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Der FC Schalke 04 spielt seit 1991 durchgehend in der Bundesliga © imago

Ausgerechnet die klammen "Königsblauen" wollen die Bundesliga zum Verzicht bewegen: Sie fordern eine Gehalts- und Transfergrenze.

München - Ist es der idealistische Anstoß zu einer Revolution der Liga?

Oder die Interessenpolitik eines finanziell gebeutelten Krisenklubs?

Schalke 04 fordert eine Gehaltsobergrenze für Profis und hat bereits einen entsprechenden Antrag bei der DFL eingereicht.

Das Schreiben ist laut Schalke eine Reaktion auf die von Hannovers Präsident Martin Kind beantragte Abschaffung der Investorenregel in der Bundesliga, wonach der Stammverein mindestens 50 Prozent plus eine Stimme an den Lizenzspielerabteilungen der Klubs halten muss.

"Nicht nur über Investoren nachdenken"

Über die Aufhebung der sogenannten 50+1-Regel entscheiden die 36 Erst- und Zweitligisten bei einer Vollversammlung am 11. November.

"Für uns ist es wichtig, dass nicht nur über mögliche Investoren nachgedacht wird, sondern vorrangig über die Verwendung der Gelder", sagte Schalkes Geschäftsführer Peter Peters dem "kicker".

Mit Blick auf die Verhältnisse in der englischen Premier League fügte er hinzu: "Der sportliche Wettbewerb innerhalb der Liga darf nicht wie in anderen Ländern unnatürlich durch äußere Einflüsse eingeschränkt werden."

70-Prozent-Grenze vorgeschlagen

Der Peters-Plan sieht ein Kostenkontrollsystem vor. Angelehnt an die Lizenzierungskriterien der UEFA für die Europacup-Teilnehmer fordert Liga-Vizepräsident Peters ein Salary Cap.

So darf ein Verein nur 70 Prozent seiner Gesamteinnahmen aus den Bereichen TV, Sponsoring, Ticketing und Werbung in Transfer- und Personalkosten investieren.

Die Gelder eines Investors dürfen indes nur in Bereiche fließen, die nichts mit den Aufwendungen für die Profis zu tun haben. Beispielsweise in den Stadionbau oder in die Entwicklung der Leistungszentren.

Strafenkatalog mit Bußgeldern und Punktabzügen

Peters hat in den Antrag auch einen Strafenkatalog eingebaut, falls sich die Klubs nicht an die 70-Prozent-Grenze halten sollten.

So soll jeder Klub, der den Grenzwert von 70 Prozent überschreitet, von der DFL zunächst die Auflage erhalten, dass sich die Situation bis zum folgenden Jahr nicht verschlechtern darf.

Wenn die Auflage nicht erfüllt wird, drohen Geldstrafen in sechsstelliger Höhe sowie Punktabzüge.

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