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Aaron Hunt (r.) kam 2001 aus Goslar zu Werder Bremen © imago

Die Bremer Fans haben ihren ehemaligen Liebling Diego bereits vergessen. Der Grund ist das neue Zaubertrio Özil, Marin und Hunt.

Von Rainer Nachtwey

München - Diego? Wer war das noch mal? Ach ja, der brasilianische Mittelfeldzauberer, der jetzt bei Juventus Turin spielt.

Bei seinem Ex-Verein Werder Bremen ist der Starspieler - etwas überspitzt gesagt - längst vergessen und gehört der Vergangenheit an.

Vergessen sind drei Jahre, in denen Diego die Mannschaft zweimal in die Champions League sowie ins Uefa-Cup-Finale führte und sich mit dem DFB-Pokal Richtung Italien verabschiedete.

"So brutal ist der Fußball", meint Werders Sportdirektor Klaus Allofs in der "Bild". "Genauso war es bei Johan Micoud."

Nachfolger stehen parat

Und wie beim Franzosen, der die Hanseaten im Sommer 2006 Richtung Bordeaux verließ, steht auch nach dem Abschied von Diego der Nachfolger parat.

Wobei diesmal in Bremen gleich ein ganzes Trio den Vorgänger vergessen lässt.

Mit Mesut Özil, Marko Marin und Aaron Hunt hat sich ein neues magisches Dreieck gefunden.

Mal Özil. Mal Marin, mal Hunt

Und nicht nur die Fans feiern das Zaubertrio. "Mal schaut man nur auf Özil, aber Hunt ist da. Dann schaut man auf Hunt, und Marin ist da", lobt Trainer Thomas Schaaf seine neuen Hoffnungsträger.

Dank der Jungspunde und dem routinierten Rückkehrer Claudio Pizarro liegt Bremen nach einer enttäuschenden vergangenen Saison in der Bundesliga wieder auf Champions-League-Kurs (Platz 4) (DATENCENTER: 8. Spieltag).

Im Pokal steht Werder in der Dritten Runde und in der Europa League hat die Mannschaft nach den beiden bisherigen Gruppenspielen in Funchal und gegen Bilbao eine weiße Weste.

Marin glänzt nach Versetzung

Der 20 Jahre alte Özil hatte bereits in der Rückrunde der letzten Saison sein Potenzial angedeutet. Seine überragende Form nahm er über die U-21-EM in Schweden in die Saison mit.

Aus der Nationalmannschaft ist er spätestens seit seinem starken Auftritt gegen Südafrika nicht mehr wegzudenken.

Und auch in Marko Marin, von Bundestrainer Joachim Löw vor der EM in den erweiterten Kader berufen, setzten Bremer Vereinsführung und Fans große Hoffnung.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich der 20-Jährige gefangen. Seit der Beförderung in den Sturm an die Seite von Pizarro wirbelt er die gegnerischen Abwehrreihen durcheinander. Auf seinen ersten Ligatreffer wartet er allerdings noch.

Endlich verletzungsfrei

Für Außenstehende eher unerwartet kommt die aktuell gute Verfassung von Aaron Hunt. Mit vier Toren in den letzten vier Spielen - 1:0 gegen St. Pauli, 1:0 gegen Mainz, 1:0 gegen Bilbao, 2:0 in Stuttgart - ist er der derzeit neben Pizarro der verlässlichste Torjäger in Bremen.

In den vergangenen Jahren war der 23-Jährige häufig vom Verletzungspech geplagt. Dazu fiel er einige Male abseits des Rasens unangenehm auf, während seine Entwicklung auf dem Platz stagnierte.

Interesse vom FC Liverpool?

Für Hunt kommen die Gala-Vorstellungen genau zum rechten Zeitpunkt. Am Saisonende läuft sein Vertrag aus. Und schon kommen Gerüchte um einen möglichen Wechsel auf.

Wie der "Guardian" berichtet, soll der FC Liverpool an dem Linksfuß interessiert sein. Im Gegenzug soll Ryan Babel nach Bremen wechseln.

Glänzende Verhandlungsposition

Dass die Meldung mehr als nur eine - womöglich gezielt aufs Wasser gesetzte - Ente ist, kann Hunt nicht bestätigen. Die Engländer hätten mit ihm bisher noch keinen Kontakt aufgenommen. "Ich weiß, dass es den Klub gibt - sonst nichts", sagt er der Syker "Kreiszeitung".

Die Meldungen über Interessenten sind Hunt vor allem beim finanziellen Poker mit Werder sehr hilfreich. "Die Vereine wissen, dass ich nächstes Jahr ablösefrei zu haben bin", sagt Hunt.

Für Allofs keine einfache Situation, denn er weiß um Hunts Verhandlungsposition: "Er hat eine glänzende."

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