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Gerald Asamoah wechselte 1999 von Hannover zu Schalke © getty

Der bei Schalke eigentlich schon aussortierte Ex-Nationalspieler wird nach seinem Tor gegen Eintracht Frankfurt gefeiert.

Gelsenkirchen - Zwei Stunden vor seinem 31. Geburtstag hatte Gerald Asamoah sein Lachen wiedergefunden.

Eigentlich schon aussortiert, half ausgerechnet der dienstälteste Schalker den neuen "jungen Wilden" von Trainer Felix Magath aus der Patsche.

"Ich habe ständig gelesen, dass ich verkauft werden sollte. Das war nicht einfach für mich. Umso mehr freue ich mich jetzt", sagte der Ex-Nationalspieler nach seinem wegbereitenden Tor zum 2:0 (0: 0)-Sieg von Schalke 04 gegen Eintracht Frankfurt und strahlte wieder über das ganze Gesicht.

Erster Treffer im Jahr 2009

Sein erstes Bundesliga-Tor seit dem 14. Dezember 2008, halb mit dem Kopf, halb mit der Schulter erzielt, hatte die Zeit der Zweifel und Enttäuschungen beendet.

Asamoah, noch im Sommer vom neuen Sportchef Magath neben den Fehleinkäufen Albert Streit und Carlos Grossmüller zum Verkauf freigegeben, hatte seinen Wert für die stark verjüngte Schalker Mannschaft noch einmal bewiesen.

"Ich habe immer an mich geglaubt und an mir gearbeitet", beteuerte der WM-Dritte von 2006, der zu Saisonbeginn noch auf der Tribüne gesessen hatte.

Asamoah selbst überrascht

In den vergangenen Wochen jedoch hatte Magath den alten Kämpfer für seine extrem junge Mannschaft wiederentdeckt. Beim 2:1 in Köln vor drei Wochen stand der bullige Stürmer plötzlich in der Anfangsformation und war selbst verblüfft:

"Der Trainer ist halt immer für eine Überraschung gut." Gegen Frankfurt musste Asamoah zunächst von der Ersatzbank zusehen, wie seine im Schnitt nur 23,2 Jahre alten Kollegen erfolglos gegen ihren Heimkomplex ankämpften.

Dann, genau zweieinviertel Stunden vor seinem Geburtstag, durfte der dienstälteste Schalker ran - und brauchte nur acht Minuten, um nach zuletzt fünf Niederlagen in sechs Heimspielen "das aufkommende Gerede von der Heimangst" (Magath) verstummen zu lassen.

Dass Jefferson Farfan in der Nachspielzeit mit einem verwandelten Foulelfmeter gegen die nach Gelb-Rot gegen Pirmin Schwegler (85.) dezimierte Eintracht das 2:0 erzielte, war fast nebensächlich.

"Im Training habe ich die Bälle noch versiebt"

Denn der Abend gehörte Asamoah. Mal ernst, als er die Kündigungen für langjährige Schalker Mitarbeiter in der vergangenen Woche kommentierte ("Ich bin schon lange hier und kenne die Leute, das tut weh"), meist aber ansteckend lachend über sich und andere - "Asa" war wieder ganz der Alte.

"Gestern im Training habe ich noch die Bälle reihenweise versiebt", erzählte er: "Da hat der Trainer schon gesagt: Wie kann der Typ mal gegen die Bayern ein Kopfballtor gemacht haben?" Hatte er, am 16. Oktober 2004 beim Schalker 1:0 in München, als der Bayern-Trainer Magath hieß.

Der 56-jährige, der nun Schalke aus der Krise führen soll, legt bei den Königsblauen sein Erfolgsrezept aus Stuttgarter Zeiten wieder auf. Das Team mit fünf Spielern mit 21 Jahren und jünger erinnerte auch Kevin Kuranyi an den VfB.

Magath sieht Parallelen zum VfB

"Wir haben hier gute Talente, viele junge Spieler - das kann man schon mit Stuttgart vergleichen", sagte der mit 27 Jahren Zweitälteste in der Startelf, der bei den Schwaben einst selbst zu den "jungen Wilden" um Philipp Lahm, Andreas Hinkel und Timo Hildebrand gezählt hatte:

"Dazu gehört ein Trainer, der sich traut, sie spielen zu lassen. Das macht seine Qualität aus."

Richtig getraut hatte sich die Eintracht des Ex-Schalkers Michael Skibbe dagegen nicht.

Ein einziger, zudem auch noch harmloser Schuss kam in 90 Minuten auf das Tor von Nationaltorwart Manuel Neuer, der seit 279 Pflichtspielminuten ohne Gegentreffer ist.

Skibbe nicht unzufrieden

Dennoch war Schalke-Mitglied Skibbe "gar nicht unzufrieden". Eine "gute Spielkontrolle" und ein paar "ganz gute Ballpassagen" genügten dem Eintracht-Coach, dessen Erwartungen ohnehin nicht so hoch sind:

"Wir wollen irgendwo um Platz zehn spielen und Mitte 40 Punkte holen. Das traue ich der Mannschaft zu."

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