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Kevin Kuranyi (r.) absolvierte sein 101. Bundesliga-Spiel für Schalke © getty

Die Schalker können sich kaum über die Tabellenführung freuen, die Fans haben ein hohe Erwartungshaltung - Frankfurt auch.

Von Michael Schulz

München ? Schalkes Kapitän brachte es nach dem Erfolg gegen Eintracht Frankfurt auf den Punkt.

"Wir alle müssen immer daran denken, dass man auch mit einem 1:0 drei Punkte gewinnt", sagte Marcelo Bordon: "Wir haben heute alles gegeben und gewonnen, nur das ist am Ende wichtig."

Es war der dritte Heimsieg zu null in Folge und das elfte Bundesliga-Spiel in Serie ohne Niederlage.

Damit eroberten die "Knappen" zumindest für einen Tag die Tabellenführung und lieferten den besten Saisonstart seit acht Jahren ab: elf Punkte aus fünf Spielen.

Rutten enttäuscht

Dennoch konnte sich Trainer Fred Rutten nicht so richtig freuen. Vor allem, weil sein Stürmer Kevin Kuranyi, der sein 200. Bundesliga-Spiel absolvierte, bei seiner Auswechslung in der 83. Minute mit Pfiffen verabschiedet wurde.

"Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass ein so großer Spieler wie Kuranyi, der hart für die Mannschaft arbeitet und viele Tore in den letzten Jahre für Schalke gemacht hat, so viele Pfiffe bekommt", sagte er.

Kuranyi mit zwei Gesichtern

Gelassener nahm es sein Spieler. "Daran habe ich mich gewöhnt." Wichtiger war dem 26-Jährigen die aktuelle Position als Spitzenreiter: "Hoffentlich bleibt das so, dann sind ja alle glücklich, oder?", sagte Kuranyi.

Nachdem er sich in der ersten Hälfte noch mit einigen Doppelpässen, einer Kopfballvorlage und einem gelungenen Dribbling einigermaßen positiv in Szene gesetzt hatte, war er nach der Pause oft Hemmschuh Schalker Angriffe.

Rutten hatte Verständnis für die Unmutsbekundungen der Fans, "weil die Erwartungen auf Schalke hoch sind, gerade wenn so eine erste Hälfte abgeliefert wird".

Schnell und engagiert

Mit hohem Tempo, schnellem Direktpassspiel und engagierten Zweikämpfen kamen die Schalker, bei den Orlando Engelaar sein Bundesliga-Debüt feierte, ein ums andere Mal gefährlich vor das Frankfurter Tor.

Dreh- und Angelpunkt war Jefferson Farfan. Der Peruaner wirbelte auf der rechten Seite mit Rafinha und traf in der 18. Minute mit einem Freistoß nur die Latte.

Lob für Farfan

"Farfan bringt eine Qualität in die Mannschaft, die uns bisher gefahlt hat", lobte ihn Bordon: "Er alleine kann den Unterschied ausmachen."

Zurückhaltender gab sich der 23-Jährige: "Ich bin etwas erkältet, daher hat mir am Ende etwas die Luft gefehlt", sagte Farfan: "Aber das Spiel in Nikosia hat auch viel Kraft gekostet."

Ochs verzweifelt

Zufriedener war der Schalker Rekordeinkauf über das Zusammenspiel mit Rafinha, "das immer besser klappt".

Wenig Worte verlor Farfan über das 1:0 (41.), denn letztlich ging es auf das Konto von Patrick Ochs. "Ich habe versucht den Ball zu klären, weil Farfan alleine vor dem Tor stand, aber ich konnte nichts mehr machen", sagte der Frankfurter.

Fehlender Killerinstinkt

Mehr erwartet hatten sich auch die über 61.000 Zuschauer ? zumal die Gäste nach der Roten Karte für Chris nach einer Tätlichkeit an Heiko Westermann (34.) ein Mann weniger waren. Doch wie schon in der vergangenen Saison fehlte den Schalker der Killerinstinkt, um für eine vorzeitige Entscheidung zu sorgen.

Eine Erklärung hatte Rutten: "Uns ist nicht gelungen, das Tempo am Ball über 90 Minuten hochzuhalten. Dazu sind wir noch nicht in der Lage."

Der Niederländer fand es positiv, "dass wir defensiv keinen Konter zugelassen und unsere Ordnung nicht verloren haben".

Kritik von Westermann

Kritischer war sein Torjäger (3 Treffer): "Wir müssen eiskalt sein und das 2:0 machen", bemängelte Westermann.

"Doch wir haben momentan alle drei Tage ein Spiel, so dass der Kräfteverschleiß sehr hoch ist.

Kaum Konter

Substanzverlust machte auch Friedhelm Funkel bei seiner Mannschaft aus. "Für gute Konter hat uns am Ende leider die Kraft gefehlt, weil Schalke sehr viel Ballbesitz hatte und uns zum Laufen gebracht hat", erklärte der Fankfurter Coach.

Für den Unglücksraben der Partie nur eine Begründung. "Wir hätten in der zweiten Halbzeit den Druck erhöhen müssen, doch hier auf Schalke muss man erst einmal sicher stehen und ganz genau wissen, wann man nach vorne spielt", sagte Ochs.

Punkte fehlen

Einig waren sich Trainer und Verteidiger, "dass wir sonst sicher einen Punkt geholt hätten".

Zähler benötigen die Hessen als aktueller Vorletzter dringend.

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