Statt Sturmläufen und tollen Toren standen am 9. Spieltag Abwehrreihen und Defensivtaktiken im Vordergrund. Zum Leidwesen der Fans.

München - Eigentlich hatte alles besser werden sollen nach der Länderspielpause.

Doch was das Hamburger Publikum in der Spitzenpartie des 9. Bundesligaspieltags gegen Bayer Leverkusen ertragen musste, war kaum sehenswerter als das müde 1:1 der DFB-Auswahl am Mittwoch.

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Ob es an Sami Hyypiä lag, dem robusten finnischen Abwehrchef, der gegen die HSV-Offensive ebenso nichts zuließ wie drei Tage zuvor gegen Joachim Löws Team?

Im tabellarischen Spitzenspiel verließen die ersten Zuschauer schon fünf Minuten vor Spielende die Hamburger Arena. Sie verpassten im Gegensatz zum Mittwoch auch keinen Treffer in der 90. Minute.

Am Ende waren HSV-Coach Bruno Labbadia und Bayers Trainer-Altmeister Jupp Heynckes mit dem Punkt zufrieden.

Doch nicht nur in Hamburg bekamen die Fans fußballerische Magerkost serviert.

In Stuttgart überzeugten Felix Magaths Schalker beim 2:1-Sieg mehr durch Effektivität als durch spielerische Finessen.

"Nach vorne ging zwar nicht viel, aber hinten haben wir sehr gut gestanden", betonte der Trainer.

Magaths junge Spieler traten auf dem Rasen erneut wie alte Hasen auf und wirkten unbeeindruckt von den erneuten Negativschlagzeilen über die finanzielle Schieflage des Klubs.

Sportlich profitierten die Königsblauen vom Remis in Hamburg und stehen auf Platz drei nur noch zwei Punkte hinter dem Spitzenduo.

Auch Bremen kam näher heran und hat plötzlich nur noch vier Punkte Rückstand auf Platz eins.

Thomas Schaaf stellte - wie könnte es anders sein - die Leistung seiner Hintermannschaft heraus. "Wir haben in der Defensive sehr gut gestanden", sagte der Werder-Coach nach dem 2:0 über Hoffenheim. Das 2:0 erzielte übrigens Abwehrchef Per Mertesacker

Schließlich verkürzte auch der FC Bayern den Abstand nach oben. Louis van Gaal reihte sich nach dem 2:1-Sieg bei Aufsteiger Freiburg mit seiner Analyse bei seinen Trainer-Kollegen ein.

"Wir haben keine Chancen zugelassen", sagte der Niederländer über das Spiel, das aus seiner Sicht nur einen Schönheitsfehler hatte: "Über das Gegentor am Ende habe ich mich geärgert, das war unnötig."

Der zweite Bayern-Treffer war übrigens ein Eigentor von Freiburgs Du-Ri Cha. Die Münchner Angreifer Miroslav KLose, Mario Gomez und Luca Toni gingen wieder einmal leer aus.

Zwei Tore - eins von Schalkes Kevin Kuranyi - das andere von Bremens Claudio Pizarro, war die gesamte Ausbeute der Stürmer der ersten fünf Teams der Tabelle.

Zufrieden waren am Ende dennoch alle. Außer die Zuschauer.

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