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Michael Skibbe trainerte vor der Eintracht Galatasaray Istanbul © getty

Im Interview spricht Michael Skibbe über seinen Start in Frankfurt, die Arbeit mit der Eintracht und die Rückkehr nach Schalke.

Von Mathias Frohnapfel

München - Für Michael Skibbe ist Gelsenkirchen mehr als nur eine Stadt im Ruhrpott.

Denn der Eintracht-Coach stammt aus dieser Fußball-Hochburg, bestritt für Schalke 04 sogar 14 Spiele in der Bundesliga.

Nun geht es aber gegen den Heimatverein, Eintracht Frankfurt läutet beim Gastspiel auf Schalke den achten Spieltag ein (ab 20 Uhr LIVE).

Während auf Schalke erneut die Finanzmisere das Thema beherrscht, liegt Frankfurt im Soll - auch sportlich.

Zwar setzte es vergangene Woche eine 0:3-Pleite gegen Stuttgart, dies soll jedoch nur ein Ausrutscher gewesen sein. (DATENCENTER: 8. Spieltag)

Im Sport1.de-Interview spricht Skibbe über seinen Start in Frankfurt, die Arbeit mit der Eintracht und die emotionale Rückkehr nach Schalke.

Sport1.de: Herr Skibbe, Sie kommen aus Gelsenkirchen, was bedeutet es Ihnen, mit Frankfurt auf Schalke zu spielen?

Michael Skibbe: Gelsenkirchen ist meine Heimatstadt und ich war auch einige Jahre bei Schalke - als Jugendspieler, Profi und Jugendtrainer. Dementsprechend habe ich eine enge Beziehung zum Klub und freue mich sehr auf das Spiel. Und ich würde mich noch mehr freuen, wenn es uns gelingt, da Punkte mitzunehmen.

Sport1.de: Haben Sie eigentlich Sorge, dass in Ihrem Team nach der 0:3-Niederlage gegen Stuttgart die Stimmung einknickt?

Skibbe: Da habe ich keine Angst. Es war uns allen klar, dass wir mal ein Spiel verlieren würden. Trotzdem wollen wir versuchen, Aufbruchstimmung bei der Eintracht zu erzeugen, um mutig in der Zukunft zu schauen.

Sport1.de: Hatte die Mannschaft gegen den VfB einen schwarzen Tag erwischt?

Skibbe: Ja, es war ein schwarzer Tag, aber die Stuttgarter waren auch besser. Und wir haben unter Form gespielt.

Sport1.de: Wie ist Ihnen eigentlich gelungen mit der Eintracht so gut in die Saison zu starten und sich ein erstes Punktepolster aufzubauen?

Skibbe: Das lag vor allem daran, dass ein Großteil der Stammspieler gesund und einsatzfähig war. Wir konnten uns daher entsprechend gut auf die Saison einstellen.

Sport1.de: Nach drei Monaten in Frankfurt: Was ist Ihnen bislang aufgefallen?

Skibbe: Vor allem, dass die Eintracht-Fans sich nach guten Zeiten und gutem Fußball sehnen. Das ist sehr ausgeprägt in Frankfurt. In den letzten zehn Jahren hat man sich ja eher im zweiten Teil der Tabelle bewegt, wenn man nicht gerade in der Zweiten Liga war. Es gibt also einen Hunger auf guten Fußball.

Sport1.de: Die Stimmung im Umfeld ist gut. Da fällt die Arbeit noch mal leichter, oder?

Skibbe: Natürlich macht es Spaß. Ich fühle mich sehr wohl in Frankfurt - sportlich und persönlich. Der Auftakt war gut. Und wir haben jetzt ein gutes Pokallos gezogen mit dem FC Bayern. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine gute Saison spielen und unsere Ziele erreichen.

Sport1.de: Die Schalker wirken seit dem Dienstantritt von Felix Magath etwas entschlossener und erzielen oft die Resultate, die sie brauchen. Teilen Sie diesen Eindruck?

Skibbe: Das ist schwer zu sagen. Ich habe von Schalke in dieser Saison schon sehr gute Spiele gesehen, aber auch schlechtere. Mir steht es auch gar nicht zu aus diesem Blickwinkel etwas über Schalke zu sagen. Ich würde mir Ähnliches auch nicht von anderen Trainerkollegen wünschen.

Sport1.de: Ist es für die Eintracht womöglich sogar ein Vorteil auswärts anzutreten?

Skibbe: Zumindest haben wir auswärts bisher mehr Punkte geholt. Wir haben aber auch im Pokal zu Hause gewonnen, hätten auch gegen Dortmund gewinnen müssen. Die Spiele in der Bundesliga sind einfach sehr eng - egal, ob auswärts oder zu Hause.

Sport1.de: Wird die Eintracht zuerst auf die Sicherung des eigenen Tors achten?

Skibbe: Wir haben ja nicht die gleichen Voraussetzungen wie in den Wochen zuvor, weil wir unsere etatmäßige Innenverteidigung ersetzen müssen. Alexander Vasoski hat einen Rippenbruch, Russ ist rot gesperrt. Aber wir werden versuchen defensiv gut zu stehen und nach vorne gut zu spielen und zu kontern.

Sport1.de: Wie wichtig ist es, dass Ioannis Amanatidis in die Mannschaft zurückkehrt?

Skibbe: Sehr wichtig. Das haben wir in den letzten beiden Spielen gesehen, dass er nicht gleichwertig zu ersetzen ist. Er hat am Mittwoch das erste Mal komplett trainiert, das war auch in Ordnung. Ich wäre natürlich sehr zufrieden, wenn er gegen Schalke spielen kann, weil er einer unserer Top-Spieler im Offensivbereich ist.

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