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Sasche Burchert (r.) wurde für den verletzten Timo Ochs eingewechselt © getty

Wunden lecken nach dem Kuriosum: Funkel kann nicht glauben, was sich auf dem Feld abspielte. Der HSV denkt schon weiter.

Berlin - Friedhelm Funkel schüttelte immer wieder den Kopf und stapfte enttäuscht vom Platz.

36 Stunden nach seiner Inthronisierung erlebte der neue Trainer von Hertha BSC Berlin ein unglaubliches Kapitel aus der Kategorie Pleiten, Pech und Pannen.

"Ich bin schon lange im Bundesliga-Geschäft dabei, aber drei solche Tore in einem Spiel habe ich auch noch nicht erlebt", meinte Funkel nach dem 1:3 (1:3) gegen den Hamburger SV. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Szenen aus dem Kuriositäten-Kabinett

In der Tat wähnten sich die Zuschauer im Olympiastadion im Kuriositäten-Kabinett.

Nach dem Führungstreffer durch Kapitän Arne Friedrich unterlief Innenverteidiger Kaka zunächst ein Eigentor (24. ). 158448(DIASHOW: Die Bilder des 8. Spiletags)

Dann erlebte der für den verletzten Torhüter Timo Ochs eingewechselte Sascha Burchert in seinem zweiten Bundesligaspiel bittere Momente:

Bei zwei Kopfball-Abwehrversuchen vor dem eigenen Strafraum landete der Ball zunächst vor den Füßen von HSV-Kapitän David Jarolim (38.) und nur zwei Minuten später vor denen von Ze Roberto.

Beide HSV-Stars lupften den Ball jeweils aus großer Distanz ins leere Tor.

"Unfassbar, solche Tore, das gibt es einfach nicht", kommentierte Herthas Mittelfeldmotor Pal Dardai.

Tore für die Bundesliga-Historie

"Die drei Gegentore gehen in die Bundesliga-Geschichte ein", sagte Manager Michael Preetz und Kapitän Arne Friedrich ergänzte:

"Wir haben sehr gut begonnen, die Zweikämpfe angenommen und sind in Führung gegangen. Dann bekommen wir drei unglaubliche Tore, die nur fallen können, wenn man unten drin steht. Von den Rückschlägen haben wir uns nicht mehr erholt."

Der Abwehrchef ist aber davon überzeugt, dass der neue Trainer Hertha wieder aus dem Tabellenkeller führen wird: "Er macht einen positiven Eindruck."

Enttäusche Hertha-Fans

Von einer positiven Grundstimmung waren die Hertha-Fans nach Spielende weit entfernt.

Nach seinem Führungstreffer legte Friedrich einen Sprint über den ganzen Platz hin, um mit den Fans zu feiern, nach Spielende aber drehten die Hertha-Anhängern den Spielern größtenteils den Rücken zu. So tief saß die Enttäuschung.

"Natürlich sind die Fans enttäuscht", sagte Dardai, "während des Spiels haben sie uns aber großartig unterstützt."

Ochs fehlt länger

Zur sportlichen Misere gesellte sich bei Hertha auch eine sportliche:

Timo Ochs zog sich einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zu.

Wie lange der 27-Jährige, der erst vor zehn Tagen verpflichtet worden war, ausfällt, ist nach Angaben des Klubs ungewiss.

Möglicherweise muss Ochs zwei bis drei Wochen pausieren.

"Brauchen Erfolgserlebnis"

Auf Funkel wartet in den nächsten Wochen also viel Arbeit.

"Eine gewisse Unsicherheit war zu erkennen. Jetzt gilt es, den Hebel anzusetzen. Wir werden nun konzentriert arbeiten, dann geht es auf kurz oder lang wieder nach oben. Wir brauchen jetzt ein Erfolgserlebnis", meinte der Nachfolger des entlassenen Lucien Favre.

Topspiel gegen Leverkusen

Die Hamburger mussten unterdessen trotz des sechsten Saisonsieges aufgrund der schlechteren Tordifferenz Bayer Leverkusen in der Tabelle an sich vorbeiziehen lassen.

In zwei Wochen kommt es zum Duell mit dem Ex-Verein von HSV-Coach Bruno Labbadia.

"Das ist ein absolutes Spitzenspiel. Da treffen zwei Mannschaften auf Top-Niveau aufeinander", sagte Labbadia, der nach dem Sieg in Berlin erleichtert war.

"Wir haben bei einem angeschlagenen Boxer gewonnen. Ich bin froh, dass wir die Hürde genommen haben."

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