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Hannover-Coach Andreas Bergmann bedankte sich nach dem Spiel bei den Fans © getty

Hannovers Coach hat beste Karten auf eine Vertragsverlängerung, die Gäste halten trotz der Niederlage an ihrer Philosophie fest.

Hannover - Als Trainer Andreas Bergmann noch seinen ersten Heimsieg mit den Anhängern in der Fankurve feierte, dachte Sportdirektor Jörg Schmadtke schon an die Zukunft.

"Eine vorzeitige Vertragsverlängerung ist nicht ausgeschlossen", meinte der Ex-Profi, sichtlich euphorisiert vom 5:2 (3:1)-Erfolg von Hannover 96 gegen den SC Freiburg.

Dieser hatte an der Leine Riesenerleichterung ausgelöst und direkten Kontakt zum Mittelfeld der Tabelle hergestellt.

"Wichtiger Sieg"

Der so umgarnte Coach, eigentlich nur als Interimslösung vorgesehen und nach der Beförderung vor fünf Wochen schließlich mit einem Kontrakt bis zum Saisonende ausgestattet, nahm diese Offerte "als Vertrauensbeweis" zur Kenntnis.

Doch viel wichtiger war dem 50-Jährigen, dass seine Schützlinge ihr dringend benötigtes Erfolgerlebnis genießen durften:

"Natürlich waren wir nicht in allen Phasen souverän, aber man muss nur auf die Tabelle schauen, um zu erkennen, wie wichtig dieser Sieg war."

Wichtig und spektakulär zugleich, denn die abwechslungsreiche Partie vor 28.412 Zuschauern sah nicht nach einem Duell zweier Teams aus dem Mittelmaß der Liga aus.

Die Platzherren führten durch Sofian Chahed (7.) und Arnold Bruggink (10.) schnell und deutlich.

Ivica Banovic (35.) und Julian Schuster (82.) konnten zweimal verkürzen, aber nicht mehr, denn den Hannoveranern gelangen durch Karim Haggui (45.+1), Didier Ya Konan (85.) und Sergio Pinto (90. +2) drei weitere Treffer.

Freiburg suchte Heil in der Offensive

Großen Anteil an dem sehenswerten Schlagabtausch hatte aber auch das Team aus dem Breisgau.

Die Gäste spielten immer wieder mutig nach vorn, kämpften stets mit offenem Visier und brachten die Norddeutschen trotz Rückstands immer wieder in Bedrängnis.

"Wir sind immer volles Risiko gegangen, leider hat sich das zumindest in diesem Spiel nicht ausgezahlt", sagte Freiburgs Mannschaftskapitän Heiko Butscher.

Der Spielführer der Gäste deutete damit auf eine Philosophie hin, die sein Trainer Robin Dutt später genauer erklärte.

"Wir haben keine Angst vor hohen Niederlagen und werden auch in Zukunft nach Rückstand weiter angreifen", erläuterte der 44-Jährige seinen Plan.

"Wenn wir nur einmal in der gesamten Saison dann noch einen Punkt retten können, ist das viel mehr wert als eine bessere Tordifferenz."

Freizeit statt Training in Hannover

Schon gegen Hannover war der Aufsteiger dichter dran an der Umsetzung dieser Theorie, als es das Endergebnis aussagte.

"Die Partie war immer sehr eng, so richtig sicher konnten wir uns nie fühlen", musste auch Bergmann einräumen.

Dafür sorgte er nach dem Spiel bei seiner Mannschaft für eine Sicherheit der ganz anderen Art:

Zwei Tage lang dürfen die Spieler ganz sicher zu Hause bleiben, die nächsten beiden Trainingstage wurden zur Belohnung gestrichen.

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