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Sascha Burchert und sein Klub Hertha haben an der derzeitigen Situation zu knabbern © getty

Die kuriose Niederlage gegen den HSV verdirbt dem neuen Hertha-Trainer den Start. Unglücksrabe Burchert findet einen Fürsprecher.

Berlin - Torhüter Sascha Burchert hat mit seinen zwei folgenschweren Hechtsprüngen schon jetzt einen festen Platz in den Saisonrückblicken sicher.

Hertha-Manager Michael Preetz flüchtete sich in Galgenhumor.

"Die Gegentore werden in die Bundesliga-Geschichte eingehen. Zurzeit nehmen wir wirklich alles mit."

Über die Slapstick-Einlagen im Berliner Kuriositäten-Kabinett konnte der leidenschaftliche Karnevalist Friedhelm Funkel überhaupt nicht lachen.

"Das war symptomatisch für unsere Situation, aber die Mannschaft hat sich nicht aufgegeben. Ich bin weiter optimistisch", sagte Funkel nach dem 1:3 (1:3) des Tabellenletzten gegen den weiter ungeschlagenen Zweiten Hamburger SV.

Rost verteidigt Burchert

Hohn und Spott prasselte am Tag danach auf das Schlusslicht ein, vor allem auf Unglücksrabe Burchert. "Torwart-Trottel" taufte ihn ein Boulevardblatt, dabei trugen seine lethargischen Mitspieler an den kuriosen Gegentoren eine größere Schuld.

"Ich muss für den jungen Kerl eine Lanze brechen. Er hat in den Situationen gut mitgespielt und wurde von seinen zehn Kollegen im Stich gelassen", sagte HSV-Keeper Frank Rost.

Nachdem bereits Innenverteidiger Kaka mit einem Eigentor (24.) die Euphorie nach dem 1:0-Führungstreffer durch Kapitän Arne Friedrich (9.) schlagartig gedämpft hatte, avancierte der 19-jährige Burchert vor 49.208 Zuschauern im Olympiastadion zur tragischen Figur.

Friedrich gibt sich geschockt

Kurz nach seiner Einwechslung für den verletzten Timo Ochs, der mit einem Muskelfaserriss ebenso wie Stammkeeper Jaroslav Drobny (leichter Bandscheibenvorfall) vorerst ausfällt, köpfte der Junioren-Nationaltorwart den Ball jeweils vor die Füße von David Jarolim (38.) und Ze Roberto (40.). Beide HSV-Stars lupften das Leder ins verwaiste Tor.

"Solche Treffer bekommst du nur, wenn du im Abstiegskampf steckst", sagte ein sichtlich geschockter Friedrich, der sein erstes Bundesligator seit zweieinhalb Jahren noch freudetrunken in der Fankurve gefeiert hatte.

Zuletzt stand der Nationalspieler, der von Teilen der Öffentlichkeit als Mitschuldiger an der Entlassung von Lucien Favre gemacht wurde, stark unter Beschuss.

Gegenbauer stellt Transfers in Aussicht

Ein nicht unumstrittener Kapitän, völlig verunsicherte Spieler, und nun auch noch ein Torwartproblem: Funkel hat in der zweiwöchigen Länderspielpause alle Hände voll zu tun, um die Mannschaft für das "Kellerduell" beim Vorletzten 1. FC Nürnberg aufzurichten.

"Das ist ein Gegner auf Augenhöhe. Dort müssen wir punkten", meinte der 55-Jährige.

Präsident Werner Gegenbauer deutete bereits an, dass Funkel im Winter trotz angespannter Finanzlage personell nachbessern darf.

Albert Streit zur Hertha?

Spekuliert wird über Albert Streit, der bei Schalke 04 aussortiert ist und mit dem Funkel bereits in Frankfurt erfolgreich zusammengearbeitet hat.

Die Hamburger dagegen traten wie eine Spitzenmannschaft auf, die sich auch von der schwachen Anfangsviertelstunde nicht verunsichern ließ.

"Auch wenn die Tore kurios aussehen, wir haben sie erzwungen", sagte HSV-Trainer Bruno Labbadia und blickte bereits voller Vorfreude auf das kommende Gipfeltreffen in der heimischen Arena gegen seinen Ex-Klub und den punktgleichen Tabellenführer Bayer Leverkusen.

Smolarek zu schlecht für HSV

"Das ist ein absolutes Spitzenspiel. Beide Teams haben eine große Qualität."

Bis dahin soll auch Top-Stürmer Mladen Petric, der sich am Sprunggelenk verletzte, wieder fit sein. Gerade im dünn besetzten Angriff wäre sein Ausfall katastrophal, zumal der HSV dem Ex-Dortmunder Ebi Smolarek, der vergangene Woche zur Probe mittrainierte, eine Absage erteilte.

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