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Hertha BSC Berlin verlor bisher sieben seiner acht Saisonspiele © getty

Für die Berliner ist das Duell gegen Nürnberg richtungweisend. Trainer Funkel will aber nichts wissen von einem Schicksalsspiel.

Berlin - Aufbruch oder Agonie: Hertha BSC Berlin steht vor dem Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg (Sa., ab 15 Uhr LIVE) am Scheideweg.

Sollten die Berliner im Kellerduell des 9. Spieltages ihre Talfahrt auch unter Trainer Friedhelm Funkel fortsetzen und die achte Niederlage in Folge kassieren, droht der "Alten Dame" bis zur Winterpause der Stammplatz am Tabellenende. (DATENCENTER: 9. Spieltag)

Trainer Friedhelm Funkel, seit knapp zwei Wochen bei den Berlinern im Amt, spielt die Bedeutung der Partie bewusst 'runter. (Friedhelm Funkel im Sport1.de-Interview)

"Ich möchte nichts von einem Schicksalsspiel hören", mahnte der Coach. Schicksale seien Vorfälle wie kürzlich der Tod von Ex-Profi Rolf Rüssmann, der viel zu früh verstorben sei. Aber Trainern und Fußballern, so Funkel, gehe es trotz aller Schwierigkeiten immer noch gut.

Funkel will Druck nehmen

Typisch Funkel. Der 55 Jahre alte Routinier versucht den Druck von seiner verunsicherten Mannschaft zu nehmen. Natürlich weiß auch der Nachfolger des zuletzt glücklosen Lucien Favre, dass man sich im Frankenland keine neuerliche Schlappe erlauben kann.

Dann nämlich hätte man auf den jetzigen Vorletzten Nürnberg schon fünf Punkte Rückstand und die Rückkehr zum rettenden Ufer wird zu einem immer schwierigeren Unterfangen.

Weg von den Abstiegsplätzen

Vielen Tagträumern unter Berlins Fußball-Fans, die die sofortige Rückkehr auf einen einstelligen Tabellenplatz gefordert hatten, öffnete Funkel bereits die Augen.

Es gehe jetzt zunächst nur darum, die Abstiegsplätze zu verlassen. Dazu benötige es Zeit. Man müsse in kleinen Schritten denken. Bis zur Winterpause wolle man zwei, drei Mannschaften überholen.

Trendwende muss her

Auch Manager Michael Preetz hat die Erfolge aus der Vorsaison mit der Teilnahme für das internationale Geschäft längst abgehakt. Der Alltag sehe nun anders aus.

"Wir müssen den Trend stoppen. Ein Punkt wäre schon ein Anfang, doch wir wollen den Sieg in Nürnberg", meinte Preetz, dessen Team in der Hinrunde noch gegen den VfL Wolfsburg, VfB Stuttgart, Schalke 04, Bayer Leverkusen und Bayern München antreten muss.

Drobny und Ochs fallen weiter aus

Ausgerechnet in der schwierigen Phase hat Hertha mit personellen Problemen zu kämpfen. Torwart Jaroslav Drobny leidet noch unter den Folgen eines Bandscheibenvorfalls sowie einer Muskelverletzung und fällt aus. Für ihn wird der 19 Jahre alte Sascha Burchert spielen.

Mittelfeldspieler Gojko Kacar kam völlig ausgelaugt vom Länderspiel mit Serbien in der WM-Qualifikation gegen Litauen (1:2) zurück. Die Mittelfeldspieler Maximilan Nicu (Sprunggelenkverletzung) und Lukas Piszczek (Innenband) sind ebenfalls angeschlagen.

Und auch Keeper Timo Ochs, der kurzfristig für Drobny verpflichtet wurde, kann wohl wegen eines Muskelfaserrisses nicht mitwirken.

Oenning selbstbewusst

Beim Club gibt sich Trainer Michael Oenning vor dem Kellerduell selbstbewusst:

"Wir müssen nach vorn schauen, es hilft nicht, uns den größtmöglichen Unfall vorherzusagen. Wir dürfen uns nicht selbst runterziehen. Wir sind nach wie vor auf der Suche nach der optimalen Zusammensetzung, weil wir eben noch nicht erfolgreich sind", sagte der Coach.

Am Samstag will Oenning mutig beginnen und zwei Stürmer aufbieten. Dabei handelt es sich wohl um Christian Eigler und Albert Bunjaku. Auf der rechten Seite soll Daniel Gygax nach zuletzt guten Trainingsleistungen eine Chance erhalten.

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