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Hertha BSC ist für Friedhelm Funkel (l.) die sechste Station als Bundesligacoach © getty

Die Berliner setzen auf den Routinier als Nachfolger von Lucien Favre. Schon gegen den Hamburger SV wird er auf der Bank sitzen.

Berlin - Erfahrung statt Experimente: Routinier Friedhelm Funkel soll Hertha BSC Berlin nach der Talfahrt unter Stratege Lucien Favre wieder das Siegen beibringen.

Der 55-Jährige erhält beim Hauptstadt-Klub einen Einjahresvertrag, der sich im Falle des Klassenerhaltes um ein weiteres Jahr verlängert.

Am Sonntag sitzt der Coach gegen den Hamburger SV (ab 17 Uhr LIVE) bereits auf der Bank.

"Friedhelm Funkel ist ein Kind der Bundesliga, er war lange Jahre Spieler und hat 18 Jahre Erfahrung als Trainer", sagte Manager Michael Preetz über seinen Wunschtrainer.

"Überzeugt, mit ihm den Turnaround zu schaffen"

Nach der Entlassung von Favre am Montag hatte sich der Hertha-Manager intensiv um Funkel bemüht:

"Wir sind davon überzeugt, dass wir mit ihm den Turnaround schaffen", so Preetz.

Funkel lobte seinen neuen Arbeitgeber in höchsten Tönen.

"Als der Micha mich angerufen hat, habe ich eine Gänsehaut bekommen. Hertha ist vom Namen und von der Tradition einer der größten Klubs in Deutschland", sagte er.

Co-Trainer wird Christoph John, der in den letzten Jahren in unterschiedlichen Funktionen beim 1. FC Köln arbeitete.

Erstes Training am Samstag

Vor der Partie am Sonntag gegen den Tabellenführer wollte Funkel möglichst viele Einzelgespräche mit den Spielern führen. Am Samstagnachmittag leitete er erstmals das Training.

"Wir müssen uns Stück für Stück aus dem Tabellenkeller arbeiten und versuchen, eine Einheit zu bilden", sagte Funkel bei seiner Vorstellung in Berlin am Tag der deutschen Einheit.

Keine Angst hat der Routinier vor der Berliner Presse, mit der in der Vergangenheit einige seiner Vorgänger Probleme hatten.

"Ich habe schon in anderen Städten gearbeitet, in denen es acht oder neun Zeitungen gab", meinte der ehemalige Profi mit Hinblick auf Stationen in Köln oder Frankfurt.

Tolle Erlebnisse in Berlin

Auf die Stadt Berlin freue er sich besonders. Dort habe er im Pokalfinale tolle Erlebnisse gehabt. 1985 feierte er mit Bayer Uerdingen beim 2:1-Pokalfinalsieg über Bayern München seinen größten Triumph als Spieler.

Mit dem MSV Duisburg und Eintracht Frankfurt stand er jeweils als Trainer im Finale.

Aus Sicht von Hertha sprach für Funkel vor allem dessen enorme Erfahrung. Der gebürtige Neusser brachte es als Trainer auf 320 Bundesliga-Spiele und coachte seit 1991 16 Jahre lang Uerdingen, Duisburg, Hansa Rostock, Köln und Frankfurt im Profi-Fußball.

Insgesamt hat Funkel als Spieler und Trainer über 1000 Einsätze in der ersten und zweiten Liga bestritten.

Hitzfeld kritisiert Favre-Rauswurf

Favre indes will sich nach seinem Rauswurf am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Berlin erstmals äußern.

Dem Schweizer war die Negativserie von und der Absturz auf Platz 18 zum Verhängnis geworden.

Unterstützung bekam Favre allerdings von Ottmar Hitzfeld.

"Ich habe wenig Verständnis für die Entscheidung, den Trainer so früh in der Saison zu wechseln", sagte der Schweizer Nationaltrainer der Zeitung "Blick".

Das Einzige, was man Favre vorwerfen könne, sei, dass er letzte Spielzeit soviel Erfolg hatte: "Er ist das Opfer seines eigenen Erfolges."

In der vergangenen Saison hatte Favre den Hauptstadt-Klub noch auf Rang vier geführt, in dieser Spielzeit war der Verein sechs Niederlagen in Folge auf Platz 18 abgerutscht.

"Er hat in Berlin Sensationelles geleistet und die Messlatte mit Platz vier hoch gelegt. Zu hoch für die Hertha. Das wurde ihm nun zum Verhängnis", meinte Ex-Bayern-Coach Hitzfeld.

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