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Hier hat Frankfurts Martin Fenin (r.) gegen Hannovers Sofian Chahed die Nase vorn © getty

Der Eintracht-Trainer lässt sich ein besonderes Siegesrezept einfallen. Hannover kann die vielen Verletzungen nicht kompensieren.

Frankfurt/Main - Heimkomplex abgelegt, Abwärtstrend gestoppt, Notlage überstanden: Nach 93 Minuten zwischen Kampf und Krampf hatte Michael Skibbe seine Lockerheit wiedergefunden.

"Ich bin einfach froh über dieses Ergebnis. Wir haben die Ausfälle recht gut kompensiert und uns den Sieg am Ende irgendwo verdient", sagte der Trainer von Eintracht Frankfurt nach einem glanzlosen 2:1 (1:0) gegen Hannover 96.

Wohlwissend, dass sein Psychotrick kurz vor dem Anpfiff gefruchtet hatte. Skibbe hatte seiner zuletzt so angriffsschwachen Mannschaft alle Eintracht-Treffer aus dieser Saison als DVD vorgeführt.

Mit Erfolg: Nikos Liberopulos (24.) und Alexander Meier (74.) beendeten mit ihren Toren die kleine schwarze Serie der Hessen.

"Mir fällt ein Stein vom Herzen"

Die allgemeine Erleichterung nach dem ersten Heimsieg seit dem 18. April 2009 brachte Maik Franz auf den Punkt.

"Mir fällt ein Stein vom Herzen. Der Druck war zuletzt schon da", sagte der Abwehrspieler angesichts von zuvor nur einem Punktgewinn aus drei Spielen und mahnte an:

"Allerdings war das von uns gezeigte keine Fußball-Kunst. Da müssen wir uns noch verbessern, wenn wir weiter nach oben wollen."

Nikolov als starker Rückhalt

Bedanken konnten sich die Gastgeber, die unter anderem auf die gesperrten Marco Russ, Selim Teber und Pirmin Schwegler sowie zunächst auf Stürmer Ioannis Amanatidis (Knieblessur) verzichten mussten, bei Torhüter Oka Nikolov.

Der 35-Jährige bewahrte sein Team wiederholt vor einem Gegentreffer.

"Oka hat in zwei, drei Situationen ganz hervorragend gehalten. Es ist verlässlich mit ihm da hinten", sagte Skibbe über den Routinier, der gute Nerven bewies und damit irgendwie auch ein Zeichen setzte.

Eintracht mit Bilanz zufrieden

Denn erstmals nach seinem Handbruch saß am Samstag der vor der Saison von Schalke 04 verpflichtete Ralf Fährmann auf der Bank.

Der 21-Jährige will Nikolov so schnell wie möglich als Nummer eins ablösen.

Die Eintracht kann mit 13 Punkten aus neun Spielen, Tabellenplatz neun und dem Erreichen des DFB-Pokal-Achtelfinals auf eine zufriedenstellende Zwischenbilanz verweisen, hat aber weiterhin ein Sorgenkind: Den brasilianischen Spielmacher Caio.

Skibbe schützt Caio

Der Rekordeinkauf (3, 9 Millionen Euro) leistete sich erneut viele schwache Momente.

"Aber er ist noch ein junger Spieler. Ich glaube, er kann noch eine gute Entwicklung nehmen und wichtig für uns werden", betonte Skibbe und nahm den defensivschwachen Mittelfeldspieler bewusst in Schutz.

Das ebenfalls stark ersatzgeschwächte Team aus Hannover indes verpasste es, die Eintracht in der Tabelle zu überflügeln.

Bergmann mit Verletzungssorgen

"Das war ein wildes und zerfahrenes Spiel. Die Eintracht war nicht besser, aber uns haben die Mittel gefehlt", sagte Mittelfeldspieler Hanno Balitsch nach der vierten Saisonniederlage.

Die gute Stimmung ist zwei Wochen nach dem erlösenden ersten Saison-Heimsieg (5:2 gegen Freiburg) schon wieder verflogen.

"Ich bin enttäuscht. Das müssen wir erst einmal verarbeiten", sagte 96-Trainer Andreas Bergmann, für dessen Team Jiri Stajner den zwischenzeitlichen Ausgleich (68.) markiert hatte.

Hannover musste auf zehn verletzte Spieler verzichten.

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