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Patrick Helmes (r.) erzielte gegen Hannover 96 gleich drei Treffer © getty

Ein "Dreierpack" von Shooting-Star Helmes ist das Sahnehäubchen eines eindrucksvollen Sieges von Leverkusen über Hannover.

Leverkusen - Ein überragender Patrick Helmes hat Bayer Leverkusen auf Platz zwei der Bundesliga geschossen.

Der Nationalspieler war beim hochverdienten 4:0 (2:0)-Erfolg gegen Hannover 96 zum Auftakt des fünften Spieltages mit drei Toren der Mann des Abends.

Die Bayer-Elf liegt nach dem dritten Saisonsieg mit neun Punkten direkt hinter Spitzenreiter Hamburger SV (10).

Die Niedersachsen enttäuschten dagegen auf ganzer Linie und finden sich vorerst mit vier Zählern auf dem 13. Tabellenplatz wieder.

Nationalspieler Simon Rolfes eröffnete in der fünften Minute den Torreigen, bevor Helmes mit seinen Saisontoren Nummer vier bis sechs (19., 59. und 66.) vor 22.000 Zuschauern in der BayArena seinen Gala-Auftritt hatte.

"Es ist sehr schwierig, heute etwas Negatives zu finden", freute sich Bayer-Trainer Labbadia: "Wir sind das Spiel so angegangen, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir haben sehr gut kombiniert, und die Mannschaft hat als Ganzes extrem gut funktioniert."

Helmes verlängert

An dem 24-Jährigen dürften die Bayer-Fans noch lange Freude haben. Der Stürmer verlängerte seinen Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr bis 2013, wie Bayer-Sportchef Rudi Völler verkündete.

"Ich kann nur so gut spielen, wie man mir die Dinger vorbereitet", sagte Matchwinner Helmes: "Hier entsteht etwas Großes, auf andere Vereine schaue ich gar nicht. Man sieht einfach, dass wir guten Fußball spielen. Wir werden in Zukunft noch viel Erfolg haben."

Blindes Verständnis

Wie wohl sich der Neuzugang vom 1. FC Köln in Leverkusen fühlt, zeigte er auf dem Platz. Helmes verstand sich mit seinen Nebenleuten quasi blind, die Leverkusener Angriffsabteilung lief auf Hochtouren.

So konnte einem Nationaltorhüter Robert Enke schon leidtun. Auf den Schlussmann rollte ein Angriff nach dem anderen zu. Seine Vorderleute waren restlos überfordert und lieferten eine erschreckend schwache Vorstellung ab.

"Was wir heute geboten haben, war ein Offenbarungseid. Das einzig Positive war, dass wir nicht zweistellig verloren haben", schimpfte 96-Kapitän Enke: "Das ist zu wenig für die Bundesliga."

Enke kritisiert Schlaudraff

Bereits in der dritten Minute wurde Enke durch den Brasilianer Renato zur ersten Parade gezwungen, zwei Minuten später war es dann passiert: Nach einem Doppelpass mit Helmes war Rolfes zur Stelle.

Dem Tor ging ein Ballverlust durch Jan Schlaudraff vorraus, der Enke besonders ärgerte.

"Natürlich muss er sich an die Nase fassen. Er hat viel Lob bekommen und ein gutes Spiel gemacht und dann verliert er so den Ball in der Vorwärtsbewegung, wo wir keine Ordnung haben", ärgerte sich der Keeper: "So verliert man nach fünf Minuten das Spiel. Das geht nicht."

Nachdem Helmes schnell auf 2:0 erhöht hatte, hätten Gonzalo Castro mit einem Lattenschuss (22.), Rolfes (23.), Stefan Kießling (34.) und Tranquillo Barnetta (45.) die Führung bis zur Pause noch deutlich höher schrauben können.

Keine Reaktion von Hannover

Wer gedacht hatte, Hannover würde nach dem Seitenwechsel eine Reaktion zeigen, sah sich getäuscht. Die Elf von Trainer Dieter Hecking kam kaum über die Mittellinie, stattdessen gab es weiter Einbahnstraßenfußball Richtung 96-Tor.

So hätte Barnetta bereits drei Minuten nach dem Wiederanpfiff auf 3:0 erhöhen können, traf aber nur die Latte. Für die überfälligen weiteren Treffer sorgte dann Helmes.

Enke unter Dauerbeschuss

Während Enke weiter unter Dauerbeschuss stand war sein DFB-Dauerrivale auf der Gegenseite Rene Adler quasi arbeitslos.

"Natürlich ist das eine Niederlage, die schmerzt. Wir waren kein gleichwertiger Gegner, auch wegen der personellen Situation, die sich am Spieltag noch dramatisch verschärft hat", konnte 96-Trainer Dieter Hecking dem Spiel wenig Positives abgewinnen.

Schlaudraff schwerer verletzt?

Und das Lazarett der Niedersachsen scheint sich noch vergrößert zu haben. "Bei Jan Schlaudraff sieht es nach einem Außenmeniskusschaden aus", erklärte Hecking.

Bei den Gastgebern verdienten sich neben Helmes noch Rolfes und Barnetta Bestnoten. Im Team der 96er erreichte allenfalls Enke Normalform.

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