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Ulrich Lepsch ist seit Sommer 2006 Präsident bei Energie Cottbus © imago

In Cottbus lässt man trotz des 1:1 keine Diskussionen um den Trainer aufkommen. Zur Not geht man mit ihm in die Zweite Liga.

Cottbus - Die Tor-Allergie wurde zwar überwunden, doch gesund ist der Patient Energie Cottbus noch lange nicht.

Die Lausitzer warten nach dem ernüchternden 1:1 (1:0) gegen den VfL Bochum weiter auf den ersten Saisonsieg und bleiben Schlusslicht.

Doch wer panische Kurzschlussreaktionen erwartete, sah sich getäuscht. Mit demonstrativer Gelassenheit und Optimismus suchen die Verantwortlichen den Weg aus der Krise.

"Es war klar, dass wir vom ersten bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt kämpfen. Wer etwas anderes gedacht hat, der befindet sich nicht in der Realität", sagte Trainer Bojan Prasnikar.

Prasnikar bleibt Trainer

Auch Manager Steffen Heidrich und Präsident Ulrich Lepsch vermieden Kritik und stärkten ihrem Coach trotz des Fehlstarts mit nur zwei Punkten aus fünf Spielen den Rücken.

"Ich kann das auch gern jeden Tag wiederholen. Er bleibt auch bei einem Abstieg. Das Statement steht", sagte Lepsch.

Anders als Prasnikars Vorgänger Petrik Sander, der nach einem verpatzten Saisonauftakt vor einem Jahr im September entlassen wurde, sitzt der Slowene fest im Sattel.

Gestörter Teamgeist

"Ich mache mir um andere Dinge sorgen. Aber nicht um meinen Job", erklärte Prasnikar.

Zu diesen Dingen dürfte auch das Innenleben seines Teams gehören. Um den zuletzt gestörten Teamgeist zu stärken, hatte Kapitän Timo Rost unter der Woche einen Bowling-Abend organisiert.

Allerdings sollen die ersten Spieler bereits nach einer halben Stunde gegangen sein. Innerhalb der Multi-Kulti-Truppe existiert offenbar eine Grüppchenbildung, die im Abstiegskampf wenig förderlich ist.

"Sind kein Frauenchor"

"Wir sind kein Frauenchor, wo einer den Takt vorgibt und alle anderen singen", sagte Lepsch.

"Solche Strömungen sind normal. Nur wenn die Erfolge ausbleiben, wird das in den Medien ein Thema."

Allerdings stellte der mächtige Präsident klar, dass er öffentliche Kritik an Mitspielern, wie es sich zuletzt die beiden Torhüter Gerhard Tremmel und Tomislav Piplica leisteten, nicht mehr dulden werde: "Das werden wir künftig bestrafen."

Cottbus bestraft

Bestraft wurden die Cottbuser wegen ihres Leistungseinbruchs in der zweiten Halbzeit auch von den Bochumern.

Zwar brachte Dennis Sörensen die Gastgeber mit dem ersten Cottbuser Saisontor in Führung (13.), doch die Freude über das Ende der 468-minütigen Energie-Torflaute währte nicht lange.

"Wir haben in der ersten Halbzeit einen großen Willen gezeigt, aber auch einige Fehler nach vorne gemacht. Man hat uns die Nervosität angemerkt", sagte Prasnikar.

Bochums Innenverteidiger Anthar Yahia gelang nur drei Minuten nach dem Seitenwechsel der letztlich verdiente Augleich für im zweiten Spielabschnitt agileren Gäste.

"Waren nur noch schlecht"

"Natürlich ist es gut, jetzt endlich das erste Tor gemacht zu haben. Aber insgesamt können wir nicht zufrieden sein. Ein Tor ist zu wenig, um zu gewinnen. In der zweiten Halbzeit waren wir nur noch schlecht", meinte der Däne Sörensen.

Im Pokalspiel am Dienstag gegen Ligakonkurrent Borussia Mönchengladbach wolle man dies nun nachholen, erklärte der Stürmer.

"Das ist eine gute Möglichkeit, verlorenes Selbstvertrauen zurückzuholen."

Zu viele Ballverluste

An Selbstbewusstsein hatte es den Bochumern nach dem 2:0 gegen Arminia Bielefeld nicht gemangelt, daher überwog bei den Gästen auch die Enttäuschung.

"Wir wollten drei Punkte mitnehmen, haben aber nur einen geholt. Deswegen bin ich nicht ganz zufrieden. Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir nicht ganz so gespielt, wie ich mir das gewünscht habe. Wir hatten zu viele Ballverluste im Spiel nach vorne, so haben wir auch den Gegentreffer kassiert", sagte Trainer Marcel Koller.

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