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David Jarolim steht seit 2003 beim Hamburger SV unter Vertrag © getty

Vor dem Hit gegen Leverkusen ist HSV-Kapitän Jarolim vom Australien-Trip seiner Teamkollegen und anhaltenden Personalproblemen genervt.

Aus Hamburg berichtet Martin Volkmar

Hamburg - Aufatmen bei Bruno Labbadia: Beim Training am Donnerstagnachmittag konnte der HSV-Trainer die fünf letzten seiner zahlreichen Nationalspieler begrüßen, die in den vergangenen zwölf Tagen auf Länderspielreise waren.

Alles andere als eine optimale Vorbereitung auf das Topspiel am Samstag (Sa., ab 18.15 Uhr LIVE) in der Hamburger Arena zwischen dem Tabellenzweiten und dem punktgleichen Spitzenreiter Bayer Leverkusen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Zumal einigen die Reisen zur Nationalelf noch in den Knochen steckte: So bringen David Jarolim, David Rozehnal und Marcus Berg den Frust der verpassten WM-Qualifikation mit in die Hansestadt.

Mathijsen und Elia 50 Stunden im Flugzeug

Weniger psychische denn physische Probleme beklagen dagegen die beiden Niederländer Joris Mathijsen und Eljero Elia, die für den Trip nach Australien rund 50 Stunden im Flugzeug saßen.

"So etwas passiert hoffentlich nicht wieder", meinte der müde Mathijsen, während Jarolim schimpfte: "Das ist natürlich Schwachsinn. So eine Mammut-Tour für einen Testkick - total irre!"

Mit der Laune des HSV-Kapitäns ist es ohnehin nicht zum Besten gestellt. Neben dem Australien-Trip seiner Teamkollegen und dem WM-Aus mit Tschechien nerven den Mittelfeldspieler vor allem die anhaltenden Personalprobleme.

Jarolim fordert Verstärkungen

"Unser Kader ist durch die vielen Ausfälle sehr dünn, es darf sich keiner mehr verletzen", sagte Jarolim dem "Hamburger Abendblatt" und forderte vehement Verstärkungen:

"Wir müssen irgendwie bis in den Winter kommen und dann hat der Verein andere Möglichkeiten, sich umzusehen und den Kader zu planen. Es ist wohl kein Geheimnis, dass dann was gemacht wird."

Bis dahin allerdings müssen die Rothosen in noch 13 Pflichtspielen mit dem verbliebenen Kader auskommen und da drückt der Schuh nach den langfristigen Ausfällen von Paolo Guerrero und Mladen Petric vor allem im Sturm.

Gegen Leverkusen nur mit einer Spitze?

Zumal auch die möglichen Alternativen Romeo Castelen und Youngster Tunay Torun angeschlagen sind. Gut möglich also, dass Labbadia sein System umstellt und den letzten verbliebenen Stürmer Berg als einzige Spitze aufstellt.

Im Training mit Rumpfbesetzung allerdings blieb der Coach beim bislang praktizierten 4-4-2. Somit spricht einiges dafür, dass Elia vom Mittelfeld in den Angriff vorrückt.

"Wenn es für unseren Erfolg nötig ist, spiele ich auch vorne", sagte das Supertalent, das allerdings noch schwer unter dem Jetlag der Reise nach Australien zu leiden hat.

"Die Tour war hart. Und das Spiel war schlecht von mir und für mich. Im Spiel wollte mein Gegenspieler nichts anderes als mich umhauen", berichtete Elia.

Drei Topspiele in Folge

Nun aber geht sein Blick nach vorne auf die drei Topspiele gegen Leverkusen, Celtic Glasgow und Schalke 04: "Wir stehen vor einer großen Woche. Wir müssen alle drei Spiele gewinnen, wenn wir unsere nationalen und internationalen Ziele erreichen wollen."

Beim HSV will man sich jetzt, wo die Hinrunde in die entscheidende Phase geht, nicht von den Hiobsbotschaften der letzten Zeit verrückt machen lassen.

"Unsere Mannschaft ist stark genug ist, die Ausfälle bis zum Winter zu kompensieren. Wir brauchen kein Alibi. Dafür haben wir genug Qualität", meinte Jarolim.

Gesetz der Serie spricht für Hamburg

Zudem spricht auch das Gesetz der Serie beim Spitzenspiel für die Hanseaten: In den letzten sechs Begegnungen gegen Bayer gab es vier HSV-Siege und keine Niederlage.

Allerdings trafen beim 3:2-Heimerfolg vor 13 Monaten Petric, Guerrero und der längste nach München abgewanderte Ivica Olic.

Trotzdem bleibt Jarolim zuversichtlich: "Wir sind stärker und erfahrener, dazu haben wir ein Heimspiel. Alle Pluspunkte liegen also bei uns."

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