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Für die deutsche U-20-Nationalmannschaft bestritt Schorch bisher zwei Spiele © getty

Im Sommer ist Christopher Schorch von Madrid nach Köln gewechselt. Trotz Abstiegskampf: Köln könnte seine große Liebe werden.

Von Mathias Frohnapfel

München - In Madrid träumte Christopher Schorch davon, eines Tages gegen Weltstars zu spielen. Es blieb bei Einsätzen für Reals zweite Mannschaft.

Dennoch war es eine lehrreiche Zeit für den 20-Jährigen - nicht nur wegen der in Spanien gewonnenen Freunde.

Auch fußballerisch hübschte der Abwehrspieler seinen Lebenslauf auf. Seit dem Sommer spielt Schorch nun für den 1. FC Köln und durfte jetzt zumindest in der Bundesliga gegen einen Superstar ran: Beim Gastspiel in München war Franck Ribery sein Gegenspieler.

Und Schorch half dabei, den Bayern ein 0:0 abzutrotzen.

Im Sport1.de-Interview spricht er unter anderem über diese Erfahrung, Real Madrid, seinen Start in Köln und die Mentalität von FC-Trainer Zvonimir Soldo.

Sport1.de: Herr Schorch, der FC ist schwer in die Saison gekommen, doch zuletzt gab es ein 0:0 bei den Bayern. Was war das Erfolgsrezept für den überraschenden Auswärtspunkt?

Christopher Schorch: Wir haben gekämpft, und letztendlich haben wir uns den Punkt erkämpft. Wir standen denen nur auf den Füßen. Von daher war das Remis verdient. 155954(DIASHOW: Die Bilder des Spieltags)

Sport1.de: Dennoch steckt Köln mit fünf Punkten weiter im Abstiegskampf. Sehen das die Spieler genauso?

Schorch: Natürlich. Aber jetzt haben wir erst mal die Kracher weg. Jetzt müssen wir zeigen, dass wir gegen die kleineren Mannschaften spielen können. Da müssen wir gegen Mainz gleich ein Zeichen setzen.

Sport1.de: Manager Michael Meier hat gesagt, dass es am Saisonanfang ein Konzentrationsproblem gegeben habe. Würden Sie das bestätigen?

Schorch: Ja, wir haben uns durch individuelle Fehler selber das Leben schwer gemacht. Die haben wir jetzt immer mehr abgeschaltet in den letzten Spielen. Man sieht, dass damit der Erfolg gekommen ist.

Sport1.de: Was hat das Team getan, um aus der Situation rauszukommen?

Schorch: Wir mussten noch mehr miteinander reden, noch mehr zeigen, dass wir eine Mannschaft sind. Letztendlich muss jeder für den anderen da sein. Man sieht ja nun, dass es klappt.

Sport1.de: Sie waren vorher bei Real Madrid, jetzt in Köln, wie haben Sie sich im Rheinland eingelebt?

Schorch: Köln ist eine super Stadt. Ich bin von den Spielern super aufgenommen worden, auch von den Fans. Alles in allem ist es überragend hier.

Sport1.de: Was macht den 1.FC und die "Geißböcke" aus?

Schorch: Der FC lebt von seinen Fans. Wir haben ein überragendes Publikum. Das ist einfach nur geil, wenn man sieht, dass über 7000 Zuschauer mit uns in München waren. Die haben super Stimmung gemacht. Das treibt einen noch zusätzlich an.

Sport1.de: Und wie haben Sie sich an den neuen Trainer gewöhnt?

Schorch: Zvonimir Soldo ist ein sehr guter Trainer. Er ist ruhig und bringt uns genau bei, wie er spielen will. Und das versuchen wir immer umzusetzen.

Sport1.de: Soldo ist ja in der Situation der Krise ruhig geblieben, nicht ausgeflippt. Wie kommt das bei den Spielern an?

Schorch: Er war ja damals auch Führungsspieler, diese Erfahrung hilft ihm im Trainerjob. Ich finde, er hat sich sehr gut verhalten in der Zeit. Natürlich rastet er auch mal aus, wenn es überhaupt nicht anders geht. Aber eigentlich bringt er es immer in einer ruhigen Art rüber. Das trägt Früchte.

Sport1.de: Hat das die Mannschaft und den Trainer noch mehr zusammengeschweißt, dass man gemeinsam durch diese Phase gegangen ist, während die Medien und auch die Fans unzufrieden waren?

Schorch: Natürlich. Aber die Fans, um keinen falschen Eindruck entstehen zu lassen, haben immer hinter uns gestanden. Das waren ja immer die Medien, die den Druck gemacht haben, was andererseits auch normal ist. Der Trainer ist gut damit umgegangen, und wir als Mannschaft haben dann auch für ihn gespielt. Der Sieg in Stuttgart war auch für ihn, das war ein Befreiungsschlag für uns alle.

Sport1.de: Ist es angenehm, in die Länderspielpause mit einem guten Ergebnis zu gehen?

Schorch: Natürlich, das Remis gegen Bayern ist auf alle Fälle ein Erfolg für uns. Das gibt Selbstvertrauen für das Heimspiel gegen Mainz.

Sport1.de: Sie sind im Sommer aus Spanien nach Deutschland zurückgehert. Haben Sie noch Kontakte nach Madrid?

Schorch: Ja, ich habe da Freunde gefunden. Letzte Woche waren einige da aus Madrid. Der Kontakt ist immer noch vorhanden.

Sport1.de: Sie verfolgen bestimmt auch gespannt die spanische Liga: Was ist Ihr Eindruck vom Kopf-an-Kopf-Rennen von Real und Barca?

Schorch: Barcelona und Madrid stehen einfach mal für sich. Das ist eine andere Welt in Spanien. Ich schaue immer mit einem Auge hinüber.

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