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Der Argentinier Lucas Barrios wechselte von Colo Colo zu Borussia Dortmund © getty

Barrios hat sich warm geschossen fürs Spiel gegen Bayer. Sport1.de verrät er, wie er mit dem Titel "Welttorjäger" zurechtkommt.

Von Mathias Frohnapfel und Martin Volkmar

München - Die Herausforderung könnte für Lucas Barrios kaum reizvoller sein.

Denn dem Dortmunder Stürmer stellt sich in Leverkusen (Fr., ab 20 Uhr LIVE) die beste Defensive der Liga entgegen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Fünf Tore hat sich der Tabellenführer erst eingefangen, das Bollwerk trotzte auch dem HSV-Sturm im torlosen Spitzenspiel.

Jetzt will Barrios Türöffner für den BVB spielen - womöglich in Gerd-Müller-Manier. Genauso traf der Argentinier gegen Bochum mit einer fließenden Bewegung auf engstem Raum.

Müller-Vergleich "ehrt mich"

Der 24-Jährige reagiert im Gespräch mit Sport1.de gelassen auf das Gedankenspiel.

"Das weiß ich schon richtig einzuordnen. So schnell wirst du von den Medien hochgehoben und auch wieder fallen gelassen", erklärt er.

Und weiter: "Aber es ehrt mich natürlich, mit dem größten deutschen Torjäger aller Zeiten verglichen zu werden."

Torquote beeindruckt

Und auch Barrios Torquote beeindruckt: In der vergangenen Saison war er für Colo Colo in der chilenischen Liga 37-mal erfolgreich, schnappte sich damit den Titel "Welttorjäger".

Doch in der Bundesliga musste er sieben Spiele warten, bis er die erste Jubelrunde mit ausgebreiteten Armen starten konnte. Von außen betrachtet schien es fast so, als würde ihn die Auszeichnung "Welttorjäger" wie eine Bleiweste bremsen.

Stolz auf den "Goldenen Schuh"

Ob das Prädikat noch immer eine Belastung ist? "Überhaupt nicht", meint Barrios.

"Ich bin stolz darauf, dass ich für die vielen Tore, die mir gelungen sind, mit dem 'Goldenen Schuh' ausgezeichnet worden bin."

Der Angreifer hat sich inzwischen in die Bundesliga reingekämpft. Dabei gibt er zu, dass er nach der ersten Trainingswoche "kaputt wie lange nicht" war.

"Mir war völlig klar, dass es für mich eine große Umstellung sein würde: Neuer Verein, neues Land, neuer Kontinent, neue Kollegen, anderes Training", berichtet Barrios.

"Aber ich bin der Meinung, dass ich es trotzdem relativ schnell geschafft habe, mich in der Bundesliga zurecht zu finden."

Dortmund "die beste Entscheidung"

Und fügt zugleich an, wie sehr ihn das frenetische Dortmunder Publikum antreibe.

"Ich habe die beste Entscheidung getroffen, die ich treffen konnte, und mich für den richtigen Verein entschieden", sagt Barrios, an dem vor der Saison unter anderem auch Hertha interessiert war.

Und ebenso sehr wie die Berliner im Moment einen Torjäger vermissen, tut er den Schwarzgelben gut. Dabei würde Jürgen Klopp "pantera blanca" ("der weiße Panther"), wie er in Chile genannt wurde, gerne noch ein wenig umerziehen.

Klopp noch nicht komplett zufrieden

"Lucas ist sehr aufs sofortige Toreschießen fixiert", meint der BVB-Trainer und krittelt: "Wenn das nicht geht, ist es ihm im Moment noch egal, wo er den Ball dann stattdessen hinspielt."

Barrios wird den Hinweis richtig verstehen. Den Abschluss suchen und gegebenenfalls mitspielen - mit dieser Formel können sich Trainer und Stürmer gewiss beide anfreunden.

Zumal Barrios in das Haus eingezogen ist, in dem zuvor der BVB-Goalgetter Alexander Frei gewohnt hat.

Sein Vormieter als Beispiel

Auch dank Frei, der mittlerweile für den FC Basel stürmt, marschierte der BVB in der Vorsaison auf den sechsten Platz. Barrios könnte nun ebenso zu einem Spieler werden, der vorangeht.

Teamkollege Mats Hummels traut ihm das zu. "Er ist mit dem Druck gut umgegangen", berichtet der U-21-Nationalspieler über Barrios. "Für ihn ist wichtig, dass er jetzt auch auf höchstem Niveau bestehen kann."

Auf eben jenem Niveau wird gewiss auch die Partie in Leverkusen stehen.

Bayer kündigt Gegenwehr an

Und die Bayer-Truppe ist sich ihrer Defensivstärke bewusst. "Die ganze Mannschaft arbeitet komplett defensive sehr gut", erklärt Innenverteidiger Manuel Friedrich.

Und verweist besonders auf Routinier Sami Hyypiä, der mit enormen Überblick viele brenzlige Situationen wie auf einem Radarschirm erkenne. "Er nimmt dir viel ab, gibt dir viel Ruhe", sagt Friedrich.

Barrios schreckt die Aussicht auf Leverkusens Abwehrriegel nicht.

"Wir wollen ganz normal den Fußball durchziehen, den wir beherrschen", kündigt er an. "Wir kennen unsere Qualitäten und werden auch beim Spitzenreiter unsere Chancen bekommen."

Der Argentinier ist also bereit für die Herausforderung.

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