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Klare Ansage: Alexander Hleb fordert einen Systemwechsel beim VfB © imago

Der 28-Jährige fordert für sich eine neue Rolle im Mittelfeld. Ein Umdenken Babbels ist gar nicht so unwahrscheinlich.

Von Julian Ignatowitsch

München - Der VfB Stuttgart steckt nach einem schwachen Saisonstart mit nur acht Punkten aus acht Spielen in der Krise.

Nach der 0:2 (0:1)-Heimpleite gegen Bremen wirkten Trainer Markus Babbel und seine Mannen beinahe ratlos.

Jetzt meldet sich der angeschlagene Alexander Hleb zu Wort - und fordert den Systemwechsel: "Wir spielen zu langsam! Wir haben zu wenig Leben auf dem Platz! Das müssen wir ändern", meint Stuttgarts Hoffnungsträger in der "Bild".

Und er weiß auch schon wie: "Es wäre eine Möglichkeit, wenn wir mit einem klassischen Spielmacher spielen. Wir haben zu wenig Kreativität, wir haben ein Riesen-Loch im Zentrum."

Hleb will "ins Zentrum"

Hleb würde den Job am liebsten selbst übernehmen. "Ich würde gerne von ganz links außen ins Zentrum gehen."

Der 28-Jährige, der in den letzten drei Spielen wegen muskulärer Probleme pausieren musste, befindet sich derzeit im Aufbautraining. Ob er am kommenden Samstag gegen den FC Schalke 04 auflaufen kann, ist ungewiss.

Für die mögliche Rolle des Regisseurs meldet aber auch schon ein anderer Kandidat Ansprüche: der Brasilianer Elson ist heiß auf "die Zehn, meine Lieblingsposition".

Von einer flachen Vier zur Raute?

Damit es jedoch überhaupt erst soweit kommt, müsste Babbel dem Vorschlag seiner Spieler folgen und das System von einer flachen Vier mit zwei defensiven Mittelfeldspielern auf eine Raute mit Spielmacher umstellen.

Bisher hielt der Trainer eisern an einer Doppel-Sechs mit Sami Khedira und Thomas Hitzlsperger fest.

Doch die schlechten Ergebnisse der vergangenen Wochen könnten ein Umdenken zur Folge haben. Ein Formationswechsel ist deshalb durchaus wahrscheinlich.

Rückendeckung für Babbel

Zuletzt hatten Babbel und Manager Horst Heldt die Einstellung der Spieler kritisiert.

Gleichzeitig hatte Heldt dem Trainer demonstrativ den Rücken gestärkt ("Das Projekt Babbel ist nicht gescheitert") und dessen Teilnahme am Trainerlehrgang ausgesetzt.

Jens Lehmann sprach zwischenzeitlich sogar schon vom Abstiegskampf. Für Ruhe kann beim VfB also nur ein Sieg gegen Schalke sorgen. (DATENCENTER: 8. Spieltag)

"Ich muss mehr ins Dribbling gehen"

"Egal wie, wir müssen gewinnen", stellt Hleb klar. Dabei ist der Weißrusse durchaus selbstkritisch und weiß, dass auch er sich steigern muss.

"Ich muss mich wieder umstellen. Denn in der Bundesliga wird anders gespielt als in London oder Barcelona. Ich muss mich wieder daran gewöhnen, dass ich mehr ins Dribbling gehe und nicht in jeder Situation den Ball wieder schnell abspiele."

Die Schlüsselposition im zentralen Mittelfeld käme Hleb gerade recht. "Ich glaube der Mannschaft fehlt ein wenig das Selbstvertrauen, aber ich habe keinen Druck. Ich hoffe, dass ich auf der Zehn spielen darf", sagt er.

Jetzt ist Markus Babbel gefragt.

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