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Nationalstürmer Mario Gomez erzielte das zweite Tor aus abseitsverdächtiger Position © imago

Zum neunten Mal in Folge schlägt der VfB im schwäbisch-badischen Derby die Karlsruher. Der KSC rutscht weiter in der Tabelle ab.

Stuttgart - Der VfB Stuttgart hat den Anschluss an die Spitzenplätze der Bundesliga geschafft und den ungeliebten Nachbarn Karlsruher SC in die Krise gestürzt.

Die Mannschaft von Trainer Armin Veh setzte sich im schwachen 43. schwäbisch-badischen Derby 3:1 (1:1) durch und feierte dabei den neunten Sieg in Folge gegen den KSC.

Karlsruhe wartet nun seit 43 Jahren auf einen Erfolg am Neckar und befindet sich nach der dritten Pleite in Serie schon nach fünf Spieltagen mitten im Abstiegskampf.

Sebastian Freis brachte die Gäste mit seinem zweiten Saisontor schon nach acht Minuten in Führung. Stuttgarts U-21-Nationalspieler Sami Khedira erzielte noch vor der Pause den Ausgleich (22.).

Nationalstürmer Mario Gomez, der schon unter der Woche mit einem Doppelpack den 2:1-Erfolg im UEFA-Cup bei Cherno More Warna fast im Alleingang besorgte, leitete den dritten Stuttgarter Saisonsieg in dieser Spielzeit mit seinem Treffer ein (68.) und erzielte sein neuntes Pflichtspieltor.

Der Rumäne Marica sorgte dann für die Entscheidung (87.).

Vor 55.000 Zuschauern in der ausverkauften Stuttgarter Arena fanden die Hausherren nur sehr mühsam ins Spiel. Die Gäste wirkten wacher, aggressiver und spritziger.

Delpierre fällt kurzfristig aus

Über den agilen Ex-Stuttgarter Antonio da Silva im KSC-Mittelfeld lief sehr viel, zudem ließ die bisweilen unsortierte VfB-Defensive, die kurzfristig ohne Matthieu Delpierre auskommen musste, den gefährlichen Freis zu oft laufen.

Während da Silva geschickt die Fäden zog, fehlte Stuttgart ein ordnender Regisseur. Jan Simak war es erneut nicht, Kapitän Thomas Hitzlsperger überzeugte zwar kämpferisch, blieb spielerisch jedoch blass. Allerdings glänzte er mit zwei Torvorlagen.

Kein heißes Duell zwischen Franz und Gomez

Das mit Spannung erwartete Duell zwischen KSC-Verteidiger Maik Franz und Gomez fand indes nur selten statt, weil sich meist Tim Sebastian um den Nationalstürmer kümmerte.

Ein Check von Gomez zu Beginn und ein mit Gelb geahndetes Foul von Franz (57.) war alles.

Freis verwandelt erste Torchance

Karlsruhe kam gleich mit seiner ersten Chance zum Torerfolg, als Freis nach einer wunderbaren Flanke von Alexander Iaschwili völlig frei zum Kopfball kam und aus sieben Metern vollstreckte.

Die Hausherren brauchten sehr lange, bis sie sich zu einer Reaktion aufrafften - diese fiel dann aber sehr effektiv aus: Gomez war auf links ausgewichen und flankte Khedira auf den Kopf - 1:1.

Miller spielt stark

Der Gast blieb gleichwohl spielbestimmend. Weil jedoch der letzte Pass ausblieb, blieben auch gute Chancen Mangelware. Der VfB hätte durch Simak noch vor der Pause in Führung gehen können, doch der Tscheche scheiterte am glänzend reagierenden KSC-Torwart Markus Miller.

Simak blieb nach dem Seitenwechsel zurecht in der Kabine, für ihn kam Nationalspieler Roberto Hilbert.

Veh tobt an der Linie

Am fahrigen Stuttgarter Spielaufbau änderte das jedoch nichts. Trainer Veh tobte deshalb immer wieder an der Seitenlinie auf und ab - allein: es half wenig.

Immerhin erarbeitete sich der VfB ein kleines Übergewicht, weil sich Karlsruhe mit zunehmender Spieldauer immer weiter zurückzog. Diese Angsthasen-Taktik rächte sich in der 68. Minute: Hitzlsperger sah Gomez aus abseitsverdächtiger Position durchstarten und passte sehenswert, Gomez schloss ohne Mühe ab.

Marica war nach einem Alleingang erfolgreich.

Stuttgart hatte in Hitzlsperger und dem nimmermüden Gomez seine besten Spieler. Beim nach dem Seitenwechsel abbauenden KSC überzeugten vor allem da Silva und Freis.

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