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Jürgen Klinsmann verlor in seiner Laufbahn bereits zum neunten Mal gegen Werder © getty

Die Bayern richten nach der Klatsche gegen Bremen schon wieder den Blick nach vorn. Werder badet derweil im süßen Erfolg.

Von Jessica Pulter

München - Fünf Gegentore, eine desaströse Leistung in allen Mannschaftsteilen, die erste Heimniederlage seit 20 Spielen und nach dem fünften Spieltag schon fast halb so viel Gegentreffer wie in der gesamten letzten Saison.

Nach der 2:5 (0:2)-Klatsche gegen Werder Bremen hat der Aufwärtstrend des FC Bayern ausgerechnet zum Oktoberfest-Auftakt ein jähes Ende gefunden. Und dennoch bricht bei den Münchnern keine Panik aus. Zumindest nicht offiziell.

"Wir werden wieder aufstehen"

"Diese Erlebnisse muss man verkraften und verdauen", meinte FCB-Trainer Jürgen Klinsmann zu der Pleite, die sonst einen Donnerhall bei den Bayern auslöst.

"Aber wenn wir am Boden liegen, dann werden wir auch wieder aufstehen. Vielleicht sind wir dann sogar noch stärker als vorher."

Frusttrinken auf der Wiesn?

"Ich würde dem Jürgen Klinsmann empfehlen, dass er ein paar Wiesn-Maß trinken geht. Das ist die einzige Möglichkeit, so ein Spiel zu vergessen", gab Bayern-Präsident Franz Beckenbauer zu.

"Es gibt solche Tage, da klappt nichts, da bricht man sich einfach den Finger in der Nase."

Schwacher Kapitän

Doch mit dieser Erklärung ist es nicht getan, denn der FC Bayern hat gegen die aufgrund von Verletzungen und Krankheiten stark eingeschränkten Bremer eine indiskutable Leistung gezeigt.

Angefangen bei Kapitän Mark van Bommel, der nie das Heft in die Hand nahm und sein Team nach vorne peitschte. Sein einziger Pluspunkt blieb der Gang in die Fankurve nach dem Abpfiff, den nur er auf sich nahm.

Schlechte Abwehr

Weiter ging es beim Stürmerduo Lukas Podolski und Luca Toni, das trotz einiger Möglichkeit nie wirklich Torgefahr ausstrahlte.

Während aus dem Bayern-Mittelfeld zu wenig kam, kam aus der Abwehr zu viel - nämlich zu viele Fehler.

Martin Demichelis erwischte einen ganz schlechten Tag und war fast an jedem Gegentor beteiligt, und selbst der sonst so abgeklärte Philipp Lahm will dieses Spiel sicher schnell vergessen.

Rensing mit Fehlern

Keinen Glückstag - vorsichtig formuliert - hatte auch Torwart Michael Rensing, der zum ersten Mal ein Bundesligaspiel mit den Bayern verlor. "Die Fehler haben sich einfach summiert", sucht Beckenbauer nach einer Erklärung.

"Wir haben heute Zweikampfschwäche gezeigt, und dann springt auch noch Rensing zwei Mal am Ball vorbei."

Drei Scorerpunkte für Özil

Die Bremer nahmen die Gastgeschenke dankend an. Markus Rosenberg traf doppelt (30./67.), und Naldo staubte noch kurz vor der Halbzeitpause (45.) ab.

Mesut Özil krönte ein hervorragendes Spiel mit zwei Vorlagen mit einem eigenen Treffer in der 54. Minute und selbst Claudio Pizarro ließ es sich nicht nehmen, gegen seine Ex-Kollegen in der 59. Minute nachzulegen.

"Eine miese Leistung"

"Ich kann das noch gar nicht fassen, was hier passiert ist", meinte der Ex-Bremer Tim Borowski, der mit seinen zwei Toren (71./85.) zumindest Ergebniskosmetik betrieb.

"Das war eine miese Leistung. Wir müssen uns bei jedem im Stadion entschuldigen."

Blick geht Richtung Meisterschaft

Die Bremer, die sich nach dem durchwachsenen Saisonstart und dem mageren 0:0 in der Champions League gegen Famagusta eindrucksvoll zurückgemeldet haben, kosteten die Revanche für die eigene 0:4-Heimniederlage in der Vorsaison natürlich aus.

"Ohne überheblich zu sein, wir sind einfach gut", meinte Sportdirektor Klaus Allofs und fügte mit Blick auf die Meisterschaft hinzu: "Wir sind jetzt wieder im Spiel."

"So ein Sieg gegen eine starke Mannschaft wie Bayern München gibt natürlich auch Selbstvertrauen. Auch für die nächsten Spiele", fügte Trainer Thomas Schaaf hinzu.

An den Bayern vorbei

Bremen ist mit dem Sieg in der Tabelle an den Bayern vorbeigezogen und steht nun dank der besseren Torbilanz auf dem vierten Platz.

Van Bommel bleibt da nur die sarkastische Erkenntnis: "Letztes Jahr 4:0, jetzt 2:5 - von der Tordifferenz haben wir gewonnen."

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