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Raul Bobadilla (l.) kam von Grashoppers Zürich zu Borussia Mönchengladbach © imago

Der Gladbacher vergeigt bei der Pleite in Wolfsburg eine unglaubliche Chance. Armin Veh ist nur mit dem Ergebnis zufrieden.

Hamburg - Die Analyse von Trainer Michael Frontzeck fiel nach einer phasenweise guten Leistung seiner Mönchengladbacher bei der 1:2-Niederlage beim VfL Wolfsburg keineswegs ernüchternd aus.

"Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, wir haben deutlich besser gespielt als zuletzt", sagte Frontzeck.

Allerdings stand der 45-Jährige mit seiner Meinung, ein Punkt wäre verdient gewesen, ziemlich alleine da. Dazu war die Borussia in der Offensive über weite Strecken zu harmlos. Den einzigen Treffer erzielte Michael Bradley in der Nachspielzeit.

Außerdem zählt im Abstiegskampf Schönspielerei nichts, wie auch Frontzeck einräumte: "Leider stehen wir mal wieder mit leeren Händen da. Wir müssen jetzt bald mal punkten." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Bobadilla sorgt für Fassungslosigkeit

Bei der Borussia sorgte vor allem eine Szene für Fassungslosigkeit. Raul Bobadilla verfehlte mit der Hacke von der Strafraumgrenze aus das leere Tor - dabei hätte der Argentinier alle Zeit der Welt gehabt, sich zu drehen und einzuschieben. 163526(Bilder des 9. Spieltags)

"Das werden wir mannschaftsintern ansprechen, das war absolut unnötig", sagte Tobias Levels.

"Die Szene habe ich erst im Fernsehen richtig gesehen, da muss er natürlich ruhiger bleiben und das Tor machen. Er hat da wahrscheinlich etwas die Orientierung verloren und gedacht, dass er keine Zeit mehr hat. Positiv ist, dass er sich diese Chance überhaupt erarbeitet hat", beschwichtigte Frontzeck.

Dennoch wurden die Verlierer von den mitgereisten Fans auch nach der sechsten Pflichtspiel-Niederlage in Serie noch gefeiert.

Marx: "Keine Panik"

Die Fans hatten erkannt, dass es sicherlich nicht an mangelndem Engagement der Elf lag, dass es wieder nichts Zählbares gab.

Allerdings war den Mönchengladbachern nach dem Abrutschen auf Rang 17 die Verunsicherung vor allem im zögerlichen Spiel nach vorne deutlich anzumerken.

"Die Saison ist noch lang, wir dürfen und werden jetzt nicht in Panik verfallen. Mit fünf Niederlagen im Rücken wird das Selbstvertrauen nicht größer, aber wir haben heute gesehen, dass wir es noch können, auch wenn wir wieder nichts geholt haben", erklärte Thorben Marx.

Daems schwerer verletzt?

Ganz bitter für die Borussia: Der nach einer monatelangen Verletzungspause zurückgekehrte Filip Daems musste ausgewechselt werden. Ob der Kapitän sich etwas schlimmeres zugezogen hat, ist noch unklar.

"Ich hoffe, meine Verletzung ist nicht so schlimm. Ich habe starke Schmerzen im Knie gespürt, nach dem Spiel war es aber schon etwas besser, eine Kernspinuntersuchung wird morgen Aufschluss geben", sagte Daems.

Veh nur mit Ergebnis zufrieden

Entspannter war die Stimmungslage bei den "Wölfen". Auch wenn Wolfsburg-Trainer Armin Veh nur froh über die Punkte war, mehr nicht.

"Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, mit dem Spiel nicht ganz. Leider haben wir in der ersten Halbzeit zweimal Aluminium getroffen, wären das Tore gewesen, wäre es für uns einfacher geworden", sagte Veh und spielte auf die beiden Chancen von Edin Dzeko an, der im ersten Durchgang jeweils ein Mal Latte und Pfosten traf.

Sein Spielmacher Zvjezdan Misimovic dachte bereits einen Schritt weiter: "In der Champions League dürfen wir uns so etwas nicht erlauben." Am Mittwoch wird der VfL von Besiktas Istanbul auf die Probe gestellt.

Zurück in der Spitzengruppe

Trotzdem: Der amtierende Deutsche Meister hat sich in der Spitzengruppe der Bundesliga zurückgemeldet, der Rückstand auf die Spitze beträgt nur noch fünf Zähler.

Das 2:1 (1:0) war verdient, aber nicht besonders glanzvoll.

Dank der Tore von Alexander Madlung und Christian Gentner kletterten die "Wölfe" mit 16 Punkten auf den fünften Tabellenplatz und verdrängten damit Bayern München aus den internationalen Rängen.

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