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Compper (l., im Vorjahr gegen Pizarro) kam im Januar 2008 aus Gladbach zu 1899 © getty

Im Vorjahr boten Bremen und 1899 beim 5:4 ein Fußball-Fest. Doch vieles spricht dafür, dass die Neuauflage weniger torreich wird.

Von Andreas Kloo und Matthias Becker

München/Mainz - Als Marvin Compper in der 71. Minute zum 4:4 einköpfte, stand endgültig fest: Das Spiel zwischen Werder Bremen und 1899 Hoffenheim ist eine der spektakulärsten Partien der Saison 2008/09.

Nach 30 Minuten hatte Bremen im eigenen Stadion bereits mit 4:1 geführt. Doch dann trafen Sejad Salihovic, Vedad Ibisevic und eben Compper zum Ausgleich.

Nun schien sogar der Sieg möglich für den Aufsteiger. Aber Bremens Mesut Özil setzte mit dem 5:4 in der 81. Minute den Schlusspunkt in einer atemberaubenden Partie.

Hoffenheim bekam von ganz Fußball-Deutschland Lob für das mutige offensive Auftreten in Bremen, doch die Punkte blieben an der Weser.

"Von der ersten Minute an nichts zulassen"

Das soll diesmal anders sein, wie der damalige Torschütze Compper bei Sport1.de verspricht.

Der Abwehrspieler, dessen Einsatz wegen muskulärer Probleme in der Wade auf der Kippe steht, fordert vor der Neuauflage im Weserstadion (Sa., ab 15 Uhr LIVE), von Beginn an mehr Aufmerksamkeit auf die Defensivarbeit zu legen.

"Wir dürfen von der ersten Minute an nichts zulassen. In dem Moment, wo sich so etwas häuft, ist es alarmierend."

Mainz als Warnung

Spätestens seit der 1:2-Niederlage in Mainz müsste das Rangnick-Team gewarnt sein. Nach elf Minuten lag Hoffenheim dort bereits mit 0:2 im Hintertreffen.

"Mir hat in der ersten halben Stunde kein Spieler gefallen", stellte Trainer Ralf Rangnick hinterher schonungslos fest.

Kapitän Compper hat aus der bislang schwächsten Leistung der Saison seine Lehren gezogen: "Wir müssen es hinbekommen, dass wir von vorneherein wach sind und nicht erst durch Gegentore aufgeweckt werden."

Bremen als Startpunkt der Hoffenheimer Siegesserie

Beim 4:5 in Bremen im Vorjahr funktionierte dieser "Hallo-Wach-Effekt" allerdings hervorragend. Nach dem vierten Bremer Treffer legte Hoffenheim los wie die Feuerwehr und eroberte durch das mitreißende Auftreten viele Fan-Herzen.

Trotz der Niederlage holten sich die Baden-Württemberger durch diese Partie enormes Selbstvertrauen, das sie in den darauffolgenden Spielen in Erfolge ummünzten.

Hoffenheim gewann danach fünf Spiele hintereinander und stürmte mit 17 Treffern in fünf Partien an die Bundesligaspitze (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Lehren aus Rückrunde gezogen

Bis zur Winterpause hielt sich 1899 auf Rang eins, um dann in der Rückrunde einzubrechen.

Auch daraus hat Compper seine Lehren gezogen: "Zur Halbserie kann man gerne mal Erster sein, doch das bringt nichts, wenn man es in der Rückrunde wieder hergibt."

Verbesserte Defensivbilanz

Compper repräsentiert das neue Auftreten der Hoffenheimer 2009/10. Weniger forsch, mehr auf Sicherheit setzend - vielleicht auch erwachsener.

Sieben Gegentore hat der Defensivverbund um den einmaligen A-Nationalspieler bislang erst kassiert. Im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt bereits 14.

Wieses Weiße Weste

Ähnliches gilt auch für den kommenden Gegner. In der letzten Saison waren in der Werder-Defensive immer wieder erhebliche Mängel festzustellen, was sich in 50 Gegentoren niederschlug.

In dieser Saison hat Bremen hat erst sechs Gegentreffer vorzuweisen, Tim Wiese wahrt mittlerweile seit 529 Minuten seine Weiße Weste. Vieles spricht also dafür, dass den Fans diesmal nicht ein solches Fußball-Fest geboten wird wie am 27. September 2008.

Es sei denn, beide Mannschaften werfen ihr neu erlerntes Defensiv-Prinzip wieder über Bord.

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