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Jürgen Klinsmann (l.) und Tim Borowski sind seit dem Sommer beim FCB © imago

Vor dem Spiel gegen Bremen (Sa., ab 15 Uhr LIVE) erklärt Bayern-Coach Klinsmann, warum er viel von Werder-Coach Schaaf hält.

Von Christian Paschwitz

München - FC Bayern gegen Werder Bremen. Einmal mehr steigt am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) das Duell der beiden langjährigen Rivalen um die Meisterschale.

Auch Martin Demichelis, der das Angebot einer Vertragsverlängerung bei den Bayern bis 2010 vorerst ausgeschlagen hat, ist heiß auf die Hanseaten.

"Mit einem Sieg könnten wir sie auf Distanz halten", sagt der Argentinier, der sich vor allem darauf freut, auf Bremer Seite seinen Kumpel Claudio Pizarro wiederzusehen.

Nach seiner Verletzung noch immer zuschauen muss jedoch Bayerns Regisseur Franck Ribery.

Und wohl auch Tim Borowski, wie Trainer Jürgen Klinsmann im Interview erklärt.

Frage: Jürgen Klinsmann, die Bundesliga hatte sich so gefreut auf die Rückkehr von Franck Ribery. Warum wird es jetzt doch nichts mit dem Einsatz gegen Werder?

Jürgen Klinsmann: Francks Muskulatur ist noch hart, er hat eine leichte Zerrung. Deshalb wollen wir sein Comeback in Ruhe angehen und planen deshalb erst am Mittwoch mit ihm. Dann wird er auf jeden Fall auflaufen können. Wir möchten auch, dass er das Gefühl hat, in seinem Element zu sein, wenn er auf den Platz kommt. Da wäre es nicht gut, wenn ihm im Hinterkopf rumspukt, die Muskulatur könne vielleicht nicht halten.

Frage: Ist Bremen nun die bisher größte Herausforderung?

Klinsmann: Bremen ist ein Topgegner. Wir erwarten ein sehr schwieriges Spiel. Bremen wird uns alles abverlangen. Aber wir wollen das Selbstvertrauen mitnehmen, das wir uns im Europa-Cup geholt haben.

Frage: Wie sieht es mit einem Einsatz von Miroslav Klose aus?

Klinsmann: Miro hat in Bukarest leider einen Pferdekuss abbekommen. Wir werden erst kurz vorher sehen, ob er spielen kann.

Frage: Tim Borwoski könnte es rein körperlich. Wird er gleich loslegen gegen seine alten Teamkollegen?

Klinsmann: Er ist in der Saison-Vorbereitung zurückgefallen mit einer Verletzung, Aber er kommt immer mehr zurück, von Woche zu Woche. Er will um jeden Preis in die Mannschaft. Aber es ist natürlich schwierig: Denn Schweinsteiger und auch Ze Roberto spielen auf sehr hohem Niveau, da wird es dann natürlich eng. Zumal Tim ja auch eine offensivere Rolle ausfüllt.

Frage: Wie groß ist der Respekt vor Werder-Coach Thomas Schaaf, der Ihnen sehr viele Spiele als Trainer voraus hat?

Klinsmann: Mein Respekt ist vor jedem Trainer groß. Aber von Thomas kann man natürlich viel lernen. Nicht nur wegen seines Fachwissen, sondern weil er guter Typ ist. Dass er seit so vielen Jahren im Amt ist, spricht für ihn und für seine Weitsicht. Da kann man ihm nur Komplimente machen. Als ich Bundestrainer war, habe ich mich mit ihm immer gut austauschen können über die Bremer Nationalspieler.

Frage: Wer muss eigentlich weichen, wenn Ribery zurückkommt?

Klinsmann: Das werden wir dann sehen. Wir haben ja auch mehrere Systeme zur Verfügung, ein 4-4-2 oder ein 3-5-2. Bei uns sieht das Moment bei beiden sehr gut aus. Es ist gut zu wissen, dass wir verschiedene Systeme zur Auswahl haben.

Frage: Wobei Sie doch lieber zur offensiveren Variante tendieren, oder?

Klinsmann: Wir wollen Druck nach vorn machen, das geht mit zwei Stürmern einfach besser. Die Taktik hängt aber natürlich immer vom Gegner ab. Die generelle Entwicklung geht hin zum 4-5-1, was ich aber schade finde - das ist eher ein Sicherheitsdenken. Mit nur einer Spitze anzugreifen, verlangt wahnsinnig viel vom Stürmer. Ich bin kein großer Fan davon.

Frage: Sie sind jedoch Fan geworden von Martin Demichelis, wie es scheint?

Klinsmann: Wir sind mit ihm einfach super zufrieden, er ist eine Führungsrolle gewachsen, er ist einer der Wortführer und Anführer. Das macht ihm auch richtig Spaß. Er weiß immer schon, wohin der Ball gespielt wird, er ahnt viel voraus, muss kaum in 1:1-Situationen. Das gibt dann natürlich auch der Mannschaft Selbstvertrauen und Sicherheit. Ein guter Typ ist Micho ohnehin.

Frage: Und jetzt ist er auch im Spielerrat, als dritter Kapitän.

Klinsmann: Das war ein Zeichen der Wertschätzung auch gegenüber unseren ausländischen Wortführern wie ebenso van Bommel und Lucio. Diese Persönlichkeiten tun dem FC Bayern gut.

Frage: Wenn Sie und die Bayern siegen gegen Werder: Geht es dann eigentlich hinterher aufs Oktoberfest?

Klinsmann: Ich weiß nicht, ob ich so viele Baseballmützen aufsetzen kann, dass ich mich da raustraue.

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