vergrößernverkleinern
Gerhard Tremmel appelliert an die Einstellung seiner Mitspieler © getty

Schlusslicht, ein Punkt, kein einziges Tor: In Cottbus liegen die Nerven blank. Gegen Bochum soll sich das Blatt wenden.

Berlin - Im Osten nichts Neues: Beim Bundesligisten Energie Cottbus spukt auch in dieser Saison früh das Abstiegsgespenst.

In den vergangenen beiden Jahren wurde es mit einem gestärkten Teamgeist verjagt, jetzt bedrohen Unstimmigkeiten innerhalb der Mannschaft das Ziel Klassenerhalt.

Ein Machtwort von Manager Steffen Heidrich und ein Teamabend sollen vor dem Heimspiel gegen den VfL Bochum am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) Rückkehr zu alter Stärke bewirken.

Ein Punkt, kein einziges Tor

"Die Stimmung war zuletzt gereizt", sagte Manager Heidrich: "Es wäre aber auch schlimm, wenn es nicht so wäre."

Tabellenschlusslicht, ein Punkt, kein einziges Tor: Der schlechteste Saisonstart in der Cottbuser Bundesliga-Geschichte hat bei einigen Spielern offenbar die Nerven blank gelegt.

So appellierte zunächst Torhüter Gerhard Tremmel auf seiner Internetseite an die Einstellung seiner Mitspieler und kritisierte indirekt das Training von Coach Bojan Prasnikar.

Piplica kritisiert Tremmel

Anschließend bekam der 29-Jährige die volle Breitseite von Ersatzkeeper Tomislav Piplica ab, der Tremmel über die Medien fehlenden Respekt vorwarf.

Angesichts der ausufernden Diskussionen meinte unlängst Präsident Ulrich Lepsch: "Ich habe das Gefühl, dass die Spieler nach Alibis suchen."

Kapitän Timo Rost hat große Mühe, die kleinen Feuer zu löschen, ehe daraus ein Flächenbrand wird.

"In unserer jetzigen Situation hat keiner das Recht, öffentlich Kritik zu äußern", sagte der 30-Jährige und organisierte am Donnerstag einen Teamabend, wo die Unstimmigkeiten aus dem Weg geräumt werden sollten.

Seit 456 Minuten ohne Tor

Unter der Woche hatte bereits Manager Heidrich die Mannschaft auf mehr Zusammenhalt eingeschworen.

"Ich habe darauf hingewiesen, dass wir wieder dahin zurückkommen müssen, was uns stark gemacht hat", erklärte der ehemalige Profi und meinte zuversichtlich: "Die Jungs sind heiß, sie wollen den Bock umstoßen."

Für den ersten Saisonsieg benötigen die Lausitzer jedoch mindestens einen Treffer - und genau da drückt der Schuh. Seit inzwischen 456 Bundesligaminuten haben die Energie-Profis nicht mehr ins Schwarze getroffen und somit jegliches Selbstvertrauen vor dem gegnerischen Tor verloren.

Job-Garantie für Prasnikar

"Die Angreifer haben zu viel Angst", erklärte Coach Prasnikar, auf dessen Übungsplan seit Wochen Torschusstrainung ganz oben steht.

Der Slowene selbst braucht sich um seinen Arbeitsplatz in Cottbus keine Sorgen zu machen.

Präsident Lepsch rüttelt auch weiterhin nicht an der zu Saisonbeginn ausgestellten Job-Garantie für den 55-Jährigen: "Ich kann das auch gern jeden Tag wiederholen. Er bleibt auch bei einem Abstieg."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel