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Cacau (l.) gewann 2007 mit dem VfB Stuttgart den Meistertitel © imago

Die Talfahrt des VfB Stuttgart geht weiter. Sportdirektor Heldt möchte daher Babbel nun vom DFB-Trainerlehrgang abziehen.

Stuttgart - Im Mai waren sie noch die Helden, fünf Monate später sind die Profis des VfB Stuttgart mit ihrem Team in die Nähe der Abstiegskandidaten gerückt.

Nach der 0:2 (0:1)-Heimpleite und einer erneut leblosen Vorstellung findet sich der Champions-League-Teilnehmer als 13. im Tabellenkeller wieder. Bei Teamchef Markus Babbel machte sich zunehmend Ratlosigkeit breit.

"Wenn es so einfach wäre, den Schalter umzulegen, würde ich das tun", sagte der 37-Jährige.

"Die Angst im Spiel ist für mich unerklärlich. Ich werde nun genau darauf achten, wer mitzieht." (DATENCENTER: 8. Spieltag)

"Der letzte Wille fehlt"

Wieder einmal ließen die völlig verunsicherten Stuttgarter jene Leidenschaft und Spielfreude vermissen, mit der sie in der Rückrunde der vergangenen Saison noch in die Champions League gestürmt waren.

"Es hat die geistige Frische und der letzte Wille gefehlt", ergänzte Babbel und fügte an:

"Ich bin sehr enttäuscht von der Mannschaft. Ich schütze sie oft, aber jetzt muss ich sie in die Pflicht nehmen."

So gab es wie schon nach der Heimpleite gegen den 1. FC Köln (0:2) ein gellendes Pfeifkonzert.

"Kritik ist völlig normal. Die Zuschauer wollen einen überzeugenden Heimsieg sehen", meinte Babbel, der beim VfB-Anhang aber noch Kredit hat.

Doppelbelastung für Babbel

Problematisch ist allerdings die Doppelbelastung des Übungsleiters, der ab Dienstag wieder beim Trainer-Lehrgang in Köln sein muss.

Deshalb will Sportdirektor Horst Heldt erwirken, dass Babbel in der kommenden Woche in Stuttgart bleiben darf.

"Wir werden nun besprechen, was die ersten Maßnahmen sind", sagte Heldt.

"Die Hälfte der Mannschaft ist aber nicht da und auch der Trainer nicht. Das ist in der momentanen Situation Gift. Ich versuche so viele Spieler wie möglich dazubehalten, inklusive Trainer."

Babbel muss normalerweise am Dienstag wieder zum Lehrgang in Köln antreten.

Seit Juni steht der Europameister von 1996 bereits unter der Doppelbelastung. Derzeit darf Babbel den VfB nur dank einer Sondergenehmigung des DFB trainieren.

Boulahrouz: "Müssen kühlen Kopf bewahren"

Von den Stuttgarter Spielern war nach der Schlappe nicht mehr als Durchhalteparolen zu hören.

"Wir müssen kühlen Kopf bewahren", meinte etwa Khalid Boulahrouz und Nationalspieler Cacau ergänzte: "Wir müssen Kräfte sammeln und aufwachen."

Bereits nach drei Minuten brach das VfB-Gefüge mit dem ersten Gegentreffer von Claudio Pizarro wie Kartenhaus zusammen. Aaron Hunt machte später den Werder-Sieg perfekt.

Tore, für die Babbel keine Erklärung hatte: "Da haben wir uns dämlich angestellt. Wir waren zweimal in Überzahl. Solche Fehler werden bestraft."

Bremen hat Spitzengruppe im Blick

Werder blieb dagegen auch im 13. Pflichtspiel in Folge unbesiegt und ging auf Tuchfühlung zum Spitzen-Trio.

"Die Mannschaft geht weiter ihren Weg, das hat man schon gegen Bilbao gesehen. Wenn man überhaupt etwas bemängeln möchte, dann dass wir in der zweiten Halbzeit noch etwas ruhiger hätten spielen müssen. ", analysierte Trainer Thomas Schaaf.

Und Kapitän Torsten Frings sagte: "Wir haben heute nicht den gleichen Fehler gemacht wie all die Jahre davor und uns vom VfB auskontern lassen. Nach dem 1:0 hatten wir mehr Räume und mit mehr Ruhe hätten wir noch mehr Tore machen können."

Aus dem Sieg gegen Stuttgart zog Frings Selbstvertrauen und kommentierte: "Wir haben einen wichtigen Schritt Richtung Spitzengruppe gemacht und nun müssen wir diesen Weg beibehalten."

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