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Stefan Kießling kann sich im Zweikampf gegen Jerome Boateng behaupten © getty

Bayer Leverkusen trotz Hamburg ein torloses Unentschieden ab. Dabei bleibt Leverkusen im vierten Spiel in Folge ohne Gegentor.

Hamburg - Offensive gewinnt Fans, Abwehr gewinnt Meisterschaften.

Trainer-Altmeister Jupp Heynckes ist dabei, diese alte Sportweisheit bei Bayer Leverkusen erfolgreich umzusetzen.

Beim 0:0 im Spitzenspiel gegen den punktgleichen Verfolger Hamburger SV wehrten die Westdeutschen mit einer erstklassigen Defensive die Attacke der Hanseaten auf den "Platz an der Sonne" ab.

"Es ist ganz wichtig, dass wir hinten gut stehen, dann kann etwas dabei herauskommen", sagte Heynckes nach dem verdienten Punktgewinn.

Ein Europacupplatz ist das erklärte Saisonziel der Leverkusener, die sich allein auf die Meisterschaft konzentrieren können, während Verfolger HSV am Donnerstag bereits wieder in der Europa League bei Celtic Glasgow antritt.

Es kann auch mehr werden nach den Eindrücken des Topspiels, das wenig spektakuläre Szenen bot, weil beide Teams fast keine Fehler machten, aber von hoher taktischer Disziplin, Laufbereitschaft und vielen Zweikämpfen geprägt war.

Rost rettet HSV

Leverkusen stand tief und wartete auf Konterchancen. Und hätte nicht HSV-Keeper Frank Rost zweimal in der Schlussphase gegen Sami Hyypiä (86.) und Stefan Kießling (89.) glänzend reagiert, wäre Bayer sogar mit einem "Dreier" von der Elbe abgereist.

"Wir haben hinten so gut wie nichts zugelassen", sagte Kapitän Simon Rolfes, "nach vorne hätten wir etwas sauberer und mutiger spielen sollen".

Traumduo Heynckes und Hyypiä

In der vorigen Saison hatten die Leverkusener unter dem jetzigen HSV-Coach Bruno Labbadia vor allem noch durch ihr furioses Angriffsspiel überzeugt, bevor sie in der zweiten Saisonhälfte in der Tabelle nach hinten durchgereicht wurden.

Jetzt haben sie Heynckes und Sami Hyypiä. Der 36 Jahre alte Finne, der vom FC Liverpool kam, bot auch in Hamburg eine überragende Leistung in der Innenverteidigung und hat sich als echter Glücksfall erwiesen.

Beste Abwehr der Liga

"Er ist ein Top-Mann, mit ihm haben wir echte Qualität dazugewonnen", sagte Heynckes über seinen Abwehrchef, an dessen Seite sich auch Manuel Friedrich wieder alter Nationalmannschaftsform nähert. Dazu noch Nationalspieler Rene Adler im Tor, das macht bereits vier Spiele ohne Gegentreffer in Folge und mit insgesamt nur fünf Gegentoren die zur Zeit beste Abwehr der Liga.

"Hinten muss man zu Null spielen, um Spiele zu gewinnen", sagte Adler, "unser Team hat Lob und Respekt verdient, so beim Tabellenzweiten aufzutreten."

HSV gehen die Stürmer aus

Der HSV blieb erstmals in dieser Saison ohne eigenen Treffer. Eigentlich logisch im ersten Spiel ohne die beiden schwer verletzten Topstürmer Paolo Guerrero und Mladen Petric. Zu allem Unglück verletzte sich nach 39 Minuten auch noch der dritte Angreifer Tolgay Arslan am Knie und musste ausgetauscht werden.

Die Hamburger hatten zwar 60 Prozent Ballbesitz und drängten angefeuert von den meisten der 57.000 Zuschauern vor allem in der zweiten Halbzeit ständig nach vorne.

Aber nur der 19-Jährige Tunay Torun (78.) hatte eine klare Chance, als er Gonzalo Castro im Strafraum anschoss.

Labbadia "will nicht lamentieren"

Nicht wenige Beobachter waren anschließend der Meinung, dass Petric mit seiner Erfahrung und Cleverness diese eine Gelegenheit genutzt hätte.

Bruno Labbadia wollte aber darüber nicht spekulieren. "Klar, dass Qualitätsspieler wie Paolo und Mladen nur schwer zu ersetzen sind, aber wir werden nicht lamentieren", sagte der HSV-Coach, "wir müssen die nächsten zwölf Spiele genauso angehen wie dieses."

Dann ist Winterpause. Dann kann der Verein noch Stürmer nachkaufen.

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