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Roman Weidenfeller bestritt bislang 166 Bundesligaspiele für den BVB © getty

Der Torwart wird in einem Restaurant von Schlägern attackiert. Kapitän Kehl fällt lange aus. Trainer Klopp sitzt bis 2012 fest im Sattel.

Von Martin van de Flierdt

München - Es läuft ohnehin schon nicht rund bei Borussia Dortmund.

Nur ein Sieg in den ersten sieben Ligaspielen. Platz 15 in der Tabelle, der schlechteste Saisonstart seit 24 Jahren. (DATENCENTER: Der 7. Spieltag)

Und dann auch noch die 0:1-Heimpleite gegen den ewigen Rivalen Schalke 04 in der eigenen Arena samt unerfreulichem Nachspiel verbunden mit den Namen Kevin Großkreutz und Manuel Neuer. 70433(Die Bilder)

Als wäre das alles nicht schon unschön genug, gab es für BVB-Torhüter Roman Weidenfeller am Dienstagabend noch eins oben drauf - und zwar nicht nur sprichwörtich.

Attacke von fünf Schlägern

Beim privaten Abendesen mit einem Freund wurde er in dem italienischen Restaurant "Vapiano" am Dortmunder Hansaplatz von fünf Schlägern attackiert.

"Da kommen fünf Typen rein, gehen an unseren Tisch und sagen nur 'Aufstehen!'", schilderte der 29-Jährige der "WAZ" die unliebsame Begegnung.

"Mein Kumpel und ich haben nur gestaunt, sind sitzengeblieben, und plötzlich haben die angefangen, auf uns einzuprügeln. Und das waren keine Ohrfeigen, das ging gleich volles Rohr drauf."

Ohne Vorwarnung.

"Das war wie wilder Westen"

"So etwas habe ich in meinen 29 Jahren noch nicht erlebt. Mitten in Dortmund, mitten in einem Restaurant", äußerte Weidenfeller, der darob "entsetzt und schockiert" war.

"Das war wie wilder Westen. So unglaublich brutal."

Während der Torhüter den Schlägen der Angreifer "dank meiner guten Reflexe" weitestgehend ausweichen konnte, erwischte es seinen Freund durchaus heftig.

"Er hat ein dickes Horn am Kopf, Prellungen, Schürfwunden und eine Platzwunde", berichtete Weidenfeller.

Das Krankenhaus, in das sich die beiden Männer nach dem Überfall sicherheitshalber begeben hatten, konnten sie allerdings noch am Abend wieder verlassen.

Zwei der Täter, bestätigte Polizeisprecher Wolfgang Wiegand am Mittwochmorgen, seien kurz nach der Attacke festgenommen worden.

Zorc verlangt Steigerung

Den verglichen damit weniger wichtigen Ernst der sportlichen Lage versuchte unterdessen BVB-Sportdirektor Michael Zorc den Dortmunder Spielern zu vermitteln.

"In einigen Spielen - damit meine ich nicht das gegen Schalke - hat die Mannschaft zu wenig investiert und zu wenig Leidenschaft gezeigt", sagte er der "Sport Bild".

"Viele Leistungsträger laufen ihrer Form hinterher. Ich erwarte in den nächsten Wochen, dass gerade sie mehr Verantwortung übernehmen."

Die sportliche Leitung werde "ganz genau hinsehen, wie der Einzelne mit der Situation umgeht".

Kehl fehlt weitere sechs Wochen

Erschwert wird die Lage der Borussia durch den weiteren Ausfall von Sebastian Kehl. Der Kapitän kann wegen seiner Adduktoren-Sehnenentzündung auch in den nächsten sechs Wochen nicht ins Training einsteigen.

"Kehl ist für uns als Leader nicht ersetzbar", stöhnte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in der "Bild".

"Erst recht nicht in einer Situation wie jetzt, in der andere erfahrene Spieler im kollektiven Leistungsloch stecken."

Dortmund wird eine Lösung finden müssen.

Mit Klopp bis 2012

Zunächst verlegte Trainer Jürgen Klopp schon einmal das Nachmittagstraining der nächsten Tage auf 18.30 Uhr, weil um diese Zeit am Samstag die Begegnung mit der Mönchengladbacher Namensschwester angepfiffen wird.

Der Coach selbst wäre auch bei einer weiteren Niederlage vereinsintern über jeden Zweifel erhaben.

"Klopp wird seinen Vertrag bis 2012 bei uns erfüllen", stellte Watzke klar. "Ich gebe ihm eine 100-prozentige Job-Garantie. Da können Sie mich beim Wort nehmen."

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