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Gerald Asamoah (r.) und Rafinha bejubeln den Führungstreffer der Schalker © getty

Gegen Frankfurt ist es Joker Asamoah, der die Führung für Schalke nach einem Freistoß einköpft. Farfan macht alles klar

Gelsenkirchen - Schalke 04 hat dank Joker Gerald Asamoah seinen Heimkomplex überwunden.

Der eingewechselte Ex-Nationalspieler sorgte beim 2:0 (0:0)-Sieg gegen Eintracht Frankfurt per Kopf für die Führung (66.) und holte den von Jefferson Farfan verwandelten Foulelfmeter heraus (90.+2).

Für die Königsblauen, mit zehn Punkten zweitbestes Auswärtsteam der Liga, war es erst der zweite Dreier in den letzten sieben Heimspielen - bei fünf Niederlagen.

Während die Mannschaft von Trainer Felix Magath zumindest vorübergehend auf den dritten Tabellenplatz kletterte, rutschten die Hessen nach der zweiten Saisonniederlage weiter ins Mittelfeld ab.

"In der ersten Halbzeit waren wir nicht aggressiv genug und haben zu wenig getan. Das ist in der zweiten Halbzeit besser geworden", erklärte Magath: "Dadurch haben wir die Tore dann erzwungen."

Sein Gegenüber Michael Skibbe konnte der Niederlage zumindest noch Positives abgewinnen: "Wir haben das Spiel über weite Strecken gut kontrolliert und die Schalker wenig zur Entfaltung kommen lassen. Deshalb bin ich mit der Leistung der Mannschaft gar nicht so unzufrieden."

Asamoah trifft am Vorabend seines Geburtstages

Asamoah, der am Samstag seinen 31. Geburtstag feiert, traf vor 61.673 Zuschauern in der ausverkaufen Arena acht Minuten nach seiner Einwechselung per Kopf.

Die Flanke hatte der 20-jährige Lukas Schmitz hereingeschlagen.

Teber sieht als Erster die fünfte Gelbe

Die Eintracht beendete die Partie in Unterzahl, nachdem Pirmin Schwegler wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah (85.).

Auch Selim Teber wird im nächsten Spiel am 17. Oktober gegen Hannover 96 fehlen: Er sah als erster Bundesliga-Spieler in dieser Saison die fünfte Gelbe Karte.

"Mit dem Kopf hab ich ihn nicht erwischt, das war die Schulter", gab Asamoah zu: "Wichtig war aber nur, dass er reingegangen ist. Das ist super Gefühl, denn ich habe lange nicht mehr getroffen."

"Die Niederlage ist ärgerlich. Heute war mehr drin gewesen", sagte Abwehrspieler Maik Franz: "Wir haben ein richtig gutes Spiel abgeliefert und waren spielerisch fast die bessere Mannschaft. Aber diese Niederlage wirft uns nicht um, im Gegenteil."

Schalker mit junger Truppe

Magath setzte erneut auf die Jugend: Wie schon beim 1:0-Triumph im Revierderby bei Borussia Dortmund am vergangenen Samstag standen beim Anpfiff fünf Spieler mit 21 Jahren oder jünger auf dem Platz, der Altersdurchschnitt betrug 23,1 Jahre.

Einzige Veränderung gegenüber dem Derbysieg: Kevin Kuranyi kehrte nach auskurierter Grippe ins Team zurück und stürmte für Halil Altintop neben Farfan.

Eintracht ohne Stamminnenverteidiger

Der ehemalige Schalker Spieler und heutige Eintracht-Coach Michael Skibbe konnte wieder auf Verteidiger Patrick Ochs nach dessen Rotsperre und Stürmer Ioannis Amanatidis nach ausgestandener Wadenverletzung zurückgreifen.

Dagegen fehlten die Abwehrspieler Alexander Vasoski (Rippenbruch) und Marco Russ (Rotsperre).

Beide Mannschaften neutralisierten sich zunächst gegenseitig.

Frankfurt im Strafraum harmlos

Die Hessen boten zwar einige sehenswerte Kombinationen, doch vor dem Schalker Strafraum war Schluss. Die Königsblauen, die sich zu Beginn mit vielen Stockfehlern das Leben selbst schwer machten, kamen nach 20 Minuten besser ins Spiel.

Einen 20-Meter-Schuss von Heiko Westermann lenkte Eintracht-Torwart Oka Nikolov zur Ecke (21.). Nach einem Kopfball von Marcelo Bordon rettete der Frankfurter Markus Steinhöfer auf der Linie (22.).

Doch danach verflachte die Partie wieder deutlich.

Nikolov muss zur Pause raus

Zur Pause blieb Nikolov mit einer Knieverletzung in der Kabine, für ihn kam Jan Zimmermann.

Die Nummer vier im Eintracht-Tor hinter den verletzten Ralf Fährmann und Markus Pröll hatte gleich Schwierigkeiten bei einem Schuss von Farfan (52.).

"Wir kontrollieren das Spiel, aber wir investieren zu wenig nach vorne", kritisierte Magath zur Pause, und seine junge Mannschaft nahm sich die Trainer-Worte zu Herzen.

Asamoah mit erstem Tor in diesem Jahr

Das Spiel wurde deutlich unterhaltsamer, auch weil Frankfurt nach dem Rückstand seine Offensivbemühungen verstärkte. Asamoah erlöste schließlich mit seinem ersten Bundesliga-Tor seit dem 14. Dezember 2008 die Schalker Fans.

Drei Minuten vor dem Ende traf der Ex-Nationalspieler in einer nahezu ähnlichen Situation erneut, hatte dabei den Ball aber mit der Hand über die Linie geschlagen und sah zurecht die Gelbe Karte.

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