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Köln-Keeper Faryd Mondragon (r.) wehrt den Ball vor den Bayern-Angreifern ab © getty

Der FCB kommt gegen den Kölner Defensivriegel nicht über eine Nullnummer hinaus. "Schweini" leistet sich einen Ausraster.

Aus der Allianz Arena berichtet Mathias Frohnapfel

München - Der traditionelle Wiesn-Ausflug am Sonntag dürfte dem FC Bayern vergällt sein: Die Münchner erreichten vor eigenem Publikum gegen den 1. Köln nur ein torloses Remis.

Vor allem in der Offensive hakte es wie schon in den Partien gegen Hamburg und Juventus.

Die Bayern gehen damit mit der Hypothek von acht Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze in die Länderspielpause 158448(DIASHOW: Die Bilder des Spieltags).

Und mit einem unzufriedenen Trainer. "Im 16-Meter-Raum haben uns heute die Fitness und Aggressivität gefehlt", musste Louis van Gaal festhalten: "Wir haben kaum hundertprozentige Chancen kreiert."

Sosa vertritt Robben

Trainer Louis van Gaal hatte ein weiteres Mal mit seiner Aufstellung überrascht. Franck Ribery stand trotz Problemen an der Patellasehne in der Anfangsformation.

Für Arjen Robben, der sich in der Champions League gegen Juventus am Knie verletzte, rückte Jose Ernesto Sosa ins Team.

Im Sturmzentrum bekam wie angekündigt Miroslav Klose die nächste Chance, sein Nationalelf-Kollege Mario Gomez blieb zuerst auf der Bank. Und Luca Toni? Der Italiener stand nicht einmal im Kader.

Pech bei Lattentreffern

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Die Bayern bestimmten in der ersten Halbzeit klar das Spiel. Bastian Schweinsteiger hatte dabei Pech mit zwei Kopfbällen (12., 38.), die an die Latte krachten - letzterer über den unfreiwilligen Umweg Klose.

Dennoch pfiffen die Zuschauer gellend zur Pause, vor allem wohl weil den Münchnern in der Viertelstunde vorm Pausenpfiff nur wenig einfiel.

Die Kölner hatten ihrerseits viel Platz bei einem Konter, aber Pedro Geromel (37.) fehlte nach einem Spurt über 50 Meter die Kraft, um effektiv abzuschließen.

Zu diesem Zeitpunkt hätten die Münchner jedoch schon in Führung liegen können.

Besonders der flinke Ribery riss immer wieder Lücken in die Abwehr der Rheinländer. Doch entweder wurde Thomas Müller geblockt (11.) oder Daniel van Buyten köpfte in die Arme von Torhüter Faryd Mondragon.

Schweinsteiger reagiert sauer

Schweinsteiger ärgerte sich so sehr über die Pfiffe des Bayern-Anhangs zur Pause, dass er sogar den Ball wütend Richtung Fantribüne drosch.

In der zweiten Hälfte kam dann Gomez für Sosa, dem kaum eine brauchbare Flanke gelang. Zudem ersetzte van Gaal den angeschlagenen Ribery mit Danjel Pranjic.

Kölns Angreifer Lukas Podolski, der zuvor drei Jahre in München spielte, hatte vor seiner Rückkehr zum Ex-Klub gesagt:

"Wenn wir so diszipliniert spielen wie in Stuttgart und gegen Wolfsburg, können wir auch in München bestehen."

Die Kölner, angereist als Tabellen-17., wirkten jedoch sehr passiv, wagten nur selten einen Ausflug in die gegnerische Hälfte. Stattdessen verteidigten sie den eigenen Strafraum wie eine Wagenladung Süßigkeiten im Karneval.

Gomez vergibt Chance

Und die Bayern hatten vor 69.000 Zuschauern große Mühe, diesen Riegel zu knacken. Gomez war erneut glücklos, als er zum Beispiel nach Klose-Vorarbeit im Strafraum am Ball (57.) vorbeisenste.

Die Kölner wurden nun etwas mutiger, dachten womöglich an die vergangene Rückrunde, als sie mit einem 2:1 den Bayern im Februar drei Punkte abknöpften.

Van Gaal brachte dann Ivica Olic (71.) für Klose, um doch noch die entscheidende Lücke zu finden. Der Kroate rackerte vom ersten Moment, mehr Torchancen für den FCB ergaben sich nicht. Kaum einmal gelang es den Münchner bis zur Grundlinie durchzuspielen und dann ins Zentrum zu flanken.

Ideenarmut ohne "Robbery"

Ohne Ribery und Robben fehlte es sichtbar an Ideen und Kreativität. Die Münchner agierten zusehends verunsichert, nicht nur Schweinsteiger ließ sich von der Nervosität mit Stockfehlern anstecken.

Die größte Chance hatte kurz vor Ende Andreas Ottl (89.) mit einem Fernschuss, der wenige Zentimeter neben dem Pfosten landete. Und Olic vollbrachte in der Nachspielzeit das Kunststück, einen Volley aus sieben Meter übers Tor zu feuern.

So blieb es am Ende beim torlosen Remis und die Fans reagierten mit wütenden Pfiffen.

Soldo zufrieden

Hochzufrieden war dagegen Gästecoach Zvonimir Soldo: "Dieser Punkt ist sehr wichtig für uns, für die Moral und für das Selbstvertrauen. Wir können jetzt zwei Wochen in Ruhe arbeiten."

Soldo sprach von einem verdienten Punkt, wobei er auch zugab: "Wir haben sicher auch das nötige Glück gehabt."

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