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Friedhelm Funkel (h.l.) feierte als Trainer fünf Bundesliga-Aufstiege © imago

Herthas Trainer macht seinen Spielern vor dem Spiel gegen Heerenveen den Ernst der Lage klar und deutet erste Konsequenzen an.

Von Martin van de Flierdt

München - Selbstzerfleischung ist das Letzte, was Hertha BSC aus der aktuell prekären Situation heraushilft.

Das haben nun offenbar auch die Beteiligten in der Hauptstadt erkannt. Acht Ligaspiele in Serie haben die Berliner verloren.

Und dann fand zu allem Überfluss noch die offene Kritik von Arne Friedrich an Mitspieler Patrick Ebert nach dem 0:3 in Nürnberg den Weg in die Öffentlichkeit.

Sie verstärkte den Eindruck, an der Spree trudele ein Haufen beleidigter Egozentriker ohne Gegenwehr dem Abstieg entgegen. Dem treten die Herthaner nun mit öffentlich demonstrierter Einigkeit entgegen.

"Das ist normal"

"Friedrich und Ebert haben sich in Nürnberg den kritischen Fragen der Fans gestellt und mit ihnen diskutiert", spielte Manager Michael Preetz den Vorfall herunter.

"Das ist normal."

Trainer Friedhelm Funkel riet dazu, "nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen".

Und die beiden sich gegenseitig vermeintlich nicht wohlgesonnenen Profis präsentierten sich als ein Herz und eine Seele.

Ebert und Friedrich haben "kein Problem"

"Arne hat nur gesagt, was alle gesehen haben", meinte Ebert. "Damit habe ich kein Problem. Es ist Quatsch, wenn jemand daraus einen Skandal machen will."

Ebert und er, ergänzte Friedrich, hätten vielmehr "ein super Verhältnis. Es gibt kein Problem".

Zwischenmenschlich, so die vermittelte Botschaft, ist bei Hertha demnach alles im Reinen.

Das bemühten sich Friedrich, Ebert, Artur Wichniarek und Pal Dardai auch einer Gruppe von rund 15 jungen Fans klarzumachen, die das Quartett nach dem Dienstagstraining abgefangen hatte.

Bleibt die sportliche Misere, gegen die beim Europa-League-Heimspiel gegen den SC Heerenveen (Do., ab 20.50 Uhr LIVE) vehement angegangen werden soll.

Heerenveen kommt für Drobny zu früh

Wohl erneut mit Sascha Burchert im Tor, da Jaroslav Drobny zwar schon wieder mit der Mannschaft trainiert hat, aber anschließend noch einmal Rücksprache mit dem Teamarzt halten soll.

"Die Tendenz geht zu Burchert", meinte Funkel. Mehr Kopfzerbrechen als die Torhüterposition macht dem Trainer ohnehin die noch immer zu sorglose Herangehensweise einiger Profis.

"Einige Spieler haben noch nicht begriffen, worauf es ankommt", sagte Funkel in der "Sport Bild".

Daher trommelte er seine Mannschaft auf dem Trainingsplatz zusammen, um ihr in einer fünfminütigen, auch für die Kiebitze deutlich hörbaren Brandrede den Ernst der Lage zu verdeutlichen.

"Kämpfen, kampfen, kämpfen"

"Männer, wir müssen kämpfen, kämpfen, kämpfen. Nur so geht es", appellierte Funkel.

"Es ist egal, auf welcher Position jemand spielt. Wir denken uns etwas dabei. Er muss für die Mannschaft spielen. Egoisten kann ich nicht gebrauchen."

Auch wenn man die Worte auch auf Kapitän Friedrich münzen konnte, wird es gegen Heerenveen wohl andere treffen.

Dass der Coach im Trainingsspiel die Brasilianer Cicero und Raffael sowie Christoph Janker in die B-Mannschaft beorderte, mag ein Fingerzeig darauf sein, dass Funkel es nicht bei mahnenden Worten belässt.

Diese alleine helfen der Hertha schließlich nicht mehr weiter.

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