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Bester Stimmung nach dem 2:0: Werders Torsten Frings (l.) und Tim Wiese © imago

Mit dem Sieg über Hoffenheim verbannt Bremen das Image einer Wundertüte endgültig. 1899 hadert über einen Elfer.

Bremen - Sie sind seit 13 Pflichtspielen ungeschlagen, wirken gefestigt wie in besten Zeiten - und ihre Fans singen bereits von der Meisterschaft:

Nach den Enttäuschungen der vergangenen Saison hat sich Werder Bremen endgültig in der Bundesliga-Spitzengruppe zurückgemeldet.

"Wir arbeiten als Mannschaft wieder gut zusammen. Das hat uns in der vergangenen Spielzeit komplett gefehlt", sagte Torsten Frings nach dem 2:0 (2:0) gegen 1899 Hoffenheim.

Der Mannschaftskapitän brachte den Wandel der Hanseaten auf den Punkt.

Schluss mit der Wundertüte

Die Werder-Wundertüte, aus der in der vergangenen Saison der DFB-Pokal-Sieg, das Endspiel des UEFA-Cups, aber auch Rang zehn in der Bundesliga kamen, ist aus dem Sortiment genommen.

"Die Mannschaft hat einen Lernprozess durchgemacht und unglaublich hart an ihren Schwächen gearbeitet", sagte Sportdirektor Klaus Allofs.

Und weiter: "Man darf nicht nur offensiv denken. Wenn jeder seine Aufgabe erfüllt, ist man halt gut dabei. Das war in der Vergangenheit nicht immer so."

Mertesacker und Naldo als Bollwerk

Die aktive Aufarbeitung der abgelaufenen Saison trägt Früchte.

Die Abwehr um die starken Innenverteidiger Per Mertesacker und Naldo ist zum Bollwerk geworden, an der sich auch Hoffenheims hochgelobte Offensive immer wieder die Zähne ausbiss.

Ganze sechs Gegentore hat Werder in den ersten neun Bundesligaspielen kassiert. Zum gleichen Zeitpunkt der vergangenen Spielzeit waren es noch 20 Gegentreffer gewesen.

Allofs hat kaum etwas zu kritisieren

Das Spiel gegen Hoffenheim taugt als bester Beleg für Werders Entwicklung: 5:4 hatten die Bremer die Kraichgauer vor fast einem Jahr besiegt, boten großes Spektakel und offenbarten zahlreiche Schwächen in der Defensive.

Nun reichten die Treffer von Claudio Pizarro (18.) und Mertesacker (22.) zu einem 2:0. In der Abwehr ließen die Hanseaten kaum etwas anbrennen.

"Jeder arbeitet nach hinten und nach vorne sind wir sehr variantenreich. Momentan gibt es nicht viel, das man kritisieren kann", sagte Allofs, dessen Team den vierten Platz festigte.

Verteidigung "bis aufs Blut"

"Wir verteidigen unser Tor derzeit bis aufs Blut. Da müssen wir weitermachen. Durch die vergangenen Wochen haben wir viel Selbstvertrauen gewonnen", sagte Frings.

Der Käpt'n ergänzte: "Aber wir sollten trotz unserer Serie auf dem Teppich bleiben. Es ist erst die Hälfte der Hinrunde vorbei."

Und Allofs meinte: "Unser Ziel bleibt die Teilnahme am internationalen Geschäft. Zu diesem Zeitpunkt über mehr zu reden, macht überhaupt keinen Sinn."

1899-Höhenflug gestoppt

Während sich Werder weiter nach oben orientieren kann, ist Hoffenheims zwischenzeitlicher Höhenflug nach der zweiten Niederlage in Folge vorerst beendet.

Dabei hätte 1899 den Verlauf des Spiels vor 33.916 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion früh nach eigenenen Vorstellungen bestimmen können.

Doch Carlos Eduardo scheiterte per Foulelfmeter am starken Werder-Schlussmann Tim Wiese (14.).

Elfmeter als Knackpunkt

"Wir haben ganz stark begonnen und waren in den ersten 20 Minuten ganz klar Chef im Ring. Auswärts war das unsere beste Anfangsphase seit einem halben Jahr. Leider haben wir dann den Elfmeter nicht genutzt", haderte Hoffenheims Coach Ralf Rangnick.

Er meinte zudem: "Auch nach der Pause hatten wir dann weiter unsere Chancen, waren aber leider nicht konsequent genug."

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