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Wesley Sneijder Spielt seit 2007 bei Real Madrid © getty

Der Real-Madrid-Star berichtet von häufigen Telefonaten mit van der Vaart und ist optimistisch, bald mit dem HSV-Kapitän zusammen zu spielen. Cristiano Ronaldo hätte er dagegen lieber nicht im Team.

München - Die Spekulationen um einen Wechsel Rafael van der Vaarts sind mittlerweile fester Bestandteil jeder Transferperiode.

In jedem Sommer und Winter bekundet der Spielmacher des Hamburger SV, zu einem Top-Klub wechseln zu wollen.

Vor der vergangenen Saison ließ sich der Niederländer sogar schon im Trikot des FC Valencia fotografieren, doch der HSV verweigerte die Freigabe.

In diesem Jahr flirtet der 25-Jährige mit Real Madrid. Und wie ernst es ihm mit den Königlichen ist, verriet nun sein Nationalmannschaftskollege Wesley Sneijder.

Wechsel sofort oder in einem Jahr?

"Rafael hat mir gesagt, dass er jetzt zu Real kommen will", sagte Sneijder, selber seit vergangenem Jahr in Madrid, der Sportzeitung "AS".

"Ich habe in den vergangenen Tagen häufig mit ihm telefoniert", erklärte Sneijder: "Er möchte gerne sofort kommen, er weiß aber nicht, ob sich der Wechsel realisieren lässt."

Grund ist einmal mehr der Vertrag van der Vaarts. In diesem Sommer müsste Real tief in die Tasche greifen, um den Niederländer zu verpflichten. Rund 20 Millionen dürfte van der Vaart kosten.

In der nächsten Saison wäre van der Vaart jedoch für eine festgeschriebene Ablösesumme von einer Million Euro zu haben.

Sneijder würde sofort zugreifen

Sneijder lässt keine Zweifel daran, dass er sofort mit seinem Landsmann zusammen spielen will.

"Rafael ist ein großer Fußballer, ich finde ihn sehr gut. Wir haben vier Jahre bei Ajax Amsterdam und in der Nationalmannschaft zusammen im Mittelfeld gespielt", sagte der 24-Jährige: "Er ist ein intelligenter Typ, sowohl auf dem Spielfeld als auch abseits des Platzes. Wenn ich bei Real Sportchef wäre, würde ich ihn schon jetzt verpflichten."

Dass van der Vaart bald in seinem Team spielen wird, steht für Sneijder sowieso fest: "Es ist nur offen, ob es diese oder nächste Saison sein wird."

Ist der Ronaldo-Transfer ausschlaggebend?

Eine maßgebliche Rolle dürfte hierbei auch spielen, ob Real den Transfer von Cristiano Ronaldo realisieren kann.

Für den portugiesischen Superstar von Manchester United müssten die Königlichen eine enorme Ablösesumme bezahlen. Da auch Ronaldo im Mittelfeld spielt, dürften die Chancen für eine Verpflichtung van der Vaarts in diesem Falle sinken.

Sneijder gegen Ronaldo

Kein Wunder also, dass sich van-der-Vaart-Freund Sneijder gegen einen Wechsel Ronaldos ausspricht.

"Es wäre nicht gut für die Stimmung in der Umkleidekabine, wenn er ein viel höheres Gehalt bekommt als die restlichen Spieler", sagte Sneijder dem "Guardian": "Wir haben schon Fußballer wie ihn, zum Beispiel Arjen Robben oder Robinho. Natürlich würde ich gerne mit Cristiano spielen, aber man muss das Gleichgewicht in der Umkleidekabine wahren

Vorvertrag bereits unterzeichnet?

Auch Real-Trainer Bernd Schuster soll nach Informationen der "Marca" ein Auge auf van der Vaart geworfen haben, da er Verstärkung für das zentrale Mittelfeld braucht.

Real hat zwar bereits den bisher nach Getafe ausgeliehenen Ruben de la Red zurückgeholt, der spanische Nationalspieler wird jedoch mit Arsenal und Tottenham Hotspur in Verbindung gebracht.

Schuster soll Ausschau nach einem Spieler halten, der mit Guti und Sneijder im Mittelfeld für das kreative Spiel zuständig sein soll. Der "Marca" zu Folge hat van der Vaart sogar bereits einen Vorvertrag unterzeichnet.

"Wenn ich Sportchef in Madrid wäre, würde ich ihn sofort verpflichten", wirbt Sneijder weiter.

Van der Vaart als Kapitän bestätigt

Beim HSV bleibt man gelassen. "Rafael ist ein außergewöhnlicher Fußballer, Spieler wie er stehen immer im Fokus", sagte Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer der "Hamburger Morgenpost".

Van der Vaart wurde im Amt des Kapitäns vom neuen Trainer Martin Jol bestätigt, vielleicht auch in der Hoffnung, ihm damit einen Grund mehr zum Bleiben zu geben.

Doch wenn Real ruft, wird auch die Spielführerbinde van der Vaart nicht an der Elbe halten können.

Christian Stüwe

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