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Markus Babbel (l.) und Horst Heldt blicken in Stuttgart schweren Zeiten entgegen © imago

Die Schwaben definieren ihre Ziele nach der 1:2-Pleite gegen Schalke vorerst neu, blicken aber dennoch zuversichtlich nach vorne.

Von Robert Gherda

Stuttgart ? Horst Heldt brachte nach Stuttgarts 1:2-Heimniederlage gegen Schalke 04 die Lage auf den Punkt.

"Wir hatten heute viele Möglichkeiten, das Spiel zu gewinnen. Aber in den entscheidenden Phasen haben wir individuelle Fehler gemacht", fasste der VfB-Sportchef zusammen und stellte fest: "In der Bundesliga befinden wir uns jetzt zweifelsfrei im Abstiegskampf."

Trotz der vierten Pleite in den letzten fünf Spielen sitz Trainer Markus Babbel bei den Schwaben aber weiter fest im Sattel.

Keine Trainerdiskussion

"Irgendjemand wird jetzt sicher die Trainerfrage stellen - wir stellen sie intern nicht", betonte Heldt.

Der Ernst der Lage ist jedoch auch dem Coach bewusst:

"Es ist normal, dass Kritik aufkommt, wenn die Ergebnisse ausbleiben. Ich bin zu lange im Geschäft, um das nicht zu wissen. Aber ich habe heute dennoch eine Mannschaft auf dem Platz gesehen, die alles dafür getan hat, das Spiel zu gewinnen", meinte Babbel.

Individuelle Fehler

"Außer zwei individuellen Fehlern kann ich der Mannschaft nichts vorwerfen - leider haben diese beiden Fehler zu Toren geführt."

Stefano Celozzi, der mit seinem katastrophalen Fehler zum 0:1 die Niederlage einleitete, stehen demnächst aber wohl deswegen schwere Zeiten bevor.

"Wo wir individuelle Fehler machen, müssen wir neue Leute hinstellen", meinte Heldt vielsagend.

Babbel zuversichtlich für Sevilla

Trotz des erneuten Tiefschlags wähnen sich die Stuttgarter auf einem guten Weg: "Auf diese Leistung können wir aufbauen, und wir werden auch in Zukunft alles geben", sagte Roberto Hilbert.

Und auch Babbel blickte positiv in die Zukunft: "Diese Leistung gibt uns Zuversicht für das schwere Spiel am Dienstag in der Champions League gegen den FC Sevilla."

Hitzlsperger wieder nur Zuschauer

Gegen Schalke trat der VfB in einer veränderten taktischen Formation an und Babbel veränderte sein Team wieder einmal auf sechs Positionen im Vergleich zur 0:2-Niederlage in Bremen.

Im Mittelfeld sollte Alexander Hleb als klassischer Spielmacher in einer Mittefeldraute für mehr Kreativität sorgen. Kapitän Hitzlsperger musste dafür einmal mehr zuschauen.

Hleb mit schwacher Leistung

Doch Hleb konnte keine Impulse setzen und blieb ebenso wie Pavel Pogrebnyak blass. Gegen die Königsblauen konnten sich die Schwaben nur wenige hochkarätige Chancen erspielen.

Heldt behauptete trotzdem, dass die Umstellungen gegriffen hätten. "Das System hat uns ein paar Chancen ermöglicht", so der Manager. Doch

Effektive Gäste

Whrend der VfB seine Möglichkeiten ungenutzt ließ, bestachen die Schalker durch kühle Effektivität.

Nach dem vierten Auswärtssieg der Saison hat sich die Mannschaft von Trainer Felix Magath in der Spitzengruppe festgesetzt, auch wenn die Verantwortlichen nach dem Spiel von einem glücklichen Resultat sprachen:

"Ich bin froh über den glücklichen Sieg. Wir haben unsere Möglichkeiten heute ausgeschöpft", sagte Magath. "Wir waren sehr effektiv und haben zwei Tore gemacht, die uns heute den Sieg eingebracht haben."

Manuel Neuer sah das ähnlich: "Es war ein glücklicher Sieg. Aber wir haben hinten gut gestanden", sagte der Torhüter: "Ich bin zufrieden, denn wir mussten auf einen Sieg in Stuttgart lange warten."

Schalke droht Ungemach

Sorgen haben die "Königsblauen" dennoch.

Dem Klub droht ein Nach-Lizenzierungsverfahren seitens der DFL und Schalke müsste im schlimmsten Fall sogar mit dem Lizenzentzug rechnen.

Davon geht Magath jedoch nicht aus

Magath ohne Angst

"Da erwarte ich erstmal gar nichts", sagte er auf die Frage, ob er mit Sanktionen im Zusammenhang mit dem Verfahren rechne:

"Sie werden die Dinge prüfen und ich gehe mal davon aus, wenn sie geprüft haben, dass dann die Sache so wie bisher weitergeht."

Er sei sogar froh, "dass es ein solches Verfahren" gebe und er sei "zuversichtlich", dass Schalke seine finanziellen Probleme bald in den Griff bekommt.

Für den Fall der Fälle hat der Trainer aber bereits einen Plan in der Tasche, wie er an neues Kapital kommen könnte:

Der VfB könne den Schalkern "ja ein paar Punkte abkaufen."

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