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Mark van Bommel verpasste in dieser Saison sieben Partien aufgrund eines Zehenbruchs © imago

Bayern-Kapitän Mark van Bommel ist wieder da. Die aktuelle Situation sieht er nicht kritisch. Denn aus einer Tatsache schöpft er Mut.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Sein Problem-Zeh am linken Fuß macht keine Mätzchen mehr.

"Der hält", sagt Mark van Bommel selbstbewusst beim Pressetalk an der Säbener Straße. Das Spiel bei Jahn Regensburg (0:1) am Dienstag, in dem er 60 Minuten mitwirkte, war sein Härtetest.

Nach zweimonatiger Verletzungspause ist der Kapitän des FC Bayern jetzt heiß auf sein Bundesliga-Comeback.

Am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) steht für die Münchner das Auswärtsspiel gegen den SC Freiburg an. "Und ich kann spielen", betont van Bommel. (DATENCENTER: Der 9. Spieltag)

van Gaal setzt auf den Kapitän

Natürlich entscheidet bei den Bayern immer noch Trainer Louis van Gaal, wann ein Akteur fit ist oder nicht.

Und van Gaal hält ihn noch nicht fit genug für ein ganzes Spiel: "Ich denke, dass er spielen kann, aber nicht 90 Minuten." Er müsse noch entscheiden, ob er van Bommel aus- oder einwechsle.

Doch es ist auch kein Geheimnis, dass der Coach große Stücke auf seinen verlängerten Arm auf dem Spielfeld hält.

"Ich hoffe, dass Mark der Danny Blind von Bayern München werden kann. Danny Blind konnte seine Mannschaft zusammenhalten und das ist im Fußball immer wichtig", hatte van Gaal vor kurzem im DSF erwähnt.

Schmerzlich vermisst

Van Bommels Fehlen war sicherlich nicht der entscheidende, aber ein Grund dafür, warum die Bayern zuletzt in drei Pflichtspielen ohne Torerfolg blieben.

Der Niederländer dirigiert aus dem defensiven Mittelfeld heraus und gibt das Tempo vor. Sein Wort hat in der Mannschaft einen unschätzbar hohen Wert.

"Einer wie er muss als Kapitän die Ordnung überwachen, auch mit Worten", meint van Gaal: "Das hat uns zuletzt ein bisschen gefehlt."

Die Länderspielpause hat der 32-Jährige dazu genutzt, hart an seiner Fitness zu arbeiten.

Ein Gefühl von Krise hat er nicht, obwohl der Rekordmeister momentan nur auf Platz acht rangiert und satte acht Punkte Rückstand zur Spitze aufweist.

"Jetzt müssen wir gewinnen"

"Keiner im Klub verbreitet Panik", betont van Bommel. "Wir dominieren den Gegner, sind immer überlegen, nur treffen wir das Tor nicht. Die Ausführung muss besser werden", fordert er aber.

Täglich sieht er im Training, wie sich das Team verbessere.

"Ich erlebe es jeden Tag. Es sieht alles schon sehr viel besser aus. Die Pässe kommen anders, die Laufwege sind abgestimmt. Ingesamt ist das eine enorme Steigerung", merkt er an.

Der Dirigent vernimmt also Harmonie. "Klar", sagt er noch, "jetzt müssen wir auch mal wieder gewinnen." Sonst werde der FC Bayern wie die niederländische Nationalelf.

"Ich weiß sehr gut, dass schön spielen oft auch nichts einbringt", schmunzelt van Bommel.

Toni zurück?

Vielleicht hilft den Bayern dabei ja auch Luca Toni aus der Ergebnismisere. Denn der Italiener darf sich durchaus Hoffnungen auf einen Einsatz gegen Freiburg machen.

"Er war oft da und hat seine Arbeit gemacht - auch defensiv. Wir sind sehr zufrieden mit seinem Auftritt", beobachtete Andries Jonker in Regensburg.

Momentan deutet vieles darauf hin, dass van Gaal gegen Freiburg von seinem bevorzugten 4-3-3-System abrückt.

Franck Ribery, Arjen Robben und Ivica Olic fehlen verletzt. Somit fehlen sämtliche Außenspieler.

Im Falle des Systemwechsels würde Toni dann mit Miroslav Klose und Mario Gomez sowie dem auch im Mittelfeld einsetzbaren Thomas Müller um einen der zwei Plätze im Angriffszentrum streiten.

Vermutlich ist Toni aber erstmal nur als Joker dabei.

Freiburg mit Verletzungssorgen

Freiburg muss indes auf Pavel Krmas verzichten. Der 29-jährige Innenverteidiger laboriert an einer Oberschenkelzerrung.

SC-Coach Robin Dutt muss gegen die Bayern zudem ohne die Stürmer Tommy Bechmann (Zerrung des Syndesmosebandes) und Jonathan Jäger (Achillessehnen-Probleme) auskommen.

Legendärer Sieg macht Mut

Die Bilanz der einstigen Breisgau-Brasilianer gegen die Bayern ist mau.

Zwei Tore und zwei Punkte - mehr war für Freiburg nicht drin in den letzten sieben Heimspielen gegen den Rekordmeister.

Mit Freude erinnern sich die Schwarzwälder noch an ihrem Coup bei ihrem ersten Aufstieg, als sie den FC Bayern im allerersten Bundesliga-Duell am 27. November 1993 durch drei Tore von Uwe Wassmer mit 3:1 besiegten.

Jetzt gewannen die Freiburger zwei der letzten drei Partien, in denen sie insgesamt neun Treffer erzielten.

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