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Arne Friedrich und Patrick Ebert (r.) spielen seit 2006 gemeinsam in Berlin © getty

Der Hertha-Kapitän geht seinen Mitspieler an. Fans filmen die Szene. Stürmer Andreji Voroni könnte nach Berlin zurückkehren.

Von Mathias Frohnapfel

München - Ein Kapitän soll seine Meinung sagen. Besonders, wenn die Mannschaft wie Hertha BSC bis zum Hals im Schlammassel steckt.

Doch Arne Friedrich hat sich damit wohl keinen Gefallen getan.

Stinksauer hat er den Fans nach der 0:3-Klatsche in Nürnberg am Zaun seine Sicht der Dinge geschildert und dabei den Teamkollegen Patrick Ebert heftig angegriffen.

"Mal eine Frage zu Patrick Ebert. Alles schön und gut. Der kämpft und alles gut", erklärte Friedrich.

"Aber dass er den Ball verliert und wir das zweite Tor kriegen, das seht ihr wieder nicht!"

Ein Fan filmt alles

Dumm nur, dass ein Fan per Handy diesen Ausbruch mitfilmte, und ihn auf der Videoplattform youtube online stellte.

"Der Videomitschnitt ist aus dem Zusammenhang gerissen. Deshalb ist das auch kein Thema für mich", sagte Friedrich der "BZ".

Der Vorfall zeigt, wie sehr die Nerven in Berlin bloß liegen.

Ein Kapitän, der seine Mitspieler in Schutz nimmt, sieht anders aus. Stattdessen entwickelt sich beim Tabellenletzten ein Kampf jeder gegen jeden.

Ebert stellt sich den Fans

Dabei hatte es nach der Niederlage von Nürnberg noch so ausgesehen, als ob die Herthaner nun alle gemeinsam gegen das drohende Unheil ankämpfen würden.

Patrick Ebert hatte sich in Nürnberg sogar 20 Minuten den Fans gestellt, mit ihnen über die Lage des Vereins gesprochen.

Die Berliner Verantwortlichen suchen nun nach Strohhalmen, wollen irgendwie raus aus dem Bundesliga-Keller mit nur drei Punkten nach neun Spielen.

Kommt Andrej Voronin?

Inzwischen ist wohl auch die Ausleihe von Andrej Voronin ein Thema.

Der Stürmer war bereits in der Vorsaison ausgeliehen worden und half mit seinen elf Liga-Treffern wesentlich mit beim Höhenflug in die Europa League.

Danach kehrte Voronin allerdings zum FC Liverpool zurück.

Voronin meinte jetzt: "Meine Familie hat sich in Berlin immer wohl gefühlt. Ich wäre damals gerne geblieben."

Auch den neuen Trainer Friedhelm Funkel schätzt der Ukrainer. "Er hat mich 2003 nach Köln geholt."

Gegenbauer denkt an Verstärkungen

Herthas Präsident Werner Gegenbauer hatte bereits vor kurzem zum Thema gesagt: "Wenn bis Winter erkannt wird, dass Verstärkungen nötig sind, werden wir aktiv."

Bei Voronin wäre angesichts der knappen Hertha-Kassen jedoch wohl nur eine erneute Ausleihe möglich.

Manager Michael Preetz mahnte bereits: "Es geht hier um die Existenz von Hertha BSC!"

Funkel: "Wir werden Maßnahmen ergreifen!"

Neu-Trainer Friedhelm Funkel reagierte auf die miserable Situation und kündigte an:

"Wir werden Maßnahmen ergreifen! Schönspieler haben keine Chance. Die werden im nächsten Spiel mit Sicherheit nicht mehr dabei sein."

Zudem machte Funkel klar, dass er auch vor großen Namen nicht zurückschrecken werde.

Ein Gespräch mit Kapitän Friedrich dürfte gewiss ebenfalls auf dem Plan des Trainers stehen.

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