vergrößernverkleinern
Christian Nerlinger (l.) ist seit Sommer Sportdirektor des FC Bayern © getty

Der FCB-Sportdirektor ist mit der Arbeit von Trainer van Gaal zufrieden, fordert aber kurzfristige Erfolge. Olic fällt lang aus.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - "Wir brauchen ab sofort Ergebnisse und sollten Meister werden".

Die Ansage von Christian Nerlinger ist deutlich.

Dennoch wird der Sportdirektor des FC Bayern nicht nervös angesichts von acht Punkten Rückstand auf Platz eins. (DATENCENTER: Bundesliga)

"Der HSV und Leverkusen müssen über die Saison zeigen, wie sie mit Rückschlägen fertig werden", erklärte Nerlinger im "kicker".

Dennoch: Der FCB hat die beiden Teams natürlich auf der Rechnung, zumal Manager Uli Hoeneß um die Stärken des aktuellen Tabellenführers weiß.

Hoeneß sieht Leverkusen mit "Riesenvorteil"

"Die Leverkusener haben einen Riesenvorteil, da sie nicht in der Europa League spielen", prognostizierte Hoeneß gegenüber Sport1.de bereits im September.

Dass die Münchner den Anschluss verlieren könnten, fürchtet indes an der Säbener Straße niemand.

Sportdirektor Nerlinger diagnostiziert, dass gegen Köln "die Aggressivität und der unbedingte Wille" fehlte. Er fordert deshalb in den nächsten vier Spielen gegen Freiburg, Frankfurt, Stuttgart und Schalke "ausreichend Punkte, um oben ranzukommen".

Rückendeckung für den Coach

Mit Nachdruck bekennt sich Nerlinger zu Trainer Louis van Gaal.

Die Mannschaft zieht aus Nerlingers Sicht sehr gut mit, auch die Stimmung sei gut. "Diese Ruhe verdanken wir der Mannschaftsführung van Gaals, bei 90 Prozent der Trainer wäre schon Sodom und Gomorrha".

Mit der Kritik, dass van Gaal die Stürmer mit vielen Wechseln verunsichere, kann der 36-Jährige nichts anfangen. Jeder Spieler wünsche sich nun mal "ein gewisses Maß an Sicherheit", doch "van Gaal kann diesen Kader nur führen, wenn er nach Leistung aufstellt."

Natürlich ist auch Nerlinger das Prinzip heilig, nach dem der Trainer für die Aufstellung verantwortlich ist.

"Klose kein Mittelfeldspieler"

Jedoch: Einen Hinweis kann er sich nicht verkneifen. "Klose", so stellt Nerlinger fest, "ist ein Vollblutstürmer, kein Mittelfeldspieler".

Und der Sportdirektor wirbt dafür, mit den Abwehrspielern Danijel Pranjic und Edson Braafheid mehr Geduld zu haben. "Beide haben ihr volles Leistungsvermögen noch nicht abgerufen. Es wäre aber ein großer Fehler, da vorschnell zu urteilen."

Für den 11-Millionen-Euro-Einkauf Anatoliy Tymoshchuk gilt laut Nerlinger ähnliches. Der Ukrainer werde noch "der Sechser", auch weil er ein "sehr gutes Stellungs- und Passpiel" habe.

Van Gaal braucht Erfolge

Aber für alle Spieler gelte das Leistungsprinzip ? genauso wie für den Trainer.

"Ein Prozess darf kurzfristigen Erfolg nicht ausschließen. Das ist ein Grundprinzip des FC Bayern", stellt er in Richtung van Gaal fest.

Der Bayern-Trainer muss sich indes darüber Gedanken machen, wie er mit den Ausfällen bei seinen Stürmern umgeht. Neben Arjen Robben hat sich auch auch Ivica Olic verletzt.

Er ist daher mit einer Wadenverletzung vorzeitig von der kroatischen Nationalmannschaft nach München zurückgekehrt.

Olic fällt sechs Wochen aus

Wie die Münchner mitteilten, muss der Kroate aufgrund eines Muskelbündelrisses in der rechten Wade eine Zwangspause von voraussichtlich sechs Wochen einlegen.

Ohnehin müssen die Bayern in der "Abteilung Attacke" weiter auf ihr Flügel-Traumduo Franck Ribery und Arjen Robben verzichten. Ribery wird den Bayern wegen einer Entzündung der Patellasehne wohl noch zwei Wochen fehlen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel