmerliche Bild, das die Mannschaft in Sinsheim abgab, ließ dem Vorstand keine andere Wahl mehr. Das Team, das sich in der Vorsaison noch für die Europa League qualifiziert hatte, wirkte blutleer, überfordert, teilweise nicht bundesligatauglich.

Es war offensichtlich, dass Favre die Mannschaft nicht mehr erreichte.

Der Schweizer beteuerte zwar, bis zum Schluss um seinen Job kämpfen zu wollen. Mehr als eine Panik-Aktion kam dabei aber nicht heraus.

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Via TV-Kameras attackierte Favres Assistent Harald Gämperle die Spieler, wollte sie bei der Ehre packen.

Aber letztlich machte das nur umso mehr deutlich, wie zerrüttet das Verhältnis zwischen Trainerteam und Mannschaft bereits war.

Die Vorstandsspitze inklusive Manager Michael Preetz musste handeln, um noch ein wenig Glaubwürdigkeit zu behalten.

Denn was das Krisenmanagement angeht, gab allen voran der Hoeneß-Nachfolger zuletzt keine gute Figur ab. Klare Statements ließ er weitgehend vermissen.

Im Nachhinein war es wohl auch ein Fehler, dem Trainer in Sachen Transferpolitik derartig großen Einfluss einzuräumen.

Denn die Defizite der Mannschaft sind nur allzu offensichtlich. Der Verlust der beiden Goalgetter aus der Vorsaison, Andrej Voronin und Marko Pantelic, wurde nicht kompensiert. Die Neuzugänge enttäuschten bislang vollends.

Der neue Mann auf der Trainerbank wird es nun schwer haben, die Mannschaft wieder aus dem Keller zu führen. Denn Favre hinterlässt eine völlig verunsicherte Mannschaft ohne Führungsspieler.

Für den inzwischen umstrittenen Kapitän Arne Friedrich scheint diese Aufgabe eine zu große Last zu sein.

Angesichts dieser Handicaps ist wohl nur jemand für diese schwere Aufgabe zu gewinnen, dem die Hertha am Herzen liegt.

Nicht von ungefähr kursieren bereits die Namen Jürgen Röber, Eyölfür Sverrisson und Falko Götz in der Hauptstadt.

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