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Karl-Heinz Rummenigge ist Erster Vorsitzender der ersten Vorsitzenden der European Club Association © getty

Der Rekordmeister lehnt einen Salary Cap ab, wie Schalke 04 ihn sich vorstellt. Auch bei anderen Vereinen herrschen Zweifel.

München - In der anhaltenden Diskussion um die Einführung einer Gehaltsobergrenze für Fußball-Profis hat Rekordmeister Bayern München die Bundesliga vor einem Solo gewarnt.

"Es wäre absurd, einen nationalen Alleingang zu starten", heißt es in einer Erklärung des Vorstandes der FC Bayern München AG.

"Das wichtige Thema Kostenkontrolle kann nur in einem internationalen Konsens, zusammen mit der UEFA, in Angriff genommen werden, damit dann für alle Klubs in Europa die gleichen Regeln gelten." 68165(DIASHOW: Die reichsten Klubs in Europa)

Grundsätzlich begrüßen die Münchner die von Ligarivale Schalke 04 am Donnerstag erneut angestoßene Diskussion um die Einführung des sogenannten Salary Cap.

Furcht um die Wettbewerbsfähigkeit

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat sich in den vergangenen Jahren wiederholt und bisweilen vehement für eine Gehaltsobergrenze ausgesprochen.

Allerdings fürchten die Bayern um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Bundesliga für den Fall, dass das deutsche Oberhaus den Salary Cap als einzige Liga einführt.

Unterstützung für UEFA-Initiative

Der FC Bayern "begrüßt und unterstützt" die jüngste Initiative der UEFA-Exekutive, im europäischen Fußball eine Kostenkontrolle und auf diesem Weg Chancengleichheit zu erreichen, hieß es in der Erklärung weiter.

Der Rekordmeister lehne aber strikt "einen nationalen Alleingang in dieser Angelegenheit" ab.

Dadurch würden sich deutsche Klubs nämlich "einen eklatanten Wettbewerbsnachteil im Vergleich mit anderen europäischen Ligen selbst auferlegen".

"Gefährliche Entwicklung"

Auch bei anderen Vereinen regt sich Widerstand.

"Die Bundesliga steht vor einer gefährlichen Entwicklung, wenn man den Gedanken der Schalker zu Ende denkt. Durch diesen Antrag entsteht national keine Chancengleichheit", sagte Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser.

"Vielmehr wird der Status quo der Klubs in den Metropolen zementiert, weil sie große Stadien haben und so viel größere Umsätze generieren können."

Er fügte wegen der finanziell problematischen Situation des Antragstellers hinzu: "Es überrascht schon, dass ausgerechnet die Schalker zu diesem Zeitpunkt den Antrag stellen."

Bruchhagen zweifelt an Gehaltsobergrenze

Eintracht Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen, der den Einstieg von Investoren in der Bankenmetropole grundsätzlich ablehnt, hält die Umsetzung einer Gehaltsobergrenze kaum für möglich.

"Als ich noch Geschäftsführer bei der DFL war, habe ich einen Antrag eingereicht, dass die Provisionen der Berater nicht mehr als 10 Prozent des Grundgehalts der Spieler betragen dürfen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen", sagte Bruchhagen.

"Daran gehalten hat sich aber niemand. Der Vorschlag der Schalker ist gut. Aber alleine mir fehlt der Glaube, dass die Vereine es auch alle so umsetzen würden."

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