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Andreas Ottl (r.) machte sein erstes Bundesligaspiel in der Saison 2005/06 © getty

Das FCB-Eigengewächs sucht Gründe für die zuletzt mangelnde Torausbeute. Wie sieht er seine Stammplatzchancen unter Van Gaal?

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Uli Hoeneß krümmte sich wie ein Magenkranker, Karl-Heinz Rummenigge fuchtelte erbost mit den Armen.

Und Louis van Gaal schlich gebeugt wie ein Verlierer vom Platz:Das 0:0 gegen den 1. FC Köln und 274 Pflichtspielminuten ohne Tor haben beim FC Bayern Spuren hinterlassen. Schlechter gestartet ist der deutsche Rekordmeister zuletzt vor 31 Jahren.

Doch trotz acht Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze betonte Coach van Gaal: "Die Preise werden nicht jetzt verteilt - sondern im April und Mai."

Die Formkurve der erfolgsverwöhnten Münchner nährt allerdings leise Zweifel, ob die Fans im Frühling auf dem Marienplatz die erhofften Trophäen feiern können.

Trotz allen Trübsals gibt es im Münchner Team auch so etwas wie eine Gewinner: Andras Ottl. Der 24-Jährige hat Anatoliy Tymoshchuk wieder auf die Bank verdrängt und ist momentan im defensiven Mittelfeld gesetzt.

Im Sport1.de-Interview spricht er über die aktuelle Situation:

Sport1.de: Herr Ottl, warum hat es gegen Köln nicht mit einem Sieg geklappt?

Andreas Ottl: Wir haben die eine oder andere Torchance herausgespielt, gerade bei Standards waren wir sehr gefährlich. Teilweise hatten wir Pech, teilweise hat der letzte Zentimeter gefehlt. Da müssen wir noch mehr Durchschlagskraft haben.

Sport1.de: Woran liegt es, dass es vorne im Moment nicht so läuft?

Ottl: Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass es vorne nicht läuft. Am Anfang hat man gesagt, bei uns stimmt es in der Abwehr nicht, jetzt stimmt es im Sturm nicht. Wir versuchen alle gut nach vorn und nach hinten zu arbeiten. Unsere Stürmer zu kritisieren, ist der falsche Weg.

Sport1.de: Wie bewerten Sie die Pfiffe der Fans?

Ottl: Die Fans dürfen ihren Unmut äußern, das ist ihr Recht. Wenn man 0:0 spielt zu Hause, kann man die Fans verstehen.

Sport1.de: Wie sehen Sie die Situation des FC Bayern insgesamt, nachdem es nach fünf Siegen nun drei sieglose Partien gab?

Ottl: Gegen Juve haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht, da aber leider auch nur 0:0 gespielt. Auch gegen Hamburg haben wir gut gespielt, waren teilweise die bessere Mannschaft.

Zu Hause muss man aber jetzt die drei Punkte holen, da haben wir was liegenlassen.

Sport1.de: Wird es schwer wieder oben ranzukommen?

Ottl: Wir müssen einfach versuchen, die Punkte zu hamstern und nichts mehr zu verschenken. Und im ersten Spiel nach der Länderspielpause müssen wir alles daran setzen, eine neue Serie zu starten.

Sport1.de: Wie wollen Sie in der Länderspielpause das schlechte Ergebnis aus dem Kopf bekommen?

Ottl: Natürlich ist es im Fußball immer schön, wenn man drei Tage danach das nächste Spiel hat. Dann wird über das nächste Spiel geschrieben und diskutiert.

Viele Spieler sind jetzt weg mit ihren Nationalmannschaften. Wir Spieler, die hier sind, wollen an den Sachen arbeiten, die wir noch vermissen haben lassen.

Sport1.de: Sie haben gegen Juve ein starkes Spiel gemacht. War das die Begründung des Trainers, dass Sie auch gegen Köln begonnen haben?

Ottl: Ja, der Trainer hat mir in den Spielen davor - auch gegen Haifa und Oberhausen gesagt, dass ich sehr gut gespielt und sehr gut trainiert habe.

Und er meinte, dass ich an die Tür zur Mannschaft klopfe. Nach der Juve-Partie hat er dann gesagt, dass ich wieder sehr gut war und deshalb in der Mannschaft bin.

Sport1.de: Wie schwer war es für Sie auf Ihre Chance zu warten? Wie sind Sie damit umgegangen?

Ottl: Ich bin die Situation ein bisschen gewöhnt, weiß, wie das ist, auf seine Chance zu warten. Ich versuche jetzt, das Vertrauen des Trainers zu gewinnen und in der Mannschaft zu bleiben.

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