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Jupp Heynckes wurde als Spieler 1974 Weltmeister mit Deutschland © getty

Leverkusens Trainer genießt seinen neuen Job, ein Angebot des FCB hätte ihn aber auch gelockt. Heynckes gesteht auch Fehler ein.

München - Trainer Jupp Heynckes hätte sich nach seinem Fünf-Spiele-Intermezzo durchaus ein langfristiges Engagement beim FC Bayern vorstellen können.

"Ich hätte darüber nachgedacht", sagte der 64-Jährige dem "kicker":

"Drei Klubs sind in meinem Herzen: Mönchengladbach, Bilbao und Bayern."

Sein Comeback nach mehr als zwei Jahren als Interimscoach nach der Entlassung von Jürgen Klinsmann sei eigentlich "ein schöner Abschluss gewesen".

"Ich konnte den Motor nicht mehr abwürgen"

Doch nachdem "mein Freund Ulrich - Uli - Hoeneß und die Bayern-Führung mich dazu animierten, kam ich auf Temperatur und konnte den Motor nicht mehr abwürgen".

Deshalb sei er zu Bayer Leverkusen gegangen. Mit den Rheinländern führt er nach acht Spieltagen die Bundesliga-Tabelle an.

(DATENCENTER: Bundesliga)

Zudem sprang Heynckes in Sachen Nationalmannschaft für zwei seiner Bayer-Spieler in die Bresche. 99102(DIASHOW: Die Stationen seiner Karriere)

Unterstützung für Kießling

Der von Bundestrainer Joachim Löw trotz seiner sechs Bundesliga-Tore zuletzt nicht berücksichtigte Stefan Kießling habe "es verdient. Solche Spieler gibt es nicht sehr viele in Deutschland."

Und Rene Adler, der beim 1:0 in Russland am Samstag mit seiner starken Leistung das WM-Ticket sicherte, soll nach Ansicht von Heynckes trotz seiner engen Beziehung zum Konkurrenten Robert Enke (Hannover 96) 2010 in Südafrika im Tor stehen.

"Robert ist ein fantastischer Mensch und hat sich als Torwart weiterentwickelt", sagte Heynckes.

"Adler ist die Nummer 1 im deutschen Tor"

"Aber ich sehe Rene Adler als Nummer 1 im deutschen Tor", erklärte er weiter.

Er ist ein Klassekeeper, hat großes Talent und dank seines Intellekts schon ein Führungsspieler bei uns. Wenn er ständig im Europapokal spielt, wird er ein Weltklassetorwart."

Nach seinem Comeback möchte der Weltmeister von 1974 noch einige Jahre als Trainer arbeiten.

"Ich fühle mich auch mit 67 für die Rente noch zu jung", sagte der 64-Jährige.

Sport nur "herrlichste Nebensache"

Die letzten Jahre hätten ihn verändert: "Ich hatte Operationen und Krankheiten, da erhielt ich einen Blick für das Wesentliche, etwa dass der Sport die herrlichste Nebensache der Welt ist."

Selbstkritisch äußerte sich "Don Jupp", der mit München zweimal deutscher Meister und mit Real Madrid 1998 Champions-League-Sieger wurde, mit Blick auf seine Anfangsjahre.

"In der Menschenführung und Kommunikation habe ich Fehler gemacht", sagte er. Heute analysiere er ausgewogener. "Man darf nicht verletzend sein."

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