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Dieter Hoeneß spielte in seiner aktiven Zeit für Stuttgart und den FC Bayern © getty

Dieter Hoeneß spricht im DSF-Doppelpass offen über seine Zeit in Berlin, Ex-Trainer Lucien Favre und die Vorwürfe von Sebstian Deisler.

Von Mathias Frohnapfel

München - Zurück in die Vergangenheit, Dieter Hoeneß hat darauf keine Lust.

Der ehemalige Manager von Hertha BSC schließt eine Rückkehr nach Berlin definitiv aus.

Hertha-Krise hin oder her.

"Nein, das kommt für mich nicht mehr in Frage. Das Thema ist abgeschlossen", sagte Dieter Hoeneß im DSF-Doppelpass.

Trotzdem drückt er seinem Ex-Klub die Daumen, der derzeit als Tabellenletzter glücklos den eigenen Ansprüchen hinterherjagt.

Gute Wünsche nach Berlin

"Ich hoffe natürlich, dass Hertha demnächst mal wieder ein Sieg gelingt, um aus dieser Situation herauszukommen", erklärte Hoeneß.

Der 56-Jährige hatte Hertha im Juni nach einem verlorenen Machtkampf mit Präsident Werner Gegenbauer und dem damaligen Trainer Lucien Favre verlassen müssen.

Seine Enttäuschung darüber hatte er öffentlich weitgehend verborgen.

Ein ähnliches Vorgehen hätte er auch dem geschassten Favre gewünscht.

"Ich hätte das nicht gemacht"

Zur pompös initiierten Pressekonferenz des Schweizers im Luxushotel "Adlon" sagte Hoeneß:

"Ich hätte das nicht gemacht. Da verfranst du dich und das bringt überhaupt nichts, bei aller Enttäuschung, die da natürlich da ist - vor vier Monaten war er noch der Messias und jetzt musste er gehen."

Und der Ex-Manager beschrieb sein eigenes Verhältnis zu Favre, das von "großen persönlichem Respekt" geprägt worden sein.

Die inhaltlichen Debatten hätten dem Klub letztlich sogar genützt.

Lattek: Favre ist großer Fehler passiert

"Am Ende sind Entscheidungen getroffen worden, von denen Hertha BSC profitiert hat. Lucien Favre ist auf dem Trainingsplatz als Trainer und als Fußballer erstklassig, da gibt es überhaupt keinen Zweifel."

Sport1.de-Kolumnist Udo Lattek meinte zu dem Thema: "Lucien Favre hat einen großen Fehler gemacht: Er hat geglaubt, Dieter Hoeneß wäre gegen ihn."

Und weiter: "Wenn Favre anerkannt hätte, dass Dieter Hoeneß ihm nur helfen wollte, wäre das ein wunderbares Paar gewesen - und eventuell wären sie letztes Jahr sogar Meister geworden. Nur an diesem kleinen Punkt, einem wichtigen Punkt, ist es wahrscheinlich gescheitert."

Gleichzeitig wehrte Hoeneß sich erneut gegen die Vorwürfe von Sebastian Deisler: "Ich bin sehr, sehr überrascht und enttäuscht. Ich habe Sebastian immer behandelt wie ein rohes Ei", meinte Hoeneß.

Antwort auf Deislers Vorwürfe

Deisler hatte in seiner Biografie "Zurück ins Leben" und bei einem Fernsehauftritt seinen Ex-Klub Hertha und Hoeneß massiv kritisiert.

Der ehemalige Nationalspieler klagte unter anderem, dass nach Bekanntwerden seines Wechsels von Hertha zu Bayern München "ein paar üble Sachen passiert" seien, und er als "Verräter" dargestellt worden sei.

Hoeneß stellte dazu klar, dass Deisler sich nicht über "mangelnde Zuwendung" beschweren müsste, "ganz im Gegenteil: Es gab keinen Spieler in der Zeit, mit dem man sich so intensiv beschäftigt hat, weil man auch gemerkt hat, dass er es braucht."

Hoeneß will nicht "das Opfer" sein

Auf die Frage, ob Deisler sich nicht in dem Buch vor allem mit der eigenen Profi-Zeit auseinandersetze, entgegnete Hoeneß:

"Wenn es ihm hilft, die Dinge aufzuarbeiten, dann ertrage ich das. Wenn es etwas anderes ist, und der Verdacht liegt natürlich nahe, bin ich nicht einverstanden, dass ich das Opfer bin."

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