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Der Kroate Jurica Vranjes (r.) steht seit 2005 bei Werder Bremen unter Vertrag © imago

Nach dem überraschenden Coup von München sagt Bremens Jurica Vranjes bei Sport1.de, warum das Fehlen von Torsten Frings kein Nachteil war.

Von Martin van de Flierdt

München ? Jurica Vranjes kennt das schon. Sind bei Werder Bremen alle Spieler an Bord, spielt der Kroate nur eine untergeordnete Rolle.

Vor dem Bremer 5:2-Erfolg in der Münchner Allianz Arena rutschte Vranjes durch die Verletzungen von Torsten Frings und Daniel Jensen in die Startelf.

Nach der Auswechslung des stark gelb-rot-gefährdeten Kapitäns Frank Baumann übernahm er die Sechserposition der Mittelfeldraute. Dass er einen Einsatz von Beginn an mal wieder für fällig hielt, machte seine Äußerunmg nach dem Spiel deutlich.

"Zum Beispiel Frings war ohnehin gerade nicht in guter Verfassung", sagte der 28-Jährige nach dem Spiel. "Insofern war es vielleicht gar nicht so schlecht, dass er mal draußen geblieben ist."

Nach dem überraschenden Coup von München könne Werder "richtig durchstarten". Im Sport1.de-Interview spricht Vranjes zudem über den Leistungssprung von Mesut Özil, den Münchner Torschützen Tim Borowski und seinen Respekt vor dem Pokalgegner Erzgebirge Aue.

Sport1: Herr Vranjes, Sie sind erstmals in dieser Saison von Anfang an mit dabei gewesen, und dann gleich in einem solchen Spiel. Waren Sie besonders angespannt?

Jurica Vranjes: Ich habe mich schon sehr oft in einer solchen Situation wieder gefunden. Auch im letzten Jahr habe ich vier, fünf Mal hintereinander gespielt, nachdem ich das erste Mal auf dem Platz stand. Der Trainer weiß, dass er auf mich setzen kann, wie auch auf die anderen. Deshalb waren wir in den letzten Jahren so erfolgreich.

Sport1: In der Champions League gegen Famagusta hat Werder noch vor wenigen Tagen nicht gut ausgesehen.

Vranjes: Das stimmt. Famagusta hätten wir natürlich schlagen müssen. Und wenn uns jemand vor dem Spiel in München einen Punkt angeboten hätte, hätten wir damit gut leben können. Mit dem Sieg sind wir nun sehr zufrieden. Jetzt können wir richtig durchstarten.

Sport1: Warum lief es gegen die Bayern so viel besser als am Dienstag?

Vranjes: Bei uns sind mit Frings, Fritz und Almeida mehrere Spieler verletzt ausgefallen. Das war ein Schock für uns, aber ein positiver. Dafür mussten andere mehr Gas geben. Zum Beispiel Frings war ohnehin gerade nicht in guter Verfassung. Insofern war es vielleicht gar nicht so schlecht, dass er mal draußen geblieben ist.

Sport1: Außer Ihnen ist noch Sebastian Prödl als Rechtsverteidiger neu ins Team gekommen. Hat das also den entscheidenden Fortschritt gebracht?

Vranjes: Ich denke schon. Man hat gesehen, dass die Leute ihre Chance genutzt haben, die bei uns neu in die Mannschaft gekommen sind. Wir haben einen großen Kader, da kann jeder spielen.

Sport1: Mesut Özil war an den ersten drei Toren direkt beteiligt. Wie beurteilen Sie seine Entwicklung?

Vranjes: Mesut trainiert schon seit Monaten sehr gut. Aber in den letzten Wochen ist er explodiert. Und er kann es noch besser.

Sport1: Wurmt es sie, dass Ihr Ex-Kollege Tim Borowski die beiden Münchner Tore erzielt hat?

Vranjes: Nein, im Gegenteil. Wir haben ihn da einfach schießen lassen. So sind es dann sieben Werder-Tore geworden.

Sport1: Am Dienstag wartet mit Erzgebirge Aue wieder ein defensiv eingestellter Gegner. Kann das trotz des neuen Selbstvertrauens kniffelig werden?

Vranjes: Da ist schon eine Gefahr. Wir haben ja gegen Famagusta gesehen, was passiert, wenn der Ball einfach nicht reingeht. Das kann uns auch in Aue blühen. Denn ich gehe davon aus, dass sie auch nicht schlechter sind als Famagusta.

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