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Michael Oenning war vor seiner Zeit in Nürnberg Nachwuchscoach in Bochum © getty

Vor dem Kellerduell am Samstag: Hertha BSC setzt auf Feuerwehrmann Funkel, der 1. FC Nürnberg auf Kontinuität mit Oenning.

Berlin - Ähnliche Not, andere Rezepte: Hertha BSC Berlin und der 1. FC Nürnberg gehen in der sportlichen Krise verschiedene Wege.

Während man beim Schlusslicht aus der Hauptstadt zum letzten Mittel Trainerwechsel gegriffen hat, bleibt man beim Club vor dem direkten Duell am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) seiner Linie treu.

"Ich will keine Trainerdiskussion. Wir haben uns für Michael Oenning entschieden. Ich baue auf ihn", sagte Nürnbergs Präsident Franz Schäfer und gab dem Coach Rückendeckung.

Sportdirektor Martin Bader blies ins gleiche Horn und relativierte den Ernst der Lage beim Tabellenvorletzten vor dem Spiel gegen Hertha. "Das ist kein Endspiel", sagte Bader und fügte an: "Wir sind erst am 9. Spieltag."

Fans halten zu Oenning

Trotz zuletzt drei Liga-Pleiten in Folge halten auch die Fans zu Oenning und verzichteten bei der Mitgliederversammlung am Dienstag auf Attacken gegen den Coach.

Da sorgte die Mitteilung des Klubs, dass das Defizit aus der Saison 2008/2009 bei 5,8 Millionen Euro liege, schon für größere Unruhe.

Gegen drohende Spielerverkäufe hilft nur sportlicher Erfolg. "Am Ende muss gegen Hertha ein Sieg stehen", sagte Schäfer.

Besonnenheit bleibt die Devise

Oenning selbst bleibt in der Krise seinem ruhigen und besonnenen Stil treu.

"Mir ist vor dem Spiel nicht bange", sagte der Coach, der am Samstag zwei Stürmer aufbieten will. Dabei handelt es sich wohl um Christian Eigler und Albert Bunjaku.

Auf der rechten Seite soll Daniel Gygax nach zuletzt guten Trainingsleistungen wieder eine Chance erhalten.

Herthas Hoffnungen ruhen auf Funkel

Bei Hertha BSC ruhen die Hoffnungen allein auf den Schultern von Friedhelm Funkel.

Die Blütentraume, mit Lucien Favre eine Meistermannschaft zu formen, sind ausgeträumt, nun soll der erfahrene Abstiegskämpfer die Hauptstädter retten.

Nach knapp zwei Wochen Dienstzeit an der Spree hat der Coach das ganze Ausmaß der Problematik erkannt. "Hertha ist mein bisher härtester Job", sagte Funkel im "kicker".

Routiniers in der Pflicht

Nach sieben Liga-Pleiten in Folge ist die Mannschaft hochgradig verunsichert. Vor allem die erfahreneren Akteure nimmt Funkel nun in die Pflicht.

"Zwei, drei Spieler müssen jetzt vorangehen: natürlich Arne Friedrich als Kapitän, auch Pal Dardai und Steve von Bergen", sagte der Coach, dessen Premiere beim 1:3 gegen den Hamburger SV misslang.

Da Funkel kaum personelle Alternativen hat, macht er aus der Not eine Tugend. Er redet glücklose Spieler wie Null-Tore-Stürmer Artur Wichniarek oder Ersatzkeeper Sascha Burchert stark.

Keine Zweifel an Burchert

Burchert musste nach zwei unglücklichen Gegentoren gegen den HSV viel Spott und Häme einstecken.

Dennoch steht er am Samstag womöglich wieder im Tor, da Stamm-Keeper Jaroslav Drobny und Nachverpflichtung Timo Ochs noch angeschlagen sind.

"Natürlich", vertraue er Burchert, erklärte Dauer-Optimist Funkel im Sport1.de-Interview und lässt zumindest nach Außen keinen Zweifel an dem 19-Jährigen Keeper aufkommen.

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