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Leverkusens Schwaab (r.) klärt den Ball vor dem Hamburger Elia © getty

In einem schwachen Spitzenspiel dominieren die Abwehrreihen. Leverkusen bleibt im vierten Spiel ohne Gegentreffer.

Hamburg - Bayer Leverkusen hat dank seiner überragenden Defensive in einem insgesamt schwachen und enttäuschenden Spitzenspiel den Angriff des Verfolgers Hamburger SV auf die Tabellenspitze abgewehrt.

Nach einem 0:0 in der Hansestadt bleibt die Werkself mit 21 Punkten aufgrund des um einen Treffer besseren Torverhältnisses auf Platz eins vor dem HSV.

Beide Teams sind damit als einzige Mannschaften in der Bundesliga ungeschlagen.

Leverkusen blieb mit der besten Abwehr der Liga auch im vierten Spiel in Folge ohne Gegentreffer, der HSV erzielte erstmals in dieser Saison kein Tor und musste nach vier Heimsiegen zwei Punkte in der eigenen Arena abgeben.

Heynckes zufrieden mit "Ergebnissicherung"

"Ich habe fast erwartet, dass das Spiel so verläuft", sagte Bayer-Trainer Jupp Heynckes: "Viele Spieler hatten Länderspiele in den Knochen. Wir waren auf Ergebnissicherung bedacht."

HSV-Trainer Bruno Labbadia war nach dem Duell mit seinem Ex-Klub ebenfalls nicht ganz zufrieden. "Leverkusen hat ganz klar auf einen Fehler von uns gewartet. Wir haben das Spiel gemacht, mussten aber auch vorsichtig sein."

Arslan stürmt von Beginn an

HSV-Trainer Bruno Labbadia überraschte vor 57.000 Zuschauern im Angriff mit der Aufstellung von Tolgay Arslan.

Nach den schweren Verletzungen der Sturmstars Mladen Petric und Paolo Guerrero muss Labbadia mindestens bis zur Winterpause in der Offensive improvisieren, er behielt aber auch im Spitzenspiel seine bewährte 4-4-2-Taktik bei.

Der 19-jährige Deutsch-Türke Arslan feierte sein Bundesligadebüt an der Seite des Schweden Marcus Berg.

Torun kommt für verletzten Arslan

Er spielte selbstbewusst auf und hatte in der elften Minute die erste Torchance, sein Schuss aus 17 Metern strich aber am Gehäuse vorbei.

In der 39. Minute war das Spiel für Arslan aber mit einer Knieverletzung schon wieder beendet. Für ihn kam Tunay Torun ins Spiel.

Bei den Leverkusenern erhielt im Mittelfeld der wiedergenesene Renato Augusto den Vorzug vor Toni Kroos, der erst in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde. Renato Augusto musste in der zweite Hälfte ebenfalls verletzt raus.

Mehr Spielanteile für Hamburg

Die Partie begann mit viel Einsatz auf beiden Seiten, wobei Schiedsrichter Florian Meyer einige Male bei Fouls großzügig die Augen zudrückte.

Die Gastgeber taten insgesamt mehr für die Offensive und hatten mehr Spielanteile. Echte Torchancen blieben aber bis zur Schlussphase Mangelware.

Leverkusen machte die Räume sehr gut zu und stand insgesamt sicher in der Abwehr, so dass es kaum ein Durchkommen für die Elf von Labbadia gab. Bei ihren Kontern waren die Leverkusener dagegen zunächst nicht zielstrebig genug.

Leverkusen in der Defensive

Erst in der 27. Minute kam Bayer gefährlich vor das HSV-Tor, Gonzalo Castro schob aus spitzem Winkel aber vorbei.

Nach dem Wechsel hatten erneut die Hamburger mehr Spielanteile, wurden aber kaum gefährlich. In der 79. Minute vergab Torun die einzige echte Chance der Hamburger, als er aus kurzer Distanz Gonzalo Castro anschoss. Torwart Rene Adler war bereits geschlagen.

Rost mit zwei Paraden

Dann aber hätte Bayer beinahe zugeschlagen, Frank Rost musste nach einem Kopfball von Sami Hyypiä sein ganzes Können aufbieten (86.).

Drei Minuten später entschärfte Rost mit einem tollen Reflex einen Schuss von Stefan Kießling und sicherte so den Punkt.

"Hätten offensiv mehr machen können"

Die Chancen zum Schluss konnten aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das mit Spannung erwartete Spiel insgesamt enttäuschte.

"Taktisch und defensiv haben wir gut gespielt. Offensiv hätten wir mehr machen müssen", räumte Leverkusens Bester, Hyypiä, ein.

Auch Simon Rolfes machte keinen Hehl aus defensiven Marschroute der Werkself. "Es war erstmal wichtig gut zu stehen", so der Bayer-Kapitän: "Wir können mit dem 0:0 gut leben."

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