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Jubel bei den Bielefeldern, Enttäuschung bei Kölns Pierre Wome (r.) © getty

Armina Bielefeld und den 1. FC Köln eint ein Ziel: der Klassenerhalt. Im Duell der Gegensätze gibt es vorerst einen Sieger.

Von Julian Ignatowitsch

München/Bielefeld - Die Erleichterung war den Spielern genauso anzumerken wie dem Trainer.

Nach saisonübergreifend sieben sieglosen Ligaspielen in Folge, konnte Arminia Bielfeld gegen den 1. FC Köln endlich wieder einen Sieg bejubeln.

"Die Freude ist riesig", brachte Oliver Kirch die Stimmung nach dem 2:0 (0:0)-Erfolg auf den Punkt. "Etwas entspannter" zeigte sich auch Arminas Trainer Michael Frontzeck.

Heimlich, still und leise hat sich Bielfeld in der Tabelle nun plötzlich am Aufsteiger aus Köln vorbeigeschlichen. Und bewiesen, dass man im Abstiegskampf jahrelange Erfahrung besitzt.

"Habe an die vergangenen Saison erinnert"

"Ich habe vor dem Spiel an die Drucksituation in der Endphase der vergangenen Saison erinnert. Wir sind nie mit einem 4:0 in die Pause gegangen. Wir mussten uns jedes Ergebnis hart erarbeiten. So war es heute auch, wir haben dem Druck standgehalten", fasste Michael Frontzeck eine umkämpfte Partie zusammen.

Ein Freistoßtor von Einwechselspieler Jonas Kamper, der Frank Pagelsdorf als besten Joker des Vereins ablöste, brachte die Bielefelder in der 73. Minute auf die Siegesstraße.

Artur Wichniarek (77.) krönte eine engagierte Leistung wenig später mit seinem fünften Saisontor.

Daum fassungslos

Trainer Christoph Daum ärgerte sich vor allem über das dumme Foul von Pierre Wome an Kirch, das dem 1:0 vorausging.

"Das war völlig unnötig. Das muss er anders lösen", kritisierte Daum.

Überhaupt konnte der FC-Coach die Niederlage seines Team gar nicht richtig begreifen: "Mir liegt es fern, die Leistung von Bielefeld zu schmälern. Aber wir haben uns selbst geschlagen."

Zwei Welten, ein Ziel

Ob selbst geschlagen oder nicht - es blieb der Eindruck zweier völlig unterschiedlicher Klubs im Kampf um ein und dasselbe Ziel: den Klassenerhalt.

Dort das kolossale Köln mit dem allseits bekannten Brimborium, seinem extrovertierten Trainer und millionenschweren Investitionen.

Hier das eher beschauliche Bielefeld mit dem zurückhaltenden Frontzeck und finanziellen Mitteln, die keine großen Sprünge erlauben.

Sonderlob an Eilhoff

Zumindest an diesem Nachmittag hießen die Sieger nicht Petit oder Pedro Geromel, sondern vielmehr Robert Tesche und Dennis Eilhoff.

Letzterem erteilte Frontzeck ein Sonderlob: "Er ist ohne Gegentor geblieben, das hat er sich verdient."

Ohne Gegentor blieb auch der 1. FC Köln zum fünften Mal in dieser Saison - aber eben nur eine Halbzeit lang.

Wichtige Punkte verspielt

Schon zum dritten Mal verspielte der FC wichtige Punkte in den letzten zwanzig Minuten.

"Das ist kein Problem des 1. FC Köln, sondern ein statistisch erwiesener Durchschnittswert. Die meisten Tore fallen in dieser Phase", wischte ein gereizter Daum das Thema schnell zur Seite. "Wir brauchen mehr Durchschlagskraft. Daran werden wir im Training arbeiten."

Schon vor der Partie hatte Daum von seinen Spielern mehr Kampfbereitschaft gefordert, seine Forderung wurde nur teilweise erhört. In Bielefeld bedarf es solcher Appelle schon lange nicht mehr - hier kennt man die Gesetze des Abstiegskampfs nur allzu gut.

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