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Raul Bobadilla (l.) erfüllte in Freiburg erneut nicht die Erwartungen © getty

Nach der vierten Pflichtspielniederlage in Folge steckt Gladbach mitten in der Krise. Freiburgs schöpft Selbstvertrauen.

Von Thorsten Mesch

Freiburg/München - Nur wenige Wochen ist es her, dass Borussia Mönchengladbach mit sieben Punkten aus vier Spielen einen repektablen Saisonstart hinlegte und den Fans des nach der Zitterpartie um den Klassenerhalt in der vergangenen Spielzeit Hoffnung auf eine bessere Zukunft machte.

Doch nach dem 0:3 (0:0) am Sonntag beim Aufsteiger SC Freiburg und der vierten Pflichtspielniederlage in nur 15 Tagen befindet sich der fünfmalige deutsche Meister auf Talfahrt.

Eberl erwartet eine Reaktion

"Das ist nicht die Borussia aus den ersten Spielen", sagte Sportdirektor Max Eberl, der mit sichtlichem Bemühen das Wort "Krise" vermied:

"Wir haben eine Situation, die wir nicht wollten."

Dann verfiel Eberl allerdings doch in Krisenrhetorik. "Ich erwarte jetzt von der Mannschaft, dass sie im Training hart arbeitet, bei der Analyse der Fehler zuhört und die entsprechenden Punkte umsetzt", ergänzte der Ex-Profi und betonte:

"Wir müssen schleunigst aus diesen Niederlagen lernen und Ruhe bewahren, und das werden wir auch."

Frontzeck restlos bedient

Nach der erneuten Pleite war auch Michael Frontzeck restlos bedient. "Das war unser schlechtestes Spiel in dieser Saison", sagte der Gladbacher Trainer.

Nach den Heimniederlagen gegen Hoffenheim (2:4) und im DFB-Pokal gegen Duisburg (0:1) hatten sich die "Fohlen" viel vorgenommen.

Doch daraus wurde nichts. Im Gegenteil: Die Borussia schlitterte durch die Niederlage im Breisgau in eine handfeste Krise.

Als Zwölfter mit sieben Punkten beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz nur noch zwei Zähler. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir haben jetzt innerhalb einer Woche drei Spiele verloren. Damit dürfen wir uns aber gar nicht lange befassen und müssen schnell aufstehen", betonte Frontzeck:

"Wir müssen alles dafür tun, dass wir gegen Dortmund den Trend wieder umdrehen."

Gegen Dortmund fast schon ein Endspiel

Am Samstag (ab 18.15 Uhr LIVE) kommt der noch einen Punkt und drei Plätze schlechter dastehende BVB zum Duell der beiden Borussias an den Niederrhein.

"Ich möchte nach sieben Spieltagen noch nicht von einem Endspiel reden. Aber das wird sicherlich für beide Klubs eine richtungweisende Partie", sagte Frontzeck.

Torchancen Mangelware

In Freiburg trotteten die Spieler nach dem Abpfiff geknickt in die Kabine - nur drei Profis bedankten sich noch bei den mitgereisten treuen Fans.

Tobias Levels hatte den Hauptgrund für die Misere erkannt. "Wir können keine Chancen herausspielen", sagte der Kapitän.

"Das müssen wir nun schleunigst abstellen. Wir sollten endlich wieder mit Spaß und Selbstvertrauen Fußball spielen."

Frontzeck hatte die Mannschaft gegenüber dem Duisburg-Spiel auf drei Positionen in der Startformation umgebaut, doch auch diese Maßnahme brachte nicht den erhofften Erfolg.

"Es war eine sehr ärgerlichen Niederlage", sagte der ehemalige Freiburger Karim Matmour.

Haarsträubende Abwehrfehler

Die Offensive um die zu Saisonbeginn umjubelten Neuzugänge Raul Bobadilla und Juan Arango brachte die Freiburger nur in einer kurzen Drangphase nach dem ersten Gegentor in Bedrängnis.

Das Mittelfeld verlor zu viele Zweikämpfe und in der Abwehr produzierten die Gladbacher Spieler vor den Gegentreffern teilweise haarsträubende Fehler.

"Bei den letzten Niederlagen gab es immer etwas Positives, diesmal habe ich nichts Positives gesehen", stellte Frontzeck fest.

Freiburg schafft Wiedergutmachung

Im Gegensatz zu den Gladbachern schafften die Freiburger nach der Pokal-Blamage beim Zweitligisten FC Augsburg (0:1) am Mittwoch die Wiedergutmachung.

"Diese Leistung muss man sehr hoch einstufen. Der Druck war so groß, dass das Tor irgendwann einfach fallen musste", sagte Trainer Robin Dutt, der nach dem 4:0 in Berlin einen weiteren Erfolg feiern konnte.

Beim ersten Bundesliga-Heimsieg seit dem 29. Januar 2005 trafen der ehemalige Gladbacher Mohamadou Idrissou (54.), Yacine Abdessadki (72.) und Julian Schuster (80.).

"Der Blick auf die Tabelle stimmt mich positiv und gibt uns Selbstvertrauen für die zukünftigen Aufgaben", erklärte Dutt.

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