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Wer jubelt am Ende: Robert Enke (r.) oder Rene Adler? © getty

Von Christian Paschwitz

München - Robert Enke ist es bereits, Rene Adler wird es mittelfristig werden. Wenn es nach der Meinung der Experten geht.

So oder so: Tatsache ist, dass der Kampf um die Nummer eins der deutschen Nationalmannschaft zwischen den Torhütern von Bayer Leverkusen und Hannover 96 schon gegenwärtig hohe Wellen schlägt.

Ganz besonders deshalb, weil beide mit ihren Teams nun im Bundesliga-Freitagsspiel direkt aufeinanderprallen (ab 20 Uhr LIVE).

Und rechtzeitig zu diesem prestigeträchtigen Duell ist Adler nach überstandener Schulterverletzung wieder fit. Das Spiel ist also möglicherweise bereits ein erster Fingerzeig mit Blick auf die WM-Endrunde 2010 in Südafrika.

Denn wenngleich der gebürtige Jenaer Enke, der wie Adler (Leipzig) aus den neuen Bundesländern stammt, nach der EM die Nummer 1 im Nationalteam von Jens Lehmann übernommen hat - öffentlich wird bereits über seinen Nachfolger debattiert.

Der eindeutig Adler heißen wird, wie Ex-DDR-Nationalkeeper Rene Müller im Gespräch mit Sport1.de erklärt: "Adler ist definitiv schon bald der nächste Nationaltorwart. Ihm gehört die Zukunft."

In allen Jugend-Nationalteams

Müller muss es wissen, der 49-Jährige war Adlers erster Torwart-Trainer bei dessen Jugendverein VfB Leipzig. Und schon damals hat er auf Enkes fast acht Jahre jüngeren Kontrahenten, der im Gegensatz zu Enke (nur U21) alle Nachwuchs-Nationalmannschaften durchlief, ganz große Stücke gehalten.

"Er war - und ist es heute noch - einfach viel weiter in seiner Entwicklung", meint der aktuelle Trainer des 1. FC Nürnberg II.

Auch fußballerisch top

Nicht nur mit den Händen, sondern auch fußballerisch top, "vor allem aber mit einer unglaublichen Spielübersicht" ausgestattet, so Müller weiter.

Kurzum: Ein Mann, dem auch die übrigen Bundesliga-Youngster wie Manuel Neuer oder Michael Rensing nicht das Wasser reichen könnten. Weshalb sich Müller den 23-Jährigen eines Tages übrigens auch mal beim FC Bayern vorstellen kann:

"Wichtig ist nur, dass er sich keine gravierenden Verletzungen zuzieht. Das war manchmal in der Jugend sein Problem."

Schumacher: Adler und Neuer kämpfen um die Nummer 1

Ähnlich sieht es auch der frühere DFB-Torwart Toni Schumacher. "Die Gesundheit könnte ihm noch Probleme bereiten", meint der Sport1-Kolumnist, der sich ansonsten aber Müller anschließt:

"Im Moment setzt Joachim Löw auf Robert Enke, weil er weiß, dass der immer seine Leistung bringt. Ich glaube, damit fährt er gut. Aber wenn Rene Adler und Manuel Neuer fit sind, werden die beiden um die Nummer 1 in der Nationalmannschaft kämpfen. Und da hat Adler im Moment ein bisschen die Nase vorn."

Zunächst aber muss sich Adler in der DFB-Auswahl hinter Enke auf die Bank setzten, nachdem der Hannoveraner in den WM-Qualifikationsspielen gegen Liechtenstein (6:0) und Finnland (3:3) überzeugen konnte. Adler, der erst in der Vorwoche beim HSV (3:2) sein beschwerden- und fehlerfreies Comeback gab, befindet sich aber bereits in Lauerstellung.

Funkstille bei Ribbeck

"Er hat großen Ehrgeiz. Ich bin sicher, dass er seine Chance in der Nationalelf bekommen wird. Es ist nur aufgeschoben", meint der ehemalige DFB-Teamchef Völler, heute Sportdirektor in Leverkusen. Adler selbst will alles tun, um wieder dabei zu sein: "Ich arbeite konzentriert für meine Chance."

Er sei wieder da und hoffe, "dass die Nationalelf bald ein Thema wird".

Das dürfte es, wenn man Löw im Kölner "Express" hört: "Adler war ja bereits bei der EM bei uns. Wir wissen, was er kann", so der Bundestrainer.

Dessen Amtsvorgänger Erich Ribbeck hätte das 1999 freilich auch über Enke sagen können, als er den damaligen Gladbacher zum Confed Cup in Mexiko mitnahm. Im Nationalteam kam der 96er dann aber erst wieder acht Jahre später zum Zug.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Leverkusen: Adler - Castro (Reinartz), Henrique, Haggui, Kadlec - Rolfes - Renato, Vidal, Barnetta - Kießling, Helmes. - Trainer: Labbadia

Hannover: Enke - Cherundolo, Ismael, Vinicius, Rausch - Balitsch, Bastian Schulz - Rosenthal, Schlaudraff, Huszti - Forssell (Pinto). - Trainer: Hecking

Schiedsrichter: Manuel Gräfe

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